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Auswärtssieg in Paderborn – SVE bleibt auch bei den Westfalen stabil

Im Topspiel der 2. Bundesliga behauptet sich die SV Elversberg beim SC Paderborn und unterstreicht erneut, wie gefestigt diese Mannschaft in der oberen Tabellenregion agiert. Der 2:1-Auswärtssieg war zwar stark beeinflusst vom Schiedsrichter, ist am Ende jedoch nicht gänzlich unverdient.

Die SV Elversberg nahm das Spitzenspiel beim SC Paderborn von der ersten Minute an, fand jedoch nie so wirklich in ihre Überzeugung, fand sie aber in den entscheidenden Momenten dann doch. Dass diese Momente reichten, lag auch an einem Spieler, der sonst nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Frederik Schmahl, erst zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf, lenkte die Partie mit seiner Entschlossenheit, einer ausgelösten Roten Karte und dem 2:1-Siegtreffer endgültig in Elversberger Richtung.

Trainer Vincent Wagner hatte seine Formation gegenüber dem 0:0 gegen Darmstadt nur auf einer Position verändert. Schmahl rückte für Amara Condé neben Poreba in das defensive Zentrum, während Maximilian Rohr, Jason Ceka und Nicholas Mickelson erkrankt fehlten. So kamen Manuel Feil und Daniel Pantschenko in den Kader. Die Hereinnahme von Schmahl hatten nicht viele erwartet, und doch entwickelte sie sich zu einem zentralen Faktor dieses Spiels. Sein Profil passte zu einer Partie, in der der Zugang zu den zweiten Bällen und zu den Kontaktsituationen entscheidend wurde.

Elversberg begann vor 12.729 Zuschauern mit hoher Intensität. Die SVE schob im ersten Drittel des Spiels weit nach vorn, setzte Paderborn früh unter Druck und zwang die Gastgeber zu mehreren unkontrollierten Zuspielen. Doch dieses Drängen führte nicht zu klaren Abschlüssen. Die Abläufe wirkten sauber, die Wege waren da, aber die letzte Aktion blieb unpräzise. Die erste große Chance gehörte stattdessen dem SCP, als Nick Bätzner aus 15 Metern abzog und Nicolas Kristof den Ball mit einer Flugparade aus dem Eck holte. Ab diesem Moment verschoben sich die Kräfte. Paderborn gewann an Stabilität, nutzte die Räume neben den Elversberger Achtern und kam häufiger in die Zone vor dem Strafraum.

Trotz dieser veränderten Spielstruktur fiel das 0:1 aus einer Elversberger Szene, die klar vorbereitet und mehrfach einstudiert ist. Eine kurze Ecke, der Rückpass, die Flanke von Zimmerschied, der Raum am zweiten Pfosten – alles lag offen vor Ebnoutalib, der per Aufsetzer verwandelte. Sein elfter Saisontreffer, in einer Situation, die nicht viel Interpretation verlangte. Wagner sprach später erneut davon, dass der Stürmer „von Clubs aus ganz Europa gejagt wird“. In diesem Moment reichte es, am richtigen Ort zu stehen und die Ausführung nicht zu verkomplizieren.

Bis zur Pause blieb das Spiel weitgehend strukturiert. Es gab wenige Umschaltsituationen, kaum längere Drangphasen einer Mannschaft. Beide Trainer erkannten jedoch, dass der zweite Durchgang eine andere Herangehensweise brauchen würde.

Wechsel von Paderborn zünden

Die beiden Wechsel des SCP zur Pause – Müller und Michel – führten zu einem klaren Bruch. Paderborn griff häufiger über die Flügel an, nutzte die Läufe in den Rücken der SVE-Außenverteidiger und erhöhte das Tempo im letzten Drittel. Der Ausgleich fiel nach genau diesem Muster: Angriff über die linke Seite, Ablage, Abschluss aus zentraler Position. Michel traf mit links, der Ball wurde leicht abgefälscht und landete unten im Eck.

Kurz danach hatte Tigges die große Chance zur Führung. Der Pass fand ihn im richtigen Moment, er umkurvte Kristof, aber die Ballmitnahme war zu weit. Keidel klärte, und das Spiel blieb offen. Es war eine Phase, in der Paderborn häufiger über die erste Linie hinwegkam und die Begegnung in eine Richtung drückte, die für Elversberg unangenehm wurde. „Es ist eine ganz normale Phase gerade. Aktuell fehlt uns das Momentum“, sagte SCP-Trainer Kettemann später. „Wir müssen entspannt bleiben und jetzt gucken, dass wir intensiv weiter arbeiten.“ Seine Einschätzung bezog sich auf den Verlauf der vergangenen Wochen – passte jedoch auch zur Wucht, die Paderborn in dieser Phase erreichte und nicht nutzen konnte.

Die Rote Karte war mitentscheidend

Dann folgte die Szene, die alles veränderte. Brackelmann grätschte Schmahl im Mittelfeld ab, Schiedsrichter Hartmann zeigte sofort Rot. Eine harte Entscheidung, die das Spiel kippte. Müller sagte später: „Die Rote Karte hat das Spiel schon klar verändert. Unabhängig davon haben wir uns voll reingekämpft.“ Paderborn musste umstellen, verdichtete das Zentrum und stand tiefer.

Elversberg nutzte die Überzahl, ohne hektisch zu werden. Gyamerah rückte häufiger in hohe Zonen auf, Petkov band seinen Gegenspieler und schuf Räume für diagonale Läufe. Der abermalige Treffer von Ebnoutalib, nach einem flachen Rückpass von der Grundlinie, zählte nicht – Abseits. Doch dass diese Szene überhaupt entstand, zeigte die neue Statik. Die Zuspiele kamen schneller und in größerer Häufigkeit in jene Zonen, in denen Paderborn nun Unterzahl verteidigen musste.

Der Siegtreffer fiel dann aus einem unscheinbaren Ablauf heraus. Petkov brachte eine Hereingabe in den Strafraum, Sticker klärte vor den zweiten Pfosten, Schmahl schoss aus der Bewegung, der Ball wurde abgefälscht und flog unhaltbar ins lange Eck. Kein komplizierter Angriff, kein überraschender Moment, sondern ein Abschluss, der aus der Überzahlstruktur hervorging – viel Raum, ein zweiter Ball, ein sauberer Kontakt. Und doch war es der entscheidende Treffer eines Spielers, der in vielen Szenen zuvor präsent gewesen war.

Elversberg verteidigte die Führung in der Schlussphase solide. Die Mannschaft hielt die Abstände kompakt, schob in den richtigen Momenten raus und ließ Paderborn wenig Raum für geordnete Angriffe. Auch elf Minuten Nachspielzeit änderten nichts daran, dass der SCP kaum mehr zu klaren Situationen kam. Die Partie blieb intensiv, aber ohne große Gefahr.

Wagner fasste das Spiel später zusammen: „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen extrem flexiblen Gegner. Gerade in den Paderborner Ballbesitzphasen haben wir uns schwer getan.“ Der Satz passte zu einem Spiel, in dem Elversberg weder dominierte noch überragte, aber die entscheidenden Momente nutzte.

Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen extrem flexiblen Gegner. Gerade in den Paderborner Ballbesitzphasen haben wir uns schwer getan.

Vincent Wagner

Elversberg kletterte auf Platz zwei und zeigte gleichzeitig, dass diese Mannschaft verschiedene Spielverläufe aushalten kann. Die Partie enthielt Phasen gegen den Ball, Phasen im Rückzug, Phasen im hohen Pressing und lange Sequenzen, in denen es vor allem darauf ankam, Fehler zu vermeiden. Schmahl, Petkov und Gyamerah setzten dabei jene Akzente, die in Überzahl entscheidend wurden.

Mit Fortuna Düsseldorf wartet nun ein weiteres Spiel im oberen Drittel. Die Ausgangslage ist ähnlich, die Anforderungen werden es ebenfalls sein.

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