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Bundesliga-Absteiger an der Kaiserlinde – Elversberg vor nächster Reifeprüfung

Nach dem couragierten Auftritt gegen Eintracht Braunschweig wartet auf die SV Elversberg das nächste Topspiel in der 2. Bundesliga: Mit Holstein Kiel gastiert am Samstag ein Bundesliga-Absteiger in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde. Die Gäste reisen mit Rückenwind an – und die SVE braucht eine „Kaiserlinde in Topform.“

Wenn am Samstag um 13 Uhr der Anpfiff in der URSAPHARM-Arena ertönt, wird erneut ein Hauch Bundesliga in Elversberg zu spüren sein. Holstein Kiel, der letztjährige Bundesligist, gibt sich an der Kaiserlinde die Ehre. Für die SV Elversberg ist es das nächste Highlight in einer bislang starken Zweitligasaison – und zugleich eine anspruchsvolle Herausforderung. Denn die Mannschaft von Trainer Marcel Rapp hat in den vergangenen Wochen spürbar an Stabilität gewonnen.

Zwar startete Kiel holprig in die Spielzeit, zeigte aber zuletzt seine ganze Klasse. Zwei Siege in Folge, darunter ein souveränes 3:0 gegen den Karlsruher SC und ein ebenso überzeugendes 1:0 bei wiedererstarkten Schalkern lassen aufhorchen. Dabei überzeugten die Norddeutschen nicht nur mit ihrer individuellen Qualität, sondern vor allem mit Struktur, Intensität und einer klaren Spielanlage – ein Aspekt, der auch SVE-Trainer Vincent Wagner nicht entgangen ist.

„Kiel hat eine richtig starke Truppe mit einer sehr guten Intensität. Sie überzeugen mit einem intensiven, hohen Pressing oder mit einem tiefen, sehr stabilen Block, was man auch in den letzten beiden Spielen gesehen hat“, analysiert Wagner. Der 37-Jährige weiß, was seiner Mannschaft bevorsteht – und er weiß auch, was nötig sein wird, um gegen dieses Kaliber zu bestehen:

Wir werden eine Kaiserlinde in Topform brauchen.

Tatsächlich wird das Umfeld am Samstag erneut eine tragende Rolle spielen. Die Heimspiele der SVE haben sich in den vergangenen Monaten zu echten Festtagen entwickelt – getragen von leidenschaftlichen Fans, die ihre Mannschaft bedingungslos unterstützen – und einer Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde an den Punktgewinn glaubt. Auch gegen Kiel wird die Kulisse ein entscheidender Faktor sein, gerade wenn es darum geht, intensive Phasen zu überstehen und selbst mutige Akzente zu setzen.

Denn Kiel ist ein Gegner, der nicht viele Schwächen zeigt. Mit Marcel Rapp haben die Norddeutschen einen Trainer, der nicht nur taktisch versiert ist, sondern auch eine enge Verbindung zur SVE hat. Als Spieler stand er oft selbst an der Kaiserlinde auf dem Platz, kennt das Umfeld gut – und verfolgt die Entwicklung der Elversberger mit Respekt. „Sie haben sich über die letzten drei, vier Jahre einfach gut entwickelt“, sagt Rapp:

Sie spielen einen intensiven Fußball und erzielen oft den Lucky Punch. Und ich glaube es gibt keinen bei uns in Kiel, der öfter dort gespielt hat als ich.

Dass die Gäste mit einer klaren Spielidee und einem stabilen Kader anreisen, macht die Aufgabe für Elversberg nicht leichter. Auch wenn Rapp die Favoritenrolle bewusst kleinredet – „Die Favoritenrolle ist mir vollkommen egal. Damit kann ich nichts anfangen“ –, reist Holstein mit Selbstvertrauen und einer eingespielten Startelf an. Selbst ungewöhnliche personelle Konstellationen wie der Einsatz von Linksfuß Bernhardsson auf der rechten Seite sind im Kieler Spiel gut integriert – auch deshalb, weil sich Spieler wie Adrian Kapralik und Bernhardsson auf der anderen Seite zu einem dynamischen Duo entwickelt haben.

Für die SVE bedeutet das: absolute Fokussierung, maximale Laufbereitschaft und taktische Disziplin. Zwar steht die endgültige Kaderzusammensetzung für Samstag noch nicht fest – krankheitsbedingt gibt es die ein oder andere offene Personalie – doch unabhängig davon wird Elversberg an die körperliche und spielerische Grenze gehen müssen, um gegen Kiel zu bestehen.

Es wird ein guter Gegner sein, der da auf uns zukommt

betont Wagner. „Holstein Kiel hat nicht umsonst letztes Jahr Bundesliga gespielt, mit Marcel Rapp haben sie auch einen sehr guten Trainer.“ Dass die Kieler inzwischen besser eingespielt wirken als noch zu Saisonbeginn, ist auch Wagner nicht entgangen: „Sie hatten im Sommer auch einen etwas größeren Umbruch, haben sich jetzt aber immer mehr gefunden. Das erste Saison-Spiel lief für Kiel schon unglücklich, die Partie hätten sie nicht verlieren müssen. Danach sind sie immer besser in Schwung gekommen.“

Wie groß die Herausforderung tatsächlich wird, zeigt auch die Analyse der letzten Kieler Auftritte. In beiden Spielen blieb das Team nicht nur ohne Gegentor, sondern strahlte auch in der Offensive enorme Durchschlagskraft aus. Der 3:0-Erfolg gegen den KSC war in seiner Klarheit ebenso beeindruckend wie der abgeklärte Auftritt auf Schalke. Dass Marcel Rapp dennoch die Bodenhaftung bewahrt, spricht für die innere Stabilität seines Teams. „Wir drehen nicht durch, wenn wir gewinnen, aber wir drehen auch nicht durch, wenn wir verlieren“, lautet seine Maxime.

Für Elversberg bedeutet das: auf Augenhöhe agieren, eigene Stärken auf den Platz bringen, mutig sein – aber auch geduldig. Gerade im Offensivspiel kann es gegen einen tiefstehenden, disziplinierten Gegner wie Kiel darauf ankommen, den berühmten „Lucky Punch“ zu setzen. Dass die SVE dazu in der Lage ist, hat sie in dieser Saison mehrfach bewiesen. Der überzeugende Auftritt gegen Braunschweig war dabei nicht nur ergebnistechnisch ein Ausrufezeichen, sondern auch ein Beleg für die mannschaftliche Geschlossenheit und taktische Reife. Auch die Kieler wissen um die Qualität des Gastgebers. Dass Rapp die Tabelle „bis vor zwei Wochen“ nicht angeschaut haben will, ist in diesem Kontext wohl eher eine Schutzbehauptung als tatsächliche Ignoranz. Die SVE steht zurecht weit oben, punktet konstant und hat sich einen Ruf als unangenehmer Gegner erarbeitet – vor allem zuhause. Dass Marcel Rapp das anerkennt, spricht für seinen Realismus: „Elversberg steht zu Recht oben.“

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