Justin Wolf 60km Solo zum Etappensieg in der Bretagne

26.09.2021

Die Tour de Bretagne, eine der renommiertesten Rundfahrten auf Kontinental Ebene in Europa, im Herzen einer der radsport-verrücktesten Regionen. Sechs schwere Tage mussten sich unsere Fahrer durchkämpfen,  sie gaben nicht auf und wurden heute belohnt.

Es hat seinen Grund, warum dieses Jahr der Grand Depart der Tour de France in der Bretagne stattfand und ebenso fast an jedem Wochenende ein großes internationales Rennen. Nein, das Wetter ist es nicht. Ein leichter Nieselregen bei 13 Grad empfindet der bretonische Radfahrer gerade als angenehm. Wer hier viel Rad fährt, ist einiges gewohnt. Dies hält die Bretonen aber nicht davon ab, eine unglaubliche Radsportbegeisterung zu entwickeln. Die schwarz weiße Flagge „Gwenn ha Du“ sieht man überall, wo es Profiradsport gibt. Sie ist das französische Pedant zum flandrischen Löwen.

Dann die Mûr-de-Bretagne, ein unscheinbarer Anstieg, eine Landstraße welche geradeaus ein paar hundert Meter steil nach oben geht. Es gibt deutlich malerischere Straßen in der Bretagne. Aber der Anstieg ist ein Mythos im Radsport, zehntausende Zuschauer drängen sich auf dem kleinen Stück, wenn die Tour de France dort entlang geht und auch viele andere Rennen passieren sie gerne. Vor wenigen Wochen durften wir in der Heimat von unserem Teamfahrer Julian Lino bereits die Rundfahrt Kreiz Breizh bestreiten und uns von der Begeisterung der Zuschauer überzeugen.

Auf der ersten Etappe mussten auch unsere Fahrer über die Mûr-de-Bretagne und es folgten viele weitere kleine Hügel. Was das Rennen so schwer macht, sind die kleinen Straßen und ein ständiges Hoch und Runter. Im Schnitt haben die Etappen jeweils um die 2.500 Höhenmeter. Jede Etappe wird gefahren wie ein Klassiker, offensiv geht es vom Start bis zum Finale. 5 Etappen lang versuchten unsere Fahrer einen Weg zu finden, eine Etappe mit einem guten Ergebnis abzuschließen aber die Konkurrenz war zu stark. Gerade für die französischen Teams hat das Rennen eine große Bedeutung. Nur so lässt sich erklären, warum gleich zwei Tour de France Teams mit Arkea und B&B Hotels am Start stehen, obwohl das Rennen nur in die unterste UCI Kategorie eingestuft ist.

Die gestrige 217km lange Etappe war ein weiterer Kraftakt, welche mit knapp 45km/h zu Ende ging. Sicher hätten sich heute viele Fahrer auf etwas Ruhe gefreut. Vielleicht war dies der entscheidende Schlüssel für Justin Wolf. 

60Km vor dem Ziel sprengte er eine Fluchtgruppe und ging in den Zeitfahrmodus über. Wie bei seinem Sieg bei der Fernfahrt Belgrade Banjaluka rauchten sich einige Teams in der Nachführarbeit auf und kamen einfach nicht näher. Die französischen Kommentatoren waren außer sich und zogen immer wieder Vergleiche zu Tony Martin, der gerade seine Karriere beendet hat. Natürlich wollen wir Justin nicht mit Tony Martin vergleichen. Aber dass er nach 60km Solofahrt das Ziel erreichte und damit für BIKE AID den ersten Profisieg in Frankreich einfuhr, darauf können wir sehr stolz sein.

Der Beitrag wurde verfasst von: BIKE AID