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Elversberg empfängt Kaiserslautern: Derby mit besonderer Brisanz

Fünf Tage nach dem erfolgreichen Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals steht für die SV Elversberg das nächste große Highlight in der 2. Bundesliga bevor. Am Freitagabend, den 22. August, empfängt die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner den 1. FC Kaiserslautern an der heimischen Kaiserlinde. Anstoß des Südwest-Derbys ist um 18.30 Uhr in der URSAPHARM-Arena. Die Vorfreude auf dieses Flutlichtspiel könnte größer kaum sein – und zugleich ist allen Beteiligten bewusst, dass es eine sportlich extrem anspruchsvolle Aufgabe werden wird.

Kaiserslautern bringt eine ordentliche Physis mit. Ich denke, dass sie in bestimmten Wellen kommen werden – mit hoher Intensität, durch die sie uns unter Druck setzen wollen, aber auch ab und an mit Phasen, in denen sie sich in den Block zurückziehen. Sie werden sicherlich auch auf gewisse Umschaltmomente lauern

erklärte Wagner im Vorfeld. Der Respekt vor dem Nachbarn aus der Pfalz ist also da, doch ebenso groß ist das Vertrauen in die eigene Stärke: „Es wird am Freitag ordentlich was auf uns zurollen, aber auch wir haben Chancen.“

Das Derby zwischen den beiden Vereinen aus dem Südwesten lebt von seiner besonderen Stimmung. Auch diesmal wird die URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Während der FCK mit seinen reisefreudigen Fans einen stimmungsvollen Block stellen dürfte, setzt die SVE auf die bekannte Heimstärke und die Unterstützung ihrer Anhänger, die den kleinen, aber lauten Hexenkessel in Spiesen-Elversberg regelmäßig in ein schwer zu eroberndes Terrain verwandeln.

Für die Elversberger ist das Spiel mehr als nur ein prestigeträchtiges Nachbarschaftsduell. Es ist ein weiterer Prüfstein in einer Saison, die erneut zeigen soll, dass die Mannschaft auch in der Zweiten Bundesliga angekommen ist und dauerhaft bestehen kann. Nach dem knappen, aber verdienten Sieg im DFB-Pokal in Ulm herrscht Selbstvertrauen – und genau dieses Selbstvertrauen will das Team nun auch in die Liga übertragen. Wagner kann fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den gelb-rot gesperrten Jan Gyamerah stehen ihm dieselben Spieler wie zuletzt zur Verfügung. 

Für zusätzliche Brisanz sorgt die Rückkehr eines Spielers, der die jüngste Erfolgsgeschichte der SV Elversberg wie kaum ein anderer mitgeprägt hat: Semih Sahin. Der Mittelfeldmann wechselte im Sommer zum 1. FC Kaiserslautern. Zuvor hatte er von 2021 bis 2025 insgesamt 121 Pflichtspiele für die SVE bestritten und war dabei ein zentraler Leistungsträger. Er erlebte den Aufstieg von der Regionalliga bis in die Bundesliga-Relegation hautnah mit.

Sahin selbst blickt mit gemischten Gefühlen auf seine Rückkehr an die Kaiserlinde: „Ich habe immer noch Kontakt zu vielen in Elversberg. Das ist, glaube ich, auch normal, wenn man so eine erfolgreiche Zeit zusammen hatte. Aber ich suche nicht extra wegen dem Spiel am Freitag den Kontakt.“ Ein besonderer Abend wird es für ihn trotzdem.

Ich habe Elversberg viel zu verdanken. Klar ist es deswegen kein normales Spiel. Da sind die Emotionen nochmal ein bisschen höher. Aber ich versuche professionell zu bleiben und das Spiel als Profi zu sehen. Vor dem Spiel ist man Freunde, nach dem Spiel ist man Freunde, während des Spiels zählt nur das Ergebnis.

Im Relegations-Rückspiel, als er verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, sahen viele Beobachter diesen Moment als mitentscheidend für das knappe Scheitern der Elversberger an Heidenheim. Nun kehrt er mit neuen Farben zurück – doch die Erinnerung an seine Verdienste im SVE-Trikot bleibt.

Der FCK reist mit einem klaren Ziel nach Elversberg: Nach dem siebten Tabellenplatz in der Vorsaison soll in diesem Jahr der nächste Schritt gemacht werden, möglichst in Richtung obere Tabellenregion. Dafür wurde im Sommer kräftig investiert. Die Lautrer starteten mit einem Sieg und einer Niederlage in die neue Spielzeit und wollen mit aller Macht in die Erfolgsspur finden.

Das 7:0 im DFB-Pokal gegen Oberligist Stahnsdorf hat das Selbstvertrauen im Team gestärkt. Sahin selbst betonte nach der Partie: „Es gibt einfach Selbstvertrauen, wenn man mit 7:0 aus dem Spiel geht. Das dürfen wir gerne mitnehmen für die nächsten Partien, vor allem für Freitagabend. Das wird ein schwieriges Spiel, aber wir wollen das Selbstvertrauen mitnehmen, es einfach laufen lassen und dann schauen, was passiert.“

Trotz der klaren Ansage ist Kaiserslautern in Elversberg nicht automatisch Favorit. Zwar verfügen die Roten Teufel über viel Physis und individuelle Qualität, doch gerade in den jüngsten direkten Duellen taten sie sich gegen die SVE schwer. Seit dem 3:2-Sieg im August 2023 mit dem späten Traumtor von Robin Zimmer gelang den Lautrern kein weiterer Dreier mehr gegen Elversberg. Die SVE hat bewiesen, dass sie den großen Rivalen mehr als nur ärgern kann. In den vergangenen Aufeinandertreffen blieb man ungeschlagen, spielte mutig nach vorne und hielt defensiv stabil dagegen.

Auch wenn in der Offensive noch nicht alles an die Durchschlagskraft vergangener Jahre mit Spielern wie Asllani oder Damar heranreicht, unterstreichen die bisherigen Leistungsdaten die positive Entwicklung: Die Expected-Goals-Werte sprechen klar für die Elversberger, die damit zeigen, dass sie spielerisch oft näher am Erfolg sind als der FCK. Dass bislang die ganz große Ausbeute noch fehlt, ist für die Gastgeber eher Ansporn als Grund zur Sorge.

Der Schlüssel zum Erfolg dürfte erneut in einer mutigen Spielanlage liegen. Elversberg ist bekannt dafür, Spiele selbst gestalten zu wollen. Gegen Kaiserslautern bedeutet das: Drucksituationen überstehen, die Druckphasen des Gegners verteidigen – und dann selbst Akzente setzen. Wagner erwartet ein Wechselspiel aus hohen Phasen des Drucks und Momenten, in denen die Lautrer tiefer stehen. Diese Situationen gilt es geduldig, aber zielstrebig zu bespielen.

Die jüngsten Auftritte haben gezeigt, dass die SVE sich auch gegen physisch starke Gegner behaupten kann. Im Pokalspiel in Ulm etwa hielt die Defensive den späten Angriffen der Hausherren stand, während vorne Joker Felix Keidel den entscheidenden Moment nutzte. Diese Mischung aus Stabilität und Effizienz könnte auch gegen Kaiserslautern gefragt sein.

Alles deutet auf einen intensiven Fußballabend hin. Die SV Elversberg trifft auf einen Gegner, der hohe Ambitionen verfolgt und mit einem ehemaligen Publikumsliebling zurückkehrt. Doch die Gastgeber haben keinen Grund, sich zu verstecken. Sie haben gezeigt, dass sie den Pfälzern auf Augenhöhe begegnen können – und vielleicht sogar mehr. 

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