Nach drei Siegen zum Start hat der 1. FC Saarbrücken TT zweimal hintereinander verloren. Das 0:3 in Ochsenhausen entstand allerdings unter besonderen personellen Umständen. Gegen den TSV Bad Königshofen stehen Patrick Franziska und Hugo Calderano zur Verfügung – und Teammanager Nicolas Barrois formuliert vor der längeren Ligapause ein klares Ziel.
Das Ergebnis war deutlich, die Besetzung ungewöhnlich: Als der 1. FC Saarbrücken TT am Sonntag bei den TTF Liebherr Ochsenhausen antrat, standen Albert Vilardell, Danilo Faso und Samuel Arpas für den Deutschen Meister an den Tischen. Vilardell ist 24 Jahre alt, Arpas 19, Faso erst 15. Noch nie hatte Saarbrücken in der Tischtennis-Bundesliga eine jüngere Mannschaft aufgestellt. Die drei hielten gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter phasenweise mit, am Ende stand dennoch ein 0:3. Es war die zweite Niederlage hintereinander für den FCS. Vor dem Heimspiel am Freitag gegen den TSV Bad Königshofen geht es deshalb um mehr als zwei Punkte: Saarbrücken will mit seiner stärksten Besetzung wieder einen Sieg einfahren.
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Wir haben jetzt zweimal in Folge verloren. Gegen Bremen war das unglücklich, und nach Ochsenhausen sind wir nicht als Favorit gereist. Aber das ist für uns natürlich nicht der Anspruch.
– Teammanager Nicolas Barrois
„Wir haben jetzt zweimal in Folge verloren. Gegen Bremen war das unglücklich, und nach Ochsenhausen sind wir nicht als Favorit gereist. Aber das ist für uns natürlich nicht der Anspruch“, sagt Teammanager Nicolas Barrois. Saarbrücken hatte die Saison mit drei Siegen gegen Dortmund, Mühlhausen und Bad Homburg begonnen. Seitdem kam in der Liga kein weiterer Erfolg hinzu. Die Ausgangslage für die beiden verlorenen Begegnungen war allerdings jeweils eine andere.
Beim 1:3 zu Hause gegen Werder Bremen Anfang September war Patrick Franziska dabei und holte mit einem glatten Erfolg über Kirill Gerassimenko den einzigen Saarbrücker Punkt. Alvaro Robles verlor sein Einzel gegen Irvin Bertrand in vier Sätzen; der letzte ging mit 13:15 an den Bremer. Eduard Ionescu brachte Gerassimenko anschließend über fünf Sätze an den Rand einer Niederlage, musste aber ebenfalls gratulieren. Bremen war an diesem Abend besser, die Partie bot dem FCS jedoch mehrfach die Gelegenheit, das Ergebnis enger zu gestalten. In Ochsenhausen fehlten die erfahrenen Kräfte fast vollständig. Beide Niederlagen zählen in der Tabelle gleich, für die Bewertung der Saarbrücker Möglichkeiten erzählen sie unterschiedliche Geschichten.
Gerade das Auftakteinzel in Ochsenhausen hätte der Partie eine andere Richtung geben können. Faso gewann gegen Daniel Berzosa die ersten beiden Sätze mit jeweils 11:8. Der Spanier arbeitete sich zurück und entschied den fünften Durchgang mit 14:12 für sich. Anschließend gewann Vilardell gegen Tiago Abiodun den ersten Satz, verlor dann jedoch den zweiten mit 11:6, den dritten mit 10:12 und den vierten mit 11:13. Arpas musste sich Iulian Chirita in drei Sätzen geschlagen geben. Saarbrücken holte keinen der drei Einzelpunkte, war aber vor allem in den ersten beiden Begegnungen näher dran, als das Mannschaftsergebnis vermuten lässt. Das macht das 0:3 nicht zu einem Erfolg. Es zeigt, dass die jungen Spieler ihre Chance gegen einen Gegner nutzten, der nach fünf Spieltagen noch ohne Niederlage dastand.
Für Freitag zeichnet Barrois nun ein anderes Bild. „Wir sind morgen zum ersten Mal komplett. Patrick ist dabei, Hugo ist dabei“, sagt er. Erstmals soll Hugo Calderano im Saarbrücker Trikot vor eigenem Publikum spielen. Bei den bisherigen beiden Heimspielen war der Brasilianer eingeplant gewesen, ein Einsatz hatte kurzfristig jedoch nicht funktioniert. Dass er für den FCS in der Bundesliga bereits ein Unterschiedsspieler sein kann, zeigte er auswärts in Bad Homburg: Dort gewann er beide Einzel. Gegen Benno Oehme brauchte er drei Sätze, gegen Csaba Andras drehte er einen Rückstand von 0:2 Sätzen und sicherte damit den 3:1-Erfolg seiner Mannschaft.
Die Heimpremiere hat über die reine Aufstellungsfrage hinaus Gewicht. Calderano, der zuvor jahrelang für Ochsenhausen spielte, ist eine der prägenden Personalien des Saarbrücker Umbruchs nach der Triple-Saison. Fan Zhendong verließ den FCS nach dem Gewinn von Pokal, Champions League und Deutscher Meisterschaft in Richtung Düsseldorf. Mit Calderano kam erneut ein Spieler, der an der Spitze der internationalen Konkurrenz bestehen kann. Bislang kannten ihn die Saarbrücker Zuschauer in einem Ligaspiel vor allem als Gegner. Am Freitag können sie ihn zum ersten Mal in ihrer eigenen Mannschaft erleben. Neben ihm steht mit Franziska der Spieler bereit, der auch bei der Niederlage gegen Bremen zuverlässig punktete.
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Wir wollen morgen unserer Favoritenrolle gerecht werden und Bad Königshofen schlagen.
– Teammanager Nicolas Barrois
Für Barrois ist die personelle Lage ein Grund, den Maßstab für das Spiel deutlich zu setzen. „Wir wollen morgen unserer Favoritenrolle gerecht werden und Bad Königshofen schlagen.“ Das klingt angesichts der Tabelle plausibel: Saarbrücken steht nach fünf Spielen bei 6:4 Punkten, die Gäste haben erst einen Sieg und ein Punktekonto von 2:8. Doch gerade die vergangenen Wochen liefern für beide Mannschaften genügend Beispiele dafür, wie wenig sich ein Abend allein aus den Namen auf dem Spielberichtsbogen ableiten lässt. Saarbrücken verlor mit Franziska gegen Bremen. Eine Mannschaft aus drei jungen Spielern bot Ochsenhausen zumindest in einzelnen Sätzen erheblichen Widerstand. Bad Königshofen wiederum hat zuletzt trotz einer weiteren Niederlage gezeigt, wo seine Gefahren liegen.
Am Montag verloren die Unterfranken beim TTC Zugbrücke Grenzau mit 2:3. Bastian Steger besiegte Maciej Kubik mit 3:0, Andre Bertelsmeier setzte sich gegen Martin Allegro ebenfalls ohne Satzverlust durch. Für einen Mannschaftssieg reichte das nicht: Grenzaus Neuzugang Liam Pitchford gewann seine beiden Einzel, und das abschließende Doppel ging erst im fünften Satz mit 12:10 an Kubik und Allegro. So knapp kann der Abstand zwischen einem zweiten Saisonerfolg und der vierten Niederlage sein. Wer nur das 2:8 auf dem Punktekonto der Gäste liest, bekommt von diesem Abend wenig mit.
Barrois spricht deshalb ausdrücklich über die Qualität des Gegners. „Bad Königshofen hat eine sehr unberechenbare Mannschaft. Da sind Spieler dabei, die wirklich sehr, sehr gute Spiele machen können.“ Vor allem zwei Namen hat er im Blick: „Bastian Steger ist ein ehemaliger Saarbrücker Spieler. Andre Bertelsmeier ist ein ganz junger deutscher Spieler, der mehr und mehr kommt und immer bessere Resultate erzielt.“ Beide haben in Grenzau ihre Einzel klar gewonnen. Zugleich ist der TSV mehr als dieses Duo: Daniel Habesohn, Cheng-Ting Liao und Filip Zeljko gehören ebenfalls zum Kader. Welche drei Spieler tatsächlich antreten und in welcher Reihenfolge sie aufeinandertreffen, wird erst die Aufstellung zeigen.
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Bad Königshofen hat eine sehr unberechenbare Mannschaft. Da sind Spieler dabei, die wirklich sehr, sehr gute Spiele machen können.
– Teammanager Nicolas Barrois
Wie schwer Bad Königshofen mit einer passenden Konstellation zu bespielen ist, war bereits Ende August in Mühlhausen zu sehen. Dort holte der TSV beim 3:1 seinen bislang einzigen Ligasieg. Steger gewann gegen Marcos Freitas und drehte später ein Einzel gegen Kay Stumper, in dem er bereits mit 0:2 Sätzen zurückgelegen hatte. Habesohn steuerte den dritten Punkt bei. Bertelsmeier verlor an diesem Abend sein Match gegen Stumper. Auch dieser Erfolg hing also nicht an drei gleichzeitig gewonnenen Einzelbegegnungen dreier vermeintlich gesetzter Kräfte. Ein Spieler kann verlieren, ein anderer zweimal punkten, und plötzlich verschiebt sich die gesamte Rechnung eines Mannschaftskampfs. Für Saarbrücken wird es darauf ankommen, die Überlegenheit auf dem Papier in den tatsächlichen Duellen zu bestätigen.
Die jüngste Niederlage in Grenzau hat Bad Königshofen derweil weiter unter Druck gesetzt. Nach dem Erfolg in Mühlhausen folgte zunächst ein 0:3 gegen Ochsenhausen, dann das knappe 2:3 am Montag. Ein Auswärtssieg beim Titelverteidiger wäre für den TSV eine deutliche Antwort auf den schwachen Punktestand. Für den FCS ist die Lage anders, aber ebenfalls nicht beliebig: Mit drei Siegen aus fünf Spielen befindet sich Saarbrücken in Reichweite der Plätze, die am Saisonende für die Playoffs entscheidend sind. Nach zwei Niederlagen nacheinander soll diese Position nicht weiter an Boden verlieren.
„Wir wollen natürlich gewinnen, um uns unter den besten vier festzusetzen und weiter eine gute Rolle im Kampf um die Playoffs zu spielen“, sagt Barrois. Die Begegnung ist erst der sechste Spieltag. Niemand qualifiziert sich im September für die Endrunde. Dennoch verändern gerade die Spiele gegen Teams aus der unteren Tabellenregion die Ausgangslage für die Monate, in denen direkte Duelle mit den Konkurrenten anstehen. Saarbrücken hat sich im Vorjahr den Meistertitel geholt und muss sich in einer neu formierten Mannschaft wieder eine verlässliche Ligabilanz erarbeiten. Die ersten drei Siege zeigten das Potenzial, die folgenden beiden Spiele die Abhängigkeit von engen Einzelentscheidungen und verfügbaren Spielern.
Nach dem Freitagabend verschwindet der FCS für eine Weile aus dem Ligaspielplan. Internationale Turniere und die Europameisterschaft unterbrechen den Rhythmus; das nächste TTBL-Spiel der Saarbrücker ist erst für den 8. November in Grünwettersbach angesetzt. Danach folgen noch im November die Heimspiele gegen Grenzau und Düsseldorf, im Dezember die Begegnungen mit Bergneustadt und Fulda. Fünf Ligapartien bleiben dem FCS in diesen beiden Monaten, bevor die Hinrunde endet. Ein Erfolg gegen Bad Königshofen würde die Pause mit einer Bilanz von vier Siegen und zwei Niederlagen beginnen lassen. Eine weitere Niederlage ließe die Fragen nach der Konstanz über Wochen stehen.
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Für unser Selbstvertrauen wäre es wichtig, mit einem Sieg in diese längere Pause zu gehen.
– Teammanager Nicolas Barrois
„Für unser Selbstvertrauen wäre es wichtig, mit einem Sieg in diese längere Pause zu gehen“, sagt Barrois. „Im November und Dezember stehen dann noch fünf Spiele an. Da wollen wir alles geben, um unsere Position zu festigen.“ Zunächst zählt das Heimspiel am Freitag um 19 Uhr. Calderano soll endlich vor den Saarbrücker Zuschauern antreten, Franziska ist dabei, und Barrois benennt die Favoritenrolle offen. Bad Königshofen bringt mit Steger und Bertelsmeier Spieler mit, die gerade erst in Grenzau ihre Einzel ohne Satzverlust gewannen. Die Voraussetzungen sind klarer als zuletzt in Ochsenhausen. Ob Saarbrücken sie nutzt, entscheidet sich erst an den Tischen.
