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Bittere Niederlage für Elversberg beim Tabellenschlusslicht

Nach vier Ligaspielen ohne Niederlage hat es die SV Elversberg wieder erwischt: Beim Tabellenletzten aus Regensburg unterlag die Mannschaft von Horst Steffen mit 0:1. 

In einem eigentlich einseitigen Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg musste die SV Elversberg eine bittere 0:1 Niederlage hinnehmen. Trainer Horst Steffen nahm im Vergleich zur Begegnung gegen Bayer Leverkusen nur eine Änderung vor: Schmahl startete für Sicker. Auf Seiten der Regensburger führte Interimstrainer Andreas Patz nach dem erfolgreichen Pokalauftritt gegen Greuther Fürth (1:0) gleich zwei Anpassungen durch. Hottmann und Kühlwetter fehlten verletzungsbedingt, dafür rückten Ganaus und Huth in die Startelf.

Schon zu Beginn suchten beide Teams den Weg nach vorne und tasteten sich an die gegnerischen Abwehrreihen heran. Die Gäste aus Elversberg hielten den Ball oft in ihren Reihen, doch es waren die Hausherren, die für die erste entscheidende Aktion sorgten: In der 16. Minute schlug Hein eine präzise Flanke in den Strafraum, wo Ganaus sich lang machte und per Direktabnahme das 1:0 erzielte. „Es war für mich ein besonderer Moment, der erste Treffer der Saison, und für uns alle, das erste Heimtor in der Liga seit August“, freute sich Ganaus nach Abpfiff. Dieses frühe Tor brachte Regensburg in eine komfortable Ausgangsposition, durchgehend tief zu stehen und nur noch auf Konter zu lauern – die Regensburger attackierten erst weit in der eigenen Hälfte. 

In der Folge versuchte Elversberg, das Spiel zu kontrollieren und Ballbesitzphasen aufzubauen, jedoch ohne größere Gefahr für die stabile Defensive der Regensburger. Die Mannschaft von Andreas Patz verteidigte geschlossen und unterband jegliche Angriffsversuche der Gäste. Elversberg fand kaum Lücken und kam vor der Pause zu keiner nennenswerten Torchance. Die erste Hälfte endete somit ohne weitere Aufreger und mit einem knappen Vorsprung für Regensburg.

Nach dem Seitenwechsel musste die SVE dann zusätzlich auf Kapitän Schnellbacher verzichten, der kurz vor der Pause verletzt ausgewechselt worden war. Auch in der zweiten Halbzeit gelang es Elversberg lange Zeit nicht, die gut gestaffelte Abwehr der Hausherren zu durchbrechen. Erst nach über einer Stunde wurde es vor dem Regensburger Tor gefährlich, als Gebhardt zwei Schüsse parieren musste – zunächst gegen Feil (69.), dann gegen den eingewechselten Zimmerschied (71.). Die beste Möglichkeit der Gastgeber hatte Hein in der 75. Minute, doch sein Versuch verfehlte das Ziel.

„Wir brauchen dieses Spiel hier heute nicht zu verlieren“, resümierte ein sichtlich enttäuschter Horst Steffen nach dem Abpfiff. „Uns war klar, dass es schwierig wird, uns durchzuspielen und durchzukombinieren.“ Besonders das frühe Gegentor brachte die Gäste aus dem Konzept und gab den Regensburgern einen psychologischen Vorteil. „Wir wollten vermeiden, in Rückstand zu liegen, aber es ist dann passiert. Und es wurde ein zähes Spiel mit immer wieder falschen Entscheidungen in Situationen, wo vielleicht etwas hätte entstehen können“, fügte Steffen hinzu. Die Statistik zeigt eine weitere bittere Wahrheit für die SVE: Auch gegen den dritten Ligaaufsteiger konnte das Team in der Hinrunde nicht dreifach punkten. „Wir dürfen hier einfach nicht verlieren, das ist Fakt“, sagte Carlo Sickinger, der ebenfalls nicht zufrieden mit der Leistung seines Teams war. „Es war leider dasselbe Spiel wie in Münster. Wir sind dominant, haben viel Ballbesitz und bekommen mit der ersten Aktion das 0:1.“ Von da an habe man „dem Rückstand hinterherlaufen“ müssen, so Sickinger weiter.

Wir brauchen dieses Spiel hier heute nicht zu verlieren

Horst Steffen

Auf der anderen Seite war Andreas Patz stolz auf die Leistung seines Teams, das sich mit Leidenschaft und Engagement für die drei Punkte belohnte. „Was wir heute gegen den Ball geleistet haben, war sehr gut. Das war unsere Mission. Wir wussten, was für ein Gegner auf uns zukommt, der viel individuelle Klasse besitzt. Deshalb brauchten wir die defensive Stabilität und mussten leidenschaftlich gegen den Ball arbeiten als eine geschlossene Einheit“, erklärte der Interimstrainer. Patz räumte ein, dass es noch Verbesserungspotenzial gebe: „Nach vorne könnten wir noch mehr entlastende Momente erzeugen.“ Doch der Erfolg bestärke das Team in seinem neuen Weg: „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass wir großartig viel verändert haben. Aber wir haben ein paar Dinge angepasst. Die Herangehensweise auch“, fügte Patz hinzu. Besonders betonte er dabei „den Glauben an sich selbst und an die Mannschaft.“

Dieser Glaube war auch bei Torschütze Noah Ganaus spürbar, der von einer großen Erleichterung sprach: „Nach der bisherigen Phase ist die Erleichterung enorm, wieder in der Liga drei Punkte geholt zu haben. Der Sieg war für den gesamten Verein von großer Bedeutung.“ Die Euphorie aus dem DFB-Pokalerfolg gegen Fürth habe das Team auch in die Liga mitnehmen können. „Wir wussten vor der Partie, dass Elversberg sehr spielstark ist und wir über die Umschaltmomente Abschlüsse erarbeiten wollen“, so Ganaus. „Letzten Endes haben sie uns phasenweise hinten reingedrückt, aber wir haben als Einheit, als ein Team geschlossen verteidigt.“ Der Sieg helfe dabei, den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren, und gebe Auftrieb für das nächste Ligaspiel gegen Schalke.

Für die SVE war es ein ernüchterndes Ergebnis. „Wir sind definitiv nicht glücklich darüber, wie das Spiel gelaufen ist und enttäuscht über das Ergebnis“, sagte Steffen abschließend. „Wir gehen mit einer Aktion in Rückstand und laufen dem dann hinterher.“ Zwar könne er der Mannschaft „von der Bereitschaft her keine großen Vorwürfe machen“, dennoch sei es gegen das kompakte Regensburger Defensivbollwerk schwierig gewesen, die entscheidenden Lösungen zu finden. „Wir hatten zu wenig gute Lösungen“, resümierte er.

Wir sind definitiv nicht glücklich darüber, wie das Spiel gelaufen ist und enttäuscht über das Ergebnis

Am Ende steht für Elversberg eine Auswärtsniederlage zu Buche, die so nicht hätte passieren müssen. Warum genau es gegen Aufsteiger nicht so funktionieren will, ist nicht zu erklären. Die nächste Möglichkeit es besser zu machen kommt aber: Der neue Tabellenführer Hannover 96 gastiert am Sonntag in der URSAPHARM-Arena – und diese Mannschaften liegen der SVE in dieser Saison mehr. 

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