Der DFB-Pokal beginnt!

Die SV Elversberg trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den SSV Ulm. Mit den Ulmern verbindet die SVE eine umkämpfte Vergangenheit.
Für den Fußball-Zweitligisten SV Elversberg geht es in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals gegen einen alten Bekannten. Wie die Auslosung im Fußball-Museum in Dortmund ergab, trifft die SVE auf den Zweitliga-Absteiger SSV Ulm. „Sicherlich eins der schwierigsten Lose“, sagte Sportvorstand Ole Book damals direkt nach der Auslosung. „Gegen die spielen wir nicht so gerne“, meinte Stürmer Luca Schnellbacher. Und Rechtsaußen Manuel Feil sagte: „Viel schwieriger hätte es nicht kommen können. Gegen Ulm waren es immer Spiele, in denen wir uns schwer getan haben.“ In Ulm hat die SVE bisher nur einmal gewinnen können: 2019 (2:1).
Seitdem setzte es hier und da empfindliche Niederlagen gegen die Spatzen. In der vergangenen Zweitliga-Saison konnte die SVE gegen die Ulmer nicht gewinnen, auch in der Regionalliga lieferten sich beide Vereine qualitativ hochwertige Duelle. Nicht ohne Grund marschierten beide Teams – zuerst die SVE, dann die Ulmer – nach ihren Aufstiegen in die dritte Liga sofort durch in die zweite. Während die SVE nun schon im dritten Jahr zweitklassig spielt, ging es für die Ulmer nach nur einem Jahr wieder nach unten. Und das brachte einen großen Umbruch mit sich. Aufstiegscoach Thomas Wörle musste während der Saison schon gehen, Robert Lechleiter konnte den Abstieg nicht verhindern, genießt aber dennoch das Vertrauen der Vereinsverantwortlichen. Allein die Zahl von 15 Abgängen macht deutlich, wie sehr sich das sportliche Erscheinungsbild der Mannschaft in der Saison 2025/2026 verändert hat. Was aber noch wichtiger ist: Unter diesen Spielern befanden sich viele Leistungsträger, die maßgeblichen Anteil daran hatten, dass der SSV bis zum 33. Spieltag eine realistische Chance auf den Zweitliga-Verbleib hatte. Den Abgängen stehen nun 12 Zugänge gegenüber. Beim Zweitliga-Absteiger SSV Ulm 1846 Fußball sind nur wenige etablierte Spieler übrig geblieben, und so wurde der Konkurrenzkampf in allen Mannschaftsteilen neu entfacht. „Es werden enge Entscheidungen“, sagt Trainer Robert Lechleiter. Auf einigen Positionen im favorisierten 3-4-1-2-System erscheint die Situation klar, auf anderen geht es eng zu. Besonders bitter: Gleich am ersten Spieltag, der bei Wehen Wiesbaden mit 1:3 verloren wurde, verletzte sich das Ulmer-Urgestein und Kapitän Johannes Reichert folgenschwer am rechten Knie. Die Mitteilung des SSV Ulm 1846 Fußball liest sich auf den ersten Blick positiv: „Kapitän Johannes Reichert wurde am Montag erfolgreich am rechten Knie operiert“, heißt es darin. Die Ärzte seien mit dem Eingriff zufrieden. So weit, so gut. Dann allerdings kommt ein folgenschwerer Zusatz, denn die Knieverletzung des Ulmer Urgesteins ist letztlich doch schwerer als zunächst vermutet wurde. Außer dem Kreuzband haben auch der Menikus und der Knorpel Schäden abbekommen. „Nach aktuellem Stand ist davon auszugehen, dass Jo Reichert in der aktuellen Saison nicht mehr für den SSV Ulm 1846 Fußball zum Einsatz kommen wird“, schreiben die Spatzen in ihrer Mitteilung. Als Reaktion verpflichteten die Ulmer die Mannheim-Legende Marcel Seegert, der dort aufs Abstellgleis geraten ist. Auf die SVE wartet also eine runderneuerte Ulmer Mannschaft, die mit den vergangenen Jahren eher weniger zu tun hat. Nach der Niederlage in Wiesbaden erkämpfte sich der SSV einen Sieg zu Hause gegen Erzgebirge Aue und kommt dementsprechend mit etwas aufgefrischtem Selbstvertrauen in den DFB-Pokal.
Bei der SV Elversberg hingegen hat das Selbstvertrauen trotz der Niederlage in Bochum keinen Knacks bekommen – im Gegenteil. Fast 90 Minuten in Unterzahl verlor die SVE ihr Spiel zwar mit 0:2, völlig chancenlos war sie dabei jedoch nicht. Trainer Vincent Wagner stellte heraus, dass das Spiel trotz Unterzahl sehr lange offen gestaltet wurde und vor allem in der ersten Halbzeit noch mutig mit dem Ball agiert wurde. Inwieweit Wagner im DFB-Pokal etwas ändern wird, bleibt offen. Eine Rotation in dieser frühen Phase der Saison, in der sich eine Mannschaft noch finden muss, ist ausgeschlossen. Im Sturmzentrum muss Wagner jedoch reagieren, da nun mit Luca Schnellbacher der nächste nominelle Stürmer ausfällt.
Der SSV Ulm ist also in der ersten Runde des DFB-Pokals ein alter Bekannter, irgendwie aber doch nicht. Und auch bei der SVE ist vieles neu seit den letzten Duellen. Ein schwieriges Los ist es dennoch und Vincent Wagner und seine Mannschaft haben eine schwere Aufgabe vor der Brust. Die Qualität diese erfolgreich zu lösen ist jedoch da – die Entscheidung fällt am kommenden Sonntag.