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Eisschwimm‑EM in Molveno: Eine Woche zwischen Eiswasser und Familienglück

Molveno zeigte sich zum EM‑Start im Eisschwimmen (3. bis 7. Februar 2026) winterlich: Schnee am Beckenrand, klare Bergluft, 1,5 Grad Wassertemperatur. Die Bedingungen ließen sofort erahnen, was diese Woche von Andreas Waschburger abverlangen würde. Für ihn begann damit eine EM, die sportlich und privat einen besonderen Platz bekommen sollte. Erstmals startete Waschi dabei im Nationalkader des Deutschen Schwimm‑Verbands (DSV), der das Eisschwimmen im vergangenen Jahr offiziell als Fachsparte aufgenommen hat.

Der Donnerstag brachte die 500 Meter, sein erster Gang ins eiskalte Wasser. Die Strecke kennt er gut: 2024 wurde er hier Europameister, 2025 Weltmeister. Und doch war diesmal vieles anders. Hinter ihm lagen Tage, in denen Schlaf eher ein Zufallsprodukt war — Krankenhaus, Geburt, Heimkommen, Ankommen. Dazu der Versuch, als Familie einen Rhythmus zu finden.

Er gewann die 500 Meter in 5:43,50 Minuten und verteidigte damit seinen EM‑Titel. Für ihn hatte dieser Sieg vor allem deshalb Gewicht, weil er direkt an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpft und zeigt, dass er die Strecke trotz der besonderen Situation stabil abrufen kann.

Am nächsten Tag folgten die 250 Meter. Eine kurze Strecke, die ihm naturgemäß weniger liegt, aber die er gerne offensiv angeht. Bei 1,39 Grad Wassertemperatur schwamm er in 2:44,72 Minuten auf Platz zwei, 1,72 Sekunden hinter dem Sieger. Silber war für ihn ein gutes Ergebnis — auch weil er über diese Distanz schon bei der WM 2025 Zweiter geworden war und wusste, wie sich ein schnelles Rennen auf dieser kurzen Strecke anfühlt.

Der Freitag gehörte der Königsdisziplin. 1.000 Meter im Eiswasser — die Strecke, die er liebt und gleichzeitig fürchtet. „Die Haut brennt, Hände und Füße sind komplett taub, der Atem will aussetzen und der Körper schreit Stopp.“ Es ist der Moment, in dem er sich auf das verlässt, was ihn seit Jahren trägt: ruhig bleiben, weiter schwimmen, nicht nachgeben. Zum dritten Mal in Folge gewann er diese Distanz. Nach seinem EM‑Sieg 2024 und dem WM‑Titel 2025 bestätigte er damit erneut seinen Status als King of the Ice.

Die Haut brennt, Hände und Füße sind komplett taub, der Atem will aussetzen und der Körper schreit Stopp.

Andreas Waschburger

Am Samstag stand die Staffel an. Gemeinsam mit Alisa Fatum, Kilian Graef und Marie‑Therese Bartl schwamm er mit der 4×250‑Meter‑Mixed‑Staffel für Deutschland in 12:00,30 Minuten auf Platz drei. Ein enges Rennen, das dem Team Bronze einbrachte und den letzten Wettkampftag mit einem positiven Ergebnis abschloss.

Doch die eigentliche Geschichte dieser EM spielte sich zwischen den Rennen ab. In den Tagen vor Molveno war lange unklar, ob er überhaupt starten würde. Die Geburt seiner Tochter Mila fiel genau in die Phase, in der andere Athleten ihre letzten Trainingsreize setzen. Bei ihm war es ein Wechsel aus Klinik, Zuhause, Müdigkeit und dem Versuch, als Familie einen Rhythmus zu finden. Dass er trotzdem viermal aufs Podium schwamm, ordnet er selbst nicht als Selbstverständlichkeit ein, sondern als etwas, das nur möglich war, weil seine Frau ihm in dieser Zeit den Rücken freigehalten hat. Mila war bei jedem Rennen in seinen Gedanken — nicht als Druck, sondern als leiser Begleiter.

Nach der Siegerehrung am Samstagabend war für ihn klar, was jetzt ansteht: Heimfahren, durchatmen, ankommen. Die EM war erfolgreich, aber sie war vor allem eines: besonders. Und jetzt beginnt eine Phase, auf die er sich mindestens genauso freut wie auf die nächsten Wettkämpfe — Zeit zu dritt.

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