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Elversberg zurück im Olympiastadion – Pokalabend mit besonderem Reiz

Nur drei Tage nach dem Liga-Auftritt in Bielefeld steht für die SV Elversberg das nächste Pflichtspiel auf dem Programm – und eines mit besonderer Atmosphäre. Am heutigen Dienstagabend (18.30 Uhr) gastiert der Tabellendritte der 2. Bundesliga in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals bei Hertha BSC. Schauplatz ist das Berliner Olympiastadion, in dem die Saarländer Ende August bereits einen bemerkenswerten 2:0-Erfolg feiern konnten. Nun will die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner an diesen Auftritt anknüpfen – und zugleich Vereinsgeschichte schreiben. Mit einem Sieg würde die SVE zum ersten Mal überhaupt in die dritte Runde des DFB-Pokals einziehen.

Die Tage zwischen den beiden Auswärtsspielen waren knapp, aber sie wurden sinnvoll genutzt. „Wir haben gestern in erster Linie regeneriert, jetzt bereiten wir uns intensiv auf Berlin vor“, sagte Wagner am Montag. Der Kader ist derselbe wie in Bielefeld – ein gutes Zeichen, nachdem zuletzt fast alle Stammkräfte einsatzfähig geblieben sind.

Es wartet definitiv ein spannendes Spiel auf uns. Auch wenn wir vor ein paar Wochen schon hier waren, wird es morgen im Olympiastadion ein besonderes Spiel. Wir sind auf jeden Fall schon im Berlin-Modus.

Hertha BSC empfängt die Elversberger vor rund 30.000 Zuschauern. Die Berliner, die in den vergangenen Wochen ihren Rhythmus gefunden haben, reisen mit frischem Selbstvertrauen aus dem späten 1:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf an. Für sie ist es zugleich die Gelegenheit, eine hartnäckige Negativserie zu beenden: In den letzten vier Duellen mit der SVE kassierte die „Alte Dame“ vier Niederlagen, das Torverhältnis: 3:14. Das 0:2 Ende August war die jüngste davon.

Trainer Stefan Leitl will aus dieser Statistik keine Psychologie machen, wohl aber Motivation ziehen. „Keine Schönwetter-Fußballer“ will er am Dienstagabend sehen, sondern eine Mannschaft, die im herbstlichen Berliner Regen bereit ist, „zu arbeiten, zu arbeiten, zu arbeiten“. Leitl nennt das Setting „perfekt“: Kalt, nass, windig – aber „Top-Stadion, Top-Rasen, alles ist da“. Der 47-Jährige spürt, dass seine Mannschaft stabiler geworden ist, emotional gefestigt und nach dem Last-Minute-Erfolg vom Wochenende in einem positiven Zustand. „Emotional ist das Spiel für uns absolut top gewesen. Man sieht, dass diese Mannschaft funktioniert und in sich geschlossen ist. So ein Spiel macht etwas mit der Mannschaft. Ich glaube schon, dass es Kräfte freisetzen kann. Aber jedes Spiel ist harte Arbeit.“

Auch gegen die SVE, betont er, brauche es dafür „eine Top-Leistung“. Von einem Angstgegner will Leitl nichts wissen: „Ich hatte das als Spieler nicht, und ich habe das auch als Trainer nicht. Es gibt Situationen oder Serien, die mal stehen, wenn du über eine längere Phase nicht gewinnst. Aber wir haben die Überzeugung, dass wir das Spiel morgen gewinnen können.“ Das Training vor der Partie beinhaltete zur Sicherheit auch ein paar Extra-Einheiten vom Punkt: „Elfmeterschießen kann Teil des Spiels morgen werden. Wir haben die Jungs im Training schon nochmal schießen lassen, um einen Rhythmus und ein Gefühl dafür zu bekommen und zu sehen, wer vielleicht in Frage kommt“, erklärt Leitl. Gleichwohl hofft er auf einen kürzeren Abend: „Ich würde mir schon wünschen, dass es vorher erledigt ist. Ich brauche nicht wieder 23.30 Uhr raus aus dem Stadion.“

Für Elversberg ist der Pokalabend in Berlin auch ein Gradmesser, wie stabil die eigene Form über die letzten Wochen wirklich ist. Nach sieben Siegen aus den vergangenen zehn Pflichtspielen und Rang drei in der Liga reist die Mannschaft selbstbewusst in die Hauptstadt. Zwar blieb sie in Bielefeld ohne Punkt, doch das Gesamtbild stimmt – wichtig wird es nun sein, diese Niederlage schnell wieder vergessen zu machen. Die Motivation ist da, aber die Berliner sind nicht zu unterschätzen: „Sie haben sich auf jeden Fall deutlich stabilisiert“, sagt Wagner über den Gegner, „sie haben auch nicht mehr so viele Verletzungsprobleme wie noch vor einigen Wochen. Es wird also mindestens eine ähnlich schwere Aufgabe wie zuvor in der Liga, wenn nicht sogar etwas schwieriger. Aber unsere Jungs haben Bock, extra motivieren muss man niemanden mehr.“

Für beide Teams gilt der Dienstagabend als richtungsweisend. Hertha will die interne Aufbruchsstimmung mit einem Achtelfinaleinzug bestätigen. Elversberg hingegen möchte zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Hürde der zweiten Runde nehmen – und das an einem Ort, der für die Saarländer inzwischen fast schon symbolischen Wert hat. Seit ihrem ersten Auftritt im Olympiastadion, der mit einer saftigen Niederlage endete, hat die SVE dort nicht mehr verloren und immer verdient gewonnen: Das 4:1 in der Vorsaison und das 2:0 Ende August machten Berlin zu einer Art Lieblingsbühne.

Es ist ein cooles Spiel, das auf uns wartet. Da hat jeder Bock. Wir können es zum ersten Mal in die 3. Runde schaffen, und dann noch in Berlin im Olympiastadion. Das ist schon ein besonderes Spiel.

Vincent Wagner

Fest steht: Es wird kalt, nass, ungemütlich – aber für beide Seiten ein Abend mit besonderem Reiz. Motivieren muss man da wirklich niemanden mehr.

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