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1. FC Saarbrücken TT kämpft – doch Ochsenhausen ist zu stark

Mit hohen Erwartungen war der 1. FC Saarbrücken TT ins Playoff-Halbfinale der Tischtennis-Bundesliga gestartet. Doch im ersten Aufeinandertreffen mit den TTF Liebherr Ochsenhausen wurde den Saarländern eindrucksvoll aufgezeigt, wie schwer der Weg ins Finale in diesem Jahr werden wird. In der Dr.-Hans-Liebherr-Halle unterlagen die Gäste deutlich mit 0:3 – eine Niederlage, die in ihrer Klarheit überraschte, obwohl Saarbrücken als ernstzunehmender Titelkandidat gilt.

Bereits das erste Einzel sorgte für Gesprächsstoff. FCS-Coach Wang Zhi hatte sich für eine Aufstellung entschieden, die vom gewohnten Bild der letzten Monate abwich. Statt Eduard Ionescu stand diesmal der japanische Abwehrstratege Yuto Muramatsu an der Platte – ein Spieler, der von 2016 bis 2018 selbst das Trikot der Ochsenhausener getragen hatte. Eine emotionale Rückkehr, doch sie blieb sportlich ohne Happy End.

Muramatsu traf gleich zu Beginn auf den derzeit wohl stärksten Spieler in den Reihen der Gastgeber: Hugo Calderano. Der brasilianische Topstar zeigte von der ersten Sekunde an, warum er als einer der besten Spieler der Welt gilt. Mit messerscharfen Angriffsbällen und einer nahezu fehlerfreien Leistung setzte er Muramatsu massiv unter Druck. Die Sätze gingen klar an Calderano: 11:8, 11:4 und 11:8. Das Publikum trug sein Team lautstark durch das Spiel – ein perfekter Start für die TTF, die damit gleich ein deutliches Zeichen setzten.

Auch das zweite Einzel entwickelte sich zu einer Demonstration der Stärke der Gastgeber. Darko Jorgic, Saarbrückens Nummer eins, traf auf den jungen Shunsuke Togami, der jüngst seinen Vertrag in Ochsenhausen bis 2026 verlängerte. Nachdem Jorgic den ersten Satz noch für sich entscheiden konnte, schien eine enge Partie zu entstehen. Doch Togami fand rasch seine Linie und übernahm die Kontrolle. Mit 11:6, 11:7 und 11:9 holte er sich die nächsten drei Sätze und damit das Match – der zweite Punkt für Ochsenhausen war unter Dach und Fach.

Wir haben alles versucht, aber sie waren einfach besser

zeigte sich Jorgic nach dem Spiel als fairer Verlierer. Und er lobte die Atmosphäre in der Halle: „Ochsenhausen ist wirklich sehr heimstark.“ Auch Erwin Berg, sportlicher Leiter des 1. FC Saarbrücken TT, analysierte das Duell nüchtern: „

Darko hat gut gespielt. Aber sein Gegner war noch besser.

Der dritte und entscheidende Einzelpunkt ließ die Hoffnungen der Saarländer endgültig platzen. Patrick Franziska, Routinier und Führungsspieler des FCS, startete verheißungsvoll gegen Simon Gauzy, einen weiteren Schlüsselspieler in den Reihen der TTF. Den ersten Satz entschied Franziska für sich, doch dann drehte Gauzy auf. Drei knappe, aber verdiente Satzgewinne (11:6, 11:9, 11:9) besiegelten die Niederlage der Gäste. Mit 3:1 setzte Gauzy den Schlusspunkt unter ein hochklassiges, aber einseitiges Halbfinal-Hinspiel.

Für die Gastgeber war es ein Abend zum Genießen – und das taten sie auch. Trainer Bogdan Pugna zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, ohne den Blick für das Wesentliche zu verlieren: „Das ist natürlich ein schöner Moment. Wir haben die Play-offs mit den fantastischen Spielern in einem grandiosen Team erreicht. Wir brauchen jetzt natürlich noch einen weiteren Sieg, aber im Sport soll man auch den Moment genießen – und das tun wir jetzt.“

Auch Wang Zhi anerkannte die Leistung der Gegner. Der Saarbrücker Coach sprach Klartext, als er sagte:

Die drei Jungs von Ochsenhausen spielen sehr gut, und Siege gegen sie zu erreichen ist schwer für uns. Aber wir geben natürlich nicht auf und versuchen, das dritte und entscheidende Spiel in Ochsenhausen zu erzwingen.

Noch ist das Playoff-Aus für den 1. FC Saarbrücken TT nicht besiegelt – doch der Weg ins Finale ist deutlich schwerer geworden. Im Rückspiel am Sonntag, dem 27. April, um 16 Uhr am heimischen Sportcampus, muss ein Sieg her. Nur dann gäbe es ein drittes Entscheidungsspiel in Ochsenhausen. Der Druck liegt damit klar auf Seiten der Saarländer. Doch sie wissen, wie man mit solchen Situationen umgeht. In der Vergangenheit hat das Team wiederholt gezeigt, dass es unter Druck zu Höchstleistungen fähig ist. Auch diesmal werden sie alles in die Waagschale werfen müssen, um die Chance auf das große Finale in Frankfurt am Leben zu erhalten.

Abseits der sportlichen Ereignisse stand am Ende des Abends noch ein emotionaler Moment an: die Verabschiedung zweier Ochsenhausener Ikonen, die den Verein zum Saisonende verlassen. Präsident Kristijan Pejinovic ehrte die beiden Spieler in einer bewegenden Rede: Es gehe um „zwei große Persönlichkeiten, zwei tolle Weggefährten und zwei tolle Freunde“, die den Verein nun verlassen würden. Danach richteten sich auch Calderano und Gauzy direkt an die Fans.

Besonders Gauzy zeigte sich bewegt: Er sprach „von den besten zwölf Jahren“ seines Lebens, bedankte sich bei Familie, Verein und Fans und äußerte den Wunsch, seine bisher drei gewonnenen Titel um einen weiteren zu ergänzen. Auch Calderano, sonst eher zurückhaltend, ließ sich zu Worten hinreißen: „Es ist nicht so einfach auf Wiedersehen zu sagen, aber noch haben wir einiges vor in den nächsten Wochen.“ Die Halle dankte beiden mit langanhaltendem Applaus.

An diesem Abend stimmte für Ochsenhausen fast alles – Leistung, Atmosphäre und Emotionen. Für Saarbrücken bleibt nur, schnell einen Haken hinter diese klare Niederlage zu setzen und sich mit voller Konzentration auf das Rückspiel vorzubereiten. Denn eines ist klar: Nur mit einem überzeugenden Heimsieg kann der Traum vom Endspiel noch aufrechterhalten werden.

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