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Bundesliga-Neuland in St. Ingbert – die SVE startet mit Aufbruch, Ruhe und einem Kader, der sich weiter sortiert

Die SV Elversberg ist in die Vorbereitung auf die erste Bundesliga-Saison ihrer Vereinsgeschichte gestartet. Rund 1000 Zuschauer begleiteten den Trainingsauftakt in St. Ingbert – und sahen eine Mannschaft, die nach dem Aufstieg erstaunlich vertraut wirkt, obwohl um sie herum fast alles neu ist.

Es war einer dieser Nachmittage, an denen sich die Dimension des neuen Alltags nicht in großen Worten zeigen musste. Man konnte sie an Kleinigkeiten erkennen. An den vielen Menschen, die sich auf dem Trainingsgelände in St. Ingbert eingefunden hatten. An der Aufmerksamkeit, die einer ersten Einheit Ende Juni plötzlich zukam. An diesem Applaus, der nicht nur den Beginn einer Vorbereitung begleitete, sondern auch das erste sichtbare Zeichen dafür war, dass die SV Elversberg nun tatsächlich in einer anderen Welt angekommen ist. Rund 1000 Zuschauer waren dabei, als Trainer Vincent Wagner seine Mannschaft auf den Platz führte. 25 Profis standen auf dem Rasen. Es war der Trainingsauftakt zur ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte.

Dieser Satz hat in Elversberg noch immer etwas Unwirkliches. Die SV Elversberg spielt in der Bundesliga. Nicht mehr als Gedankenspiel, nicht mehr als verrückte Möglichkeit im Saisonendspurt, nicht mehr als Geschichte, die man sich mit einem Lächeln erzählt, weil sie eigentlich zu groß klingt für einen Verein von der Kaiserlinde. Sondern als Realität, die nun mit Trainingsplänen, Testspielen, Kaderfragen und bald auch einem Spielplan gefüllt wird. Am Dienstag, 30. Juni, will die Deutsche Fußball Liga vorab mitteilen, gegen wen Elversberg zum Heimstart in die Bundesliga antreten wird. Die kompletten Spieltage sollen am Donnerstag veröffentlicht werden. Spätestens dann wird aus dem Gefühl ein Kalender.

Luca Schnellbacher hat dieses Gefühl sehr treffend beschrieben. Der Stürmer, von den Fans längst zum Elversberger „Fußballgott“ erhoben, geht als dienstältester Feldspieler in seine siebte Saison bei der SVE. Er war dabei, als der Verein noch nicht annähernd so hell beleuchtet wurde wie heute. Er hat Aufstiege, Entwicklungssprünge und neue Erwartungen erlebt. Und doch geht auch ihm die neue Lage noch nicht ganz leicht von den Lippen. „Ich habe das auch noch nicht richtig realisiert. Vielleicht kommt das, wenn der Spielplan Anfang Juli erscheint. Aber spätestens am ersten Spieltag“, sagt Schnellbacher.

Ich habe das auch noch nicht richtig realisiert. Vielleicht kommt das, wenn der Spielplan Anfang Juli erscheint. Aber spätestens am ersten Spieltag

Luca Schnellbacher

Dass ausgerechnet Schnellbacher diesen Satz sagt, passt zu diesem Trainingsauftakt. Denn bei aller neuen Größe, bei aller Bundesliga-Aufregung, bleibt die SVE in ihrem Kern erkennbar. Eineinhalb Monate nach dem Aufstieg steht dort keine komplett neu zusammengesetzte Mannschaft auf dem Platz, sondern eine weitgehend eingespielte Gruppe. Das ist vielleicht die wichtigste Nachricht dieses Sommers. Im Vergleich zur Vorsaison, als die SVE elf Spieler und ein Trainerteam ersetzen musste, beginnt diese Vorbereitung nicht mit einem radikalen Umbau, sondern mit einer bemerkenswerten Kontinuität. Bislang haben aus dem Aufstiegskader nur Spielmacher Bambasé Conté, der zur TSG Hoffenheim zurückkehrt, und Routinier Manuel Feil den Verein verlassen. Feil hat noch keinen neuen Verein gefunden. Der Rest des Kerns ist geblieben.

Für Wagner ist das mehr als eine Randnotiz. Er weiß, dass Elversberg in der Bundesliga nicht viele natürliche Vorteile haben wird. Der Verein wird nicht über die größten Namen kommen, nicht über die größte Finanzkraft, nicht über die Erfahrung jahrzehntelanger Erstligazugehörigkeit. Also muss er alles andere so gut wie möglich nutzen: Eingespieltheit, Klarheit, Abläufe, Haltung. „Vielleicht kann das ein Vorteil sein. Auch das Trainerteam bleibt so zusammen. Wir werden in dieser Saison nicht viele Vorteile gegenüber unseren Gegnern haben. Wir müssen versuchen, alles herauszuholen“, sagt Wagner.

Genau daraus entstand am ersten Trainingstag diese besondere Mischung. Aufbruch, aber keine Überdrehtheit. Freude, aber keine Selbstinszenierung. Bundesliga, aber immer noch Elversberg. Wagner selbst hat sehr deutlich gemacht, dass sich an der Arbeitsweise nicht plötzlich alles ändern wird, nur weil die Liga nun eine andere ist. „An unseren Abläufen und Inhalten wird sich auch in der Vorbereitung auf die Bundesliga nichts ändern. Wir wollen jeden Tag etwas besser werden und unsere neuen Spieler so schnell es geht integrieren“, sagt der Trainer.

An unseren Abläufen und Inhalten wird sich auch in der Vorbereitung auf die Bundesliga nichts ändern. Wir wollen jeden Tag etwas besser werden und unsere neuen Spieler so schnell es geht integrieren

Trainer Vincent Wagner

Dieser Satz klingt unspektakulär, ist aber programmatisch. Elversberg will nicht versuchen, sich neu zu erfinden, nur weil der Rahmen größer geworden ist. Der Verein hat seinen Weg über Entwicklung, Mut und Struktur genommen. Er hat Spieler besser gemacht, Rollen geschärft, Abläufe stabilisiert. Diese Idee soll nun nicht aufgegeben, sondern auf ein neues Niveau gehoben werden. Wagner, der in der Sommerpause keinen klassischen Urlaub hatte, weil Saisonplanung, Transfers, drei schulpflichtige Töchter und die Vorfreude auf den vierten Familiennachwuchs kaum Raum dafür ließen, wirkt dabei nicht wie jemand, der von der Bundesliga geblendet ist. Eher wie jemand, der froh ist, dass nach Wochen der Planung endlich wieder der Platz im Mittelpunkt steht. „Ich konnte eineinhalb Wochen mal durchschnaufen, ansonsten wollte ich aber auch arbeiten. Ich freue mich auf die Bundesliga und dass wir endlich wieder unser Ding machen können“, sagte er.

Dieses „Ding“ ist bei Wagner klar umrissen. In der vergangenen Saison spielte Elversberg in allen 34 Ligaspielen über die volle Spielzeit mit Vierer-Abwehrkette. Der Trainer hat in taktischen Fragen seinen eigenen Kopf, und er macht daraus auch kein Geheimnis. „Die Viererkette ist mein Ding, und da bleibe ich auch dabei. Das heißt nicht, dass die Fünferkette bei uns keine Rolle spielt. Wir müssen uns hier und da auf Gegner einstellen, die mit Fünferkette spielen“, sagt Wagner. Auch das ist ein wichtiger Hinweis für die neue Saison: Anpassung ja, Selbstverleugnung nein. Die SVE will nicht als staunender Gast in diese Liga gehen, sondern mit einer Idee, die sie bereits weit getragen hat.

Trotz dieser Kontinuität war am Trainingsauftakt natürlich auch sichtbar, dass der Kader noch nicht fertig ist. Wagner begann mit 25 Profis. Von den bisherigen Neuzugängen fehlte Francis Onyeka, der Stürmer von Bayer Leverkusen, weil er mit der deutschen Auswahl bei der U19-EM unterwegs ist. Maurice Krattenmacher vom FC Bayern und Noah Darvich vom VfB Stuttgart gehören bereits zum Kader. Nicolas Kristof absolvierte noch ein individuelles Programm. Nach Angaben von Wagner sollen dennoch weitere Spieler dazukommen. Geplant ist jeweils ein Zugang für Abwehr, Mittelfeld und Angriff.

Damit hängt die Vorbereitung in diesen Wochen an zwei Bewegungen zugleich. Einerseits ist da die Ruhe einer eingespielten Mannschaft. Andererseits arbeitet der Verein weiter an gezielten Ergänzungen. Sportdirektor Christian Weber hat früh wichtige Dinge angeschoben. Mit Noah Darvich, Francis Onyeka und Maurice Krattenmacher hat die SVE drei Offensivspieler verpflichtet, die alle noch sehr jung sind und dennoch in Deutschland zu den auffälligeren Talenten ihrer Jahrgänge zählen. Darvich und Onyeka sind 19 Jahre alt, Krattenmacher ist 20. Elversberg holt damit keine fertigen Bundesliga-Routiniers, sondern Spieler, die an der Kaiserlinde den nächsten Schritt machen sollen.

Genau darin liegt die Logik dieses Sommers. Wagner formulierte es mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten sehr offen. Die Verpflichtung eines gestandenen Bundesligaspielers sei für die SVE kaum darstellbar. „Das sind finanzielle Regale, die wir im Ansatz nicht einmal sehen. Da besteht keine Chance. Aber wir haben Toptalente aus dem oberen Regal, und diese zu entwickeln, ist eine sehr spannende Aufgabe“, sagt Wagner. Es ist ein Satz, der nüchtern klingt, aber viel über den Weg der SVE erzählt. Elversberg kann nicht so einkaufen wie andere Bundesligisten. Also muss der Verein früher erkennen, genauer auswählen, schneller integrieren und besser entwickeln.

Dass Wagner mit diesem Profil umgehen kann, hat er bereits bewiesen. In der vergangenen Saison wurde aus dem 22 Jahre alten Regionalligaspieler Younes Ebnoutalib ein Bundesligaspieler, der im Winter für acht Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt wechselt. Für ihn kam im Januar David Mokwa von der TSG Hoffenheim II. Mokwa hatte zunächst Startschwierigkeiten, kam dann aber in der Rückrunde auf sechs Tore. Solche Entwicklungen sind in Elversberg keine schönen Begleitgeschichten, sondern Teil des Modells. Wer dort ankommt, soll nicht verwaltet, sondern besser gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Verpflichtung von Noah Darvich besonders interessant. Der 19-Jährige kommt auf Leihbasis vom VfB Stuttgart und soll die Offensive verstärken. Darvich hat trotz seines jungen Alters bereits einen außergewöhnlichen Junioren-Lebenslauf. Er führte die deutsche U17-Nationalmannschaft als Kapitän 2023 zum Europameistertitel und im selben Jahr auch zum Weltmeistertitel. Insgesamt kommt er auf 43 Einsätze für deutsche Junioren-Nationalmannschaften, in denen er 15 Tore erzielte. Ausgebildet wurde er lange beim SC Freiburg, danach wechselte er zum FC Barcelona, bevor er im vergangenen Jahr nach Deutschland zum VfB Stuttgart zurückkehrte.

Bei der zweiten Mannschaft des VfB zeigte Darvich in der vergangenen Drittliga-Saison, warum er als besonderes Talent gilt. Zehn Treffer und sechs Vorlagen gelangen ihm. Ein Tor erzielte er per Distanzschuss gegen den 1. FC Saarbrücken. Für seine Leistungen wurde er als „Newcomer der Saison“ ausgezeichnet. In Elversberg soll er nun auf der Zehnerposition neue Impulse geben, zwischen den Linien Lösungen finden und das Offensivspiel variabler machen. Weber ordnet das sehr klar ein: „Noah bringt exzellente technische Anlagen mit und gilt auf der Zehnerposition zurecht als eines der vielversprechendsten Talente in Deutschland“, sagte der Sportdirektor. Und weiter: „Er versteht das Spiel, kann zwischen den Linien agieren und ist effizient im letzten Drittel. Mit diesen Attributen wird er unser Offensivspiel bereichern und wir sind überzeugt, dass er sich bei uns sehr gut entwickeln wird.“

Auch Darvich selbst wählte bei seiner Vorstellung Worte, die gut zur Elversberger Erzählung passen. Er freue sich auf einen Verein, der „trotz der rasanten Erfolge der letzten Jahre seine Bodenständigkeit und den familiären Charakter behalten“ habe. Sein Anspruch ist eindeutig: „Mein Ziel ist klar: Ich will mich hier beweisen und an einer erfolgreichen Saison für den Verein mitwirken.“ Für die SVE ist diese Leihe mehr als nur eine Ergänzung. Sie steht beispielhaft für den Versuch, Bundesligaqualität nicht über fertige Namen, sondern über Entwicklungspotenzial zu erzeugen.

Mein Ziel ist klar: Ich will mich hier beweisen und an einer erfolgreichen Saison für den Verein mitwirken.

Noah Darvich

Ähnlich ist es bei Francis Onyeka und Maurice Krattenmacher. Onyeka kommt von Bayer Leverkusen, Krattenmacher vom FC Bayern. Beide stehen für denselben Gedanken: Elversberg setzt auf hohe Begabung, Tempo in der Entwicklung und die Hoffnung, dass die eigene Struktur diesen Spielern genau jenen Raum gibt, den sie für ihren nächsten Schritt brauchen. Weber zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf der Transferperiode entsprechend zufrieden. „Bislang bin ich sehr zufrieden. Es war ein guter Start in die Transferperiode, und wir konnten bereits vieles von dem umsetzen, woran wir frühzeitig gearbeitet hatten. Unsere Neuzugänge werden die Qualität im Kader definitiv erhöhen und uns zusätzliche Flexibilität geben“, sagt er.

Dabei hilft der SVE, dass sie nicht an allen Stellen gleichzeitig suchen muss. Eine der wichtigsten Personalentscheidungen gelang dem Verein noch vor dem Trainingsauftakt: Lasse Günther verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2030. Der Linksverteidiger war erst im vergangenen Sommer aus Augsburg gekommen und wurde in der abgelaufenen Zweitliga-Saison schnell zum Stammspieler. Mit seinen Defensivqualitäten und seinen offensiven Akzenten entwickelte er sich zu einem der auffälligeren Außenverteidiger der Liga. Acht Tore bereitete Günther vor. Dass andere Vereine aufmerksam wurden, war folgerichtig. Nach Gerüchten und Medienberichten soll er bereits mit Werder Bremen einig gewesen sein.

Für die SVE ist diese Verlängerung deshalb ein starkes Signal. Sie zeigt, dass Elversberg nicht nur Spieler entwickelt, sondern in einzelnen Fällen auch halten kann – selbst dann, wenn größere Vereine anklopfen. Weber sprach von einer Entscheidung mit großer Tragweite: „Die Verlängerung mit Lasse ist für uns von elementarer Bedeutung. Er hat sich extrem gut entwickelt und ist mittlerweile auf dem Radar deutlich größerer Vereine gelandet. Dementsprechend wichtig war es für uns als Verein, Klarheit zu schaffen und auch das Commitment des Spielers für eine weitere Zusammenarbeit zu bekommen“, sagte der Sportdirektor.

Diese Klarheit ist in einem Sommer wie diesem wertvoll. Sie nimmt Druck aus einer Position, sie stärkt das Signal nach innen und außen, und sie unterstreicht, dass Elversberg die Bundesliga nicht nur als kurzfristiges Abenteuer verstehen will. Günther bis 2030 zu binden, ist ein Bekenntnis. Vom Verein zum Spieler, aber auch vom Spieler zum Verein. Gerade in einer Phase, in der die SVE für viele Akteure plötzlich Bühne und Sprungbrett zugleich ist, besitzt ein solcher Schritt Gewicht.

Elversberg besteht nicht nur aus dem abstrakten Begriff Bundesliga-Neuling. Der Verein besteht aus Spielern, die den Weg geprägt haben, und aus Spielern, die neu dazukommen, weil dieser Weg inzwischen eine große Bühne bietet. Aus Schnellbacher und Darvich, aus Günther und Krattenmacher, aus Onyeka und Mokwa, aus Pfeiffer und den nächsten Spielern, die noch kommen sollen. Es geht um Rollen, nicht nur um Namen. Um die Frage, wer in der Bundesliga sofort helfen kann, wer Zeit braucht, wer wachsen muss und wer die Gruppe zusammenhält, wenn die Gegner größer, die Stadien voller und die Fehler teurer werden.

Wagner zeigte sich nach der ersten Einheit zufrieden. Im Vergleich zum Vorjahr sei die personelle Lage deutlich besser. Damals war Elversberg nach seinen Angaben mit 14 Feldspielern gestartet. Diesmal standen 25 Profis auf dem Platz. Allein diese Zahl zeigt, wie anders dieser Sommer beginnt. Nicht sorgenfrei, aber geordneter. Nicht fertig, aber stabil. Nicht satt, sondern vorbereitet auf das, was noch kommt.

Und es kommt in den nächsten Wochen einiges. Am 4. Juli steht das erste Testspiel gegen den FC Gießen an, der in der Hessenliga spielt. Eine Woche später wartet mit dem FC Thun ein deutlich prominenterer Gegner. Die Mannschaft aus dem Berner Oberland gewann in der vergangenen Saison als Aufsteiger die Meisterschaft der Schweizer Super League. Am 17. Juli testet die SVE gegen Drittligist Viktoria Köln, anschließend geht es ins Trainingslager in die Niederlande. Dort wartet am 25. Juli mit NEC Nijmegen ein weiterer anspruchsvoller Gegner. Die Niederländer beendeten die Saison in der Eredivisie auf Rang drei und spielen in der kommenden Saison in der Qualifikation zur Uefa Champions League.

Auch die Saisoneröffnung in der heimischen URSAPHARM-Arena fügt sich in diese neue Größenordnung ein. Am 15. August um 15.30 Uhr empfängt Elversberg den FC Lorient. Der französische Erstligist beendete die vergangene Saison in der Ligue 1 auf Rang zehn – ebenfalls als Aufsteiger aus der zweiten Liga. Danach folgt am Samstag 22.08. um 15.30 Uhr die erste Runde des DFB-Pokals, mit dem Spiel der SVE gegen den MSV Duisburg, bevor am Wochenende vom 28. bis 30. August die Bundesliga-Saison beginnt.

Bis dahin wird viel über Kaderplätze, Rollen und mögliche Neuzugänge gesprochen werden. Über die Frage, ob noch ein Stürmer kommt. Ob in der Abwehr zusätzliche Bundesliga-Stabilität nötig ist. Wer im Mittelfeld die Balance hält. Wie schnell Darvich, Onyeka und Krattenmacher in Wagners Abläufe finden. Wie Günther seine starke Entwicklung eine Liga höher fortsetzt. Wie Schnellbacher und Pfeiffer ihre Rolle interpretieren. Und wie die SVE das schafft, was in dieser Saison zur eigentlichen Aufgabe wird: sich treu zu bleiben, ohne naiv zu sein.

Der Trainingsauftakt in St. Ingbert war deshalb mehr als der erste Arbeitstag nach der Sommerpause. Er war ein Bild für die Lage des Vereins. Vor den Spielern steht eine Saison, die größer ist als alles, was Elversberg bisher erlebt hat. Um den Platz herum standen rund 1000 Menschen, die spüren wollten, wie sich dieses neue Kapitel anfühlt. Auf dem Rasen stand eine Mannschaft, die nicht komplett neu gebaut werden muss, aber weiter ergänzt wird. Und an der Seitenlinie stand ein Trainer, der seine Idee nicht kleiner machen will, nur weil die Gegner größer werden.

Die SVE geht mit erstaunlicher Ruhe in ihr größtes Abenteuer. Diese Ruhe ist kein Selbstläufer, sondern Ergebnis der vergangenen Jahre: einer klaren Spielidee, guter Entwicklung, kluger Personalentscheidungen und einer Mannschaft, die den Aufstieg nicht als Endpunkt begreift. Der Applaus in St. Ingbert war dafür der passende Auftakt. Er klang nach Freude, nach Stolz, aber auch nach Erwartung. Bundesliga in Elversberg – es fühlt sich noch immer ein wenig unwirklich an. Doch seit diesem ersten Trainingstag hat die Vorbereitung darauf begonnen.

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