Asllanis spezielle Partie: Ex-Unioner will Hertha ärgern

Die SV Elversberg empfängt am kommenden Sonntag Hertha BSC in der heimischen URSAPHARM-Arena. Bisher gab es immer viele Tore, wenn beide Mannschaften aufeinandertrafen.
Am kommenden Sonntag steht in der URSAPHARM-Arena das vierte Aufeinandertreffen zwischen der SV Elversberg und Hertha BSC in der 2. Bundesliga an. Die bisherigen Duelle hatten es in sich: 1:5, 4:2 und 4:1 lauteten die spektakulären Ergebnisse aus Sicht der Saarländer. Wer sich an diesen Partien erfreute, darf sich Hoffnungen auf ein weiteres Torfestival machen. Denn mit Elversberg und Hertha treffen zwei Mannschaften aufeinander, deren Statistik zumindest für Spektakel spricht: Die SVE erzielte in dieser Saison bereits zehn Weitschusstore und führt die Liga in dieser Disziplin an. Auf der anderen Seite kassierte Hertha bereits acht Gegentreffer aus der Distanz – nur Darmstadt 98 musste ebenso viele hinnehmen.
In dieser Spielzeit hat die Mannschaft von Horst Steffen aus der Ferne äußerst treffsicher agiert. Allen voran Robin Fellhauer, der bereits drei Treffer aus der Distanz erzielte – eine Quote, die in der Liga sonst nur Karlsruhes Marvin Wanitzek erreicht. Aber auch Fisnik Asllani und Carlo Sickinger (je zwei Tore) sowie Muhammed Damar, Maurice Neubauer und Kapitän Luca Schnellbacher (je ein Treffer) haben gezeigt, dass sie den Abschluss aus der zweiten Reihe nicht scheuen. Diese Fähigkeit könnte gegen die Berliner, die oft Schwierigkeiten mit der Verteidigung von Distanzschüssen haben, entscheidend sein. Die Hertha-Defensive wirkte zuletzt ebenfalls nicht immer sattelfest. Dass bereits 22,2 Prozent ihrer Gegentore aus der Ferne resultierten, spricht für eine gewisse Anfälligkeit. Zum Vergleich: Darmstadt, das ebenfalls acht Weitschusstore hinnehmen musste, kommt nur auf eine Quote von 21,6 Prozent. Aber genug der Statistik.
Offensivmotor zuletzt ins Stocken geraten
Zuletzt präsentierte die SV Elversberg sich offensiv weniger durchschlagskräftig. Beim torlosen Unentschieden in Ulm blieb der sonst so druckvolle Angriff weitgehend wirkungslos. „Dass wir so gut wie keine Torchance hatten, gab’s nicht häufig“, analysierte Horst Steffen nach der Partie. Trotz zahlreicher Umstellungen in der Offensive fand die SVE kaum Mittel gegen das kompakte Defensivkonzept der Spatzen.
Dass wir so gut wie keine Torchance hatten, gab’s nicht häufig
Horst Steffen
Hertha auf der Suche nach Stabilität
Nach der Entlassung von Cristian Fiel hat Hertha BSC mit Stefan Leitl einen neuen Trainer an der Seitenlinie. Unter seiner Regie soll sich die Mannschaft wieder stabilisieren und die zuletzt schwankenden Leistungen hinter sich lassen. Zwar gelang beim Leitl-Debüt gegen Nürnberg (1:1) defensiv eine solide Vorstellung, doch in der Offensive blieb die alte Schwäche bestehen. Kreative Momente waren rar, klare Torchancen Mangelware. Dass die wenigen Gelegenheiten dann auch noch ungenutzt blieben, dürfte den neuen Coach besonders ärgern.
Dennoch will Hertha die 1:4-Hinspielpleite gegen Elversberg nicht auf sich sitzen lassen. „Ich werde dieses Spiel noch emotional in den Vordergrund stellen, weil wir da noch etwas gutzumachen haben“, kündigte Leitl an. Damit will er seine Mannschaft zusätzlich motivieren und ihr die Bedeutung dieser Begegnung verdeutlichen.
Ich werde dieses Spiel noch emotional in den Vordergrund stellen, weil wir da noch etwas gutzumachen haben
Stefan Leitl
Wer steht für Hertha auf dem Platz?
Eine entscheidende Personalfrage vor dem Spiel ist die Besetzung des Berliner Mittelfelds. Michael Cuisance, der gegen Nürnberg wegen Magenproblemen zunächst auf der Bank saß, könnte nun von Beginn an auflaufen. Sollte Leitl ihn ins Zentrum beordern, dürfte er dort an der Seite von Andreas Bouchalakis oder Marten Winkler agieren. Auf den Außenbahnen sind Fabian Reese (links) und möglicherweise Derry Scherhant (rechts) erste Wahl. Besonders Reese könnte mit seinem Tempo für Gefahr sorgen und der Elversberger Defensive Probleme bereiten.
Im Tor hat sich Leitl bereits festgelegt: Tjark Ernst bleibt die Nummer eins. Der junge Schlussmann, unter Fiel noch zwischenzeitlich degradiert, erhielt vom neuen Coach das Vertrauen und soll gegen Elversberg erneut zwischen den Pfosten stehen. In der Abwehr sind keine großen Änderungen zu erwarten. Das Defensivquartett, das gegen Nürnberg eine solide Leistung zeigte, dürfte auch in Elversberg beginnen.
Besondere Motivation für Fisnik Asllani
Für einen Spieler der SVE ist das Duell mit Hertha eine ganz besondere Partie: Torjäger Fisnik Asllani hat in der Jugend für den Hauptstadt-Rivalen Union Berlin gespielt. „Ja, das ist für mich ein anderes Spiel. Da bin ich besonders motiviert“, erklärte der Angreifer im Vorfeld.
Das ist für mich ein anderes Spiel. Da bin ich besonders motiviert
Fisnik Asllani
Gelingt es der SVE, die zuletzt etwas ins Stocken geratene Offensive wieder ins Rollen zu bringen, sind die Chancen auf einen weiteren denkwürdigen Heimsieg durchaus gegeben – ein bis in die Haarspitzen motivierter Asllani könnte dabei durchaus helfen. Doch auch Hertha hat etwas gutzumachen und wird mit aller Macht versuchen, den ersten Sieg unter Leitl einzufahren. Eines ist sicher: Die Zuschauer dürfen sich auf eine umkämpfte und unterhaltsame Partie freuen.