1. FC Saarbrücken TT scheidet im Playoff-Halbfinale aus – voller Fokus auf das Champions League Final Four

Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis muss sich aus dem Titelrennen der Tischtennis Bundesliga verabschieden. Im Playoff-Halbfinale unterlag das Team dem TTF Liebherr Ochsenhausen wie bereits im Hinspiel auch im Rückspiel klar mit 0:3. Eine Enttäuschung für die ambitionierten Saarländer, die trotz kämpferischer Leistung gegen bestens aufgelegte Ochsenhausener keine Mittel fanden. Dennoch richtet sich der Blick optimistisch nach vorne – mit dem Final Four der Champions League wartet schließlich noch ein großes Highlight auf die Mannschaft.
Schon vor dem zweiten Aufeinandertreffen hatte Ochsenhausens Trainer Bogdan Pugna zur Vorsicht gemahnt: „Saarbrücken ist und bleibt sehr gefährlich, zumal sie im Hinspiel nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft haben.“ Diese Einschätzung sollte sich bewahrheiten – denn der FCS zeigte eine deutlich mutigere Vorstellung als noch im ersten Duell. Trotzdem behielt Ochsenhausen auch im Rückspiel die Oberhand und sicherte sich mit einem weiteren 3:0-Erfolg das Ticket für das Liebherr TTBL-Finale.
Trainer Wang Zhi hatte gegenüber dem Hinspiel einige Umstellungen vorgenommen, um neue Impulse zu setzen. Patrick Franziska rückte auf Position zwei, während Eduard Ionescu für Yuto Muramatsu in die Mannschaft kam. Es war ein mutiger Schritt, der durchaus Wirkung zeigte, auch wenn am Ende das erhoffte Ergebnis ausblieb.
Bereits das erste Match des Nachmittags deutete an, dass es ein packender Tischtennis-Nachmittag werden könnte. Darko Jorgic, der im Hinspiel noch unter seinen Möglichkeiten geblieben war, traf erneut auf Shunsuke Togami. Jorgic startete stark, ging schnell mit 2:0-Sätzen in Führung und schien auf dem besten Weg, Saarbrücken in Front zu bringen. Doch der junge Japaner Togami kämpfte sich beeindruckend zurück. Im vierten Satz lag Jorgic bereits mit 3:10 zurück, startete eine furiose Aufholjagd, glich aus und erspielte sich sogar zwei Matchbälle bei 12:11 und 13:12. Doch beide Chancen blieben ungenutzt. Der Satz ging schließlich verloren, und im entscheidenden fünften Satz hatte Togami den besseren Start und siegte mit 11:9.
„Das erste Spiel war das Schlüsselspiel“, analysierte Simon Gauzy nach der Partie treffend im Gespräch mit Dyn. „Danach hatten wir viel weniger Druck.“ Tatsächlich schien die knappe Niederlage von Jorgic dem FCS einen spürbaren Dämpfer zu versetzen, während Ochsenhausen befreiter aufspielte.
Im zweiten Einzel traf Patrick Franziska auf den frisch gebackenen World-Cup-Sieger Hugo Calderano. Franziska legte furios los, dominierte den ersten Satz mit 11:3. Doch Calderano zeigte seine ganze Klasse und Erfahrung, drehte anschließend auf und ließ dem Saarbrücker Kapitän in den folgenden Sätzen kaum noch eine Chance. Es war beeindruckend, wie der Brasilianer das Spielgeschehen kontrollierte und Franziskas Angriffsbemühungen geschickt konterte.
Im dritten Einzel versuchte Eduard Ionescu, die Hoffnung auf ein Comeback am Leben zu halten. Gegen den französischen Nationalspieler Simon Gauzy zeigte der junge Rumäne viel Mut und Engagement, musste sich am Ende jedoch in drei Sätzen geschlagen geben. Gauzy präsentierte sich extrem stabil und abgeklärt, was letztlich den Schlusspunkt unter ein aus Saarbrücker Sicht enttäuschendes Halbfinale setzte.
Damit verpasst der 1. FC Saarbrücken TT das Liebherr TTBL-Finale, in dem sich nun die beiden Topteams Borussia Düsseldorf und die TTF Liebherr Ochsenhausen gegenüberstehen. Für Ochsenhausen bietet sich dabei die große Chance auf das Double – nach dem Pokalsieg Anfang des Jahres könnte die Mannschaft wie schon 2019 auch die Meisterschaft gewinnen. Dafür müssen sie sich allerdings gegen den Rekordmeister aus Düsseldorf durchsetzen, der seinerseits noch einmal alles in die Waagschale werfen wird.
In Saarbrücken hingegen herrscht gemischte Stimmung. Die Enttäuschung über das Halbfinal-Aus ist natürlich groß, doch der Blick geht bereits nach vorne. Manager Nicolas Barrois brachte die Gefühlslage treffend auf den Punkt: Ich bin jetzt erstmal froh, dass die Saison vorbei ist“, erklärte er nach der Begegnung.
Klar hätten wir gerne auch noch das Finale gespielt, aber ich glaube, es war jetzt an der Zeit, dass die Saison vorbei ist. Es ging in diesem Jahr sehr viel schief. Nächstes Jahr greifen wir wieder neu an.
Tatsächlich verlief die Bundesliga-Saison aus Saarbrücker Sicht nicht wie erhofft. Verletzungsprobleme, Formschwankungen und unglückliche Spielverläufe machten es der Mannschaft schwer, konstant auf höchstem Niveau zu agieren. Dennoch bewies das Team Charakter und kämpfte sich ins Halbfinale – eine Leistung, die angesichts der Umstände durchaus Anerkennung verdient.
Zudem steht für den FCS noch ein echtes Saisonhighlight bevor: das Final Four der Champions League. In der heimischen Halle bietet sich die Gelegenheit, die Saison doch noch mit einem Titel zu krönen. Die Bühne könnte dabei kaum größer sein – vor heimischem Publikum und gegen europäische Topteams kann der 1. FC Saarbrücken Tischtennis Geschichte schreiben.
Während andere Clubs sich langsam in die Sommerpause verabschieden, hat der FCS also noch eine große Mission vor sich. Es wird entscheidend sein, die Enttäuschung des verpassten Bundesliga-Finales schnell abzuschütteln und den vollen Fokus auf das internationale Topturnier zu richten. Mit der richtigen Einstellung, einer geschlossenen Mannschaftsleistung und der Unterstützung von den Rängen ist für Saarbrücken alles möglich.
Die bittere Niederlage gegen Ochsenhausen schmerzt, keine Frage. Aber sie kann auch eine wertvolle Lektion sein – eine Erfahrung, die das Team in der Zukunft noch stärker machen wird. Die Champions League bietet nun die perfekte Bühne, um Charakter zu zeigen und sich selbst sowie allen Kritikern zu beweisen, wozu diese Mannschaft imstande ist. Der 1. FC Saarbrücken TT hat in dieser Saison bereits oft bewiesen, dass er Rückschläge wegstecken und noch stärker zurückkommen kann. Jetzt gilt es, noch einmal alle Kräfte zu bündeln – für einen großen Triumph, der die Saison in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen könnte.