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Die SVE empfängt Hertha BSC: Die Liga biegt in entscheidende Wochen ein

Die laufende Saison liefert weiterhin einen spannenden Kopf an Kopf Kampf um die Tabellenspitze. Nach dem emotionalen Derby-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern steht für die SV Elversberg am Samstagmittag bereits das nächste Spiel mit besonderem Gewicht an. Mit Hertha BSC kommt ein Traditionsklub an die Kaiserlinde, der sportlich unter Druck steht, individuell enorme Qualität mitbringt und für den Partien gegen die SVE zuletzt immer richtungsweisend waren.

Der Spielplan meint es derzeit ernst mit der SV Elversberg. Kaum ist der Jubel über den Derby-Erfolg auf dem Betzenberg verklungen, steht in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde bereits das nächste Duell mit besonderem Gewicht an. Mit Hertha BSC kommt ein Klub ins Saarland, der vor der Saison von vielen als klarer Aufstiegskandidat eingeordnet wurde. Dass die Berliner aktuell „nur“ als Siebter in der Verfolgergruppe stehen, ändert wenig an der grundsätzlichen Qualität, die am Samstagmittag in der URSAPHARM-Arena auf dem Platz stehen wird. Oder, wie SVE-Trainer Vincent Wagner es formuliert: „Hertha BSC wurde vor der Saison von vielen Experten als absoluter Aufstiegsfavorit gewertet – und das zurecht.“

Wagner weiß, wovon er spricht. Die Hertha hat nach anfänglichen Schwierigkeiten im Herbst den erwarteten Anschluss an die Spitzengruppe hergestellt, zuletzt allerdings fünf Mal in Folge remis gespielt. Eine Serie, die sich je nach Blickwinkel unterschiedlich lesen lässt. „Manche sagen, dass sie sechs Mal in Folge nicht gewonnen haben – aber sie haben auch fünf Spiele nicht mehr verloren“, ordnet Wagner ein. Für die SV Elversberg leitet sich daraus eine klare Konsequenz ab: „Wir werden eine Top-Performance brauchen, und das nötige Quäntchen Glück, um das Spiel zu gewinnen. Wir arbeiten darauf hin, dass das Glück nicht ganz so groß sein muss.“

Gerade der Vergleich mit dem vergangenen Heimspiel ist dabei bezeichnend. „Es wird eine genauso schwere Aufgabe wie gegen den VfL Bochum, vielleicht sogar noch etwas schwerer, weil die Offensivreihe von Berlin einfach noch stärker ist“, sagt Wagner – und setzt dennoch auf den Faktor Kaiserlinde: „Dadurch, dass es unser Heimspiel ist, sind wir noch mal mehr zuversichtlich. Es wird sicherlich spannend.“ Eine Einschätzung, die auch zur bisherigen Saison der Elversberger passt: stabil, klar im eigenen Spiel, selten beeindruckt vom Namen des Gegners.

Es wird eine genauso schwere Aufgabe wie gegen den VfL Bochum, vielleicht sogar noch etwas schwerer, weil die Offensivreihe von Berlin einfach noch stärker ist

SVE-Trainer Vincent Wagner

Personell muss Wagner am Samstag allerdings Abstriche machen. Lasse Günther fehlt weiterhin mit muskulären Problemen, Daniel Pantschenko krankheitsbedingt. Besonders aufmerksam verfolgt wird zudem die Situation um Immanuël Pherai. Der 24-Jährige kam erst vor wenigen Tagen leihweise vom Hamburger SV nach Elversberg, soll der Offensive neue Impulse geben – laboriert derzeit aber noch an Wadenproblemen aus seinem letzten Einsatz für den HSV. Pherai ist da, aber vorerst Zuschauer. Die Erwartungshaltung bleibt dennoch groß: Seine Spielfreude, seine Dynamik zwischen den Linien, seine Torgefahr – all das sind Qualitäten, die mittelfristig genau in das Profil passen, das sich die SVE von dieser Leihe verspricht.

Dem gegenüber steht der Abschied von Otto Stange. Der 18-Jährige kehrte vorzeitig zum Hamburger SV zurück, nachdem er in zwölf Pflichtspielen für die SVE auf drei Tore kam und vor allem als Einwechselspieler Akzente setzte. Sportvorstand Ole Book sprach von einer Konstellation, „von der alle Seiten kurz-, mittel- und langfristig profitieren können“. Für das Spiel gegen Hertha ist das zunächst eine Randnotiz, ordnet sich aber ein in die Dynamik dieses Kaders, der sich auch während der Saison weiterentwickelt – und Veränderungen auffängt.

Für Hertha BSC wiederum ist die Reise ins Saarland mehr als ein gewöhnliches Auswärtsspiel. Unter Trainer Stefan Leitl hatten Partien gegen die SV Elversberg bislang immer einen richtungsweisenden Charakter. Im Februar des vergangenen Jahres war es ein 0:4-Rückstand zur Pause an der Kaiserlinde, der Leitl zu einer grundlegenden Systemumstellung zwang – weg von der Vierer-, hin zur Fünferkette. Eine Zäsur, die der Mannschaft damals Stabilität gab und den Grundstein für eine ruhigere Rückrunde legte.

Auch in der laufenden Saison taucht Elversberg immer wieder als Wendepunkt im Berliner Kalender auf. Auf eine schwache 0:2-Niederlage in der Liga folgte ein 3:0 in Hannover, der Sieg im Pokal gegen die SVE im Herbst wurde zur Initialzündung für eine Serie von fünf Pflichtspielsiegen. Nun steht erneut ein Spiel an, das den Kurs bestimmen kann. Mit einem Sieg bliebe Hertha im Dunstkreis der Tabellenspitze, mit einem weiteren Remis – es wäre das sechste in Folge – oder gar einer Niederlage würde der Abstand nach oben weiter anwachsen.

Der Druck ist selbstgemacht, und Leitl spart nicht mit klaren Worten. Nach den jüngsten Unentschieden, jeweils nach 2:0-Führungen, sagte er offen: „Mich kotzen solche Spiele schon an, da werde ich wütend.“ Der Aufwand sei hoch, der Ertrag zu gering. In der Analyse habe man deshalb „die Sinne dafür geschärft, wie wichtig es ist, das dritte oder vierte Tor nachzulegen, um vielleicht Ruhe in das Spiel reinzubekommen“.

Zusätzliche Optionen soll Neuzugang Josip Brekalo bringen. Der Kroate kam am letzten Tag des Transferfensters und verleiht der Offensive mehr Flexibilität. Leitl beschreibt ihn als Spieler, den man „sehr dringend benötigt“, weil er auf beiden Seiten, als klassischer Außenspieler, eingerückt oder auch auf der Zehnerposition einsetzbar ist. Brekalo ist für Samstag eine Option, ebenso wie Rückkehrer Zeefuik nach abgesessener Gelbsperre. Definitiv fehlen wird der gesperrte Kownacki, zudem weiterhin der verletzte Kennet Eichhorn. Auch die Vorbereitung verlief nicht ideal: „Wir haben heute die gesamte Einheit in die Tonne gestampft, weil nichts möglich ist“, klagte Leitl über die eisigen Trainingsbedingungen in dieser Woche.

Sportlich treffen am Samstag zwei Teams aufeinander, deren Zahlen eine klare Sprache sprechen. Die SV Elversberg stellt mit 37 Treffern die beste Offensive der Liga, dazu eine der stabilsten Defensiven. „Sie lassen sich wenig irritieren, spielen ihr Spiel und nutzen die Möglichkeiten, die sich ergeben“, sagt Leitl anerkennend. Dass seine Mannschaft in Elversberg auf Platz zwei der Tabelle trifft, sei folgerichtig: „Deswegen stehen sie absolut zurecht da oben.“

Sie lassen sich wenig irritieren, spielen ihr Spiel und nutzen die Möglichkeiten, die sich ergeben

BSC-Trainer Stefan Leitl

Für die SV Elversberg bleibt der Fokus dennoch klar. Heimspiel, großer Name, entscheidende Wochen. Kein Spektakel um jeden Preis, sondern die gewohnte Mischung aus Mut, Struktur und Geduld. Gegen einen Gegner, der unter Druck steht – und für den Spiele gegen Elversberg zuletzt immer eine Richtung vorgegeben haben. Welche es diesmal wird, entscheidet sich am Samstagmittag.

Abseits des Rasens bekommt der Spieltag in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde eine zusätzliche, sehr ernste Dimension. Rund um die Partie wird am Samstag eine DKMS-Registrierungsaktion durchgeführt. Von 10 bis 13 Uhr sowie nach Abpfiff am Fanshop können sich Zuschauer als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Anlass ist die Erkrankung des fünf Monate alten Felix aus Furpach, der aufgrund eines seltenen Immundefekts dringend auf eine Spende angewiesen ist.

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