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Elversberger Gelassenheit trifft auf das Kleeblatt

Am Sonntag empfängt der Tabellenführer SV Elversberg die SpVgg Greuther Fürth. Während die Saarländer mit einer bemerkenswerten Konstanz durch die zweite Liga marschieren, sucht das Kleeblatt nach einem Umbruch-Sommer noch nach der Stabilität. Der Auftritt beim Tabellenführer wird für die Mannschaft von Thomas Kleine zum echten Härtetest.

Die Ausgangslage vor dem Aufeinandertreffen in der URSAPHARM-Arena am Sonntag könnte unterschiedlicher kaum sein. Die SV Elversberg, im dritten Jahr Zweitligist, steht nach acht Spieltagen an der Spitze der Tabelle. Die von vielen als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelten Elversberger sind zum Überraschungsteam der Saison avanciert. Und das, obwohl der Klub im Sommer einen großen Umbruch verkraften musste. Trainer Horst Steffen verabschiedete sich nach dem knapp verpassten Aufstieg Richtung Bundesliga, gleich elf Spieler verließen die Mannschaft.

Doch wie so oft in den vergangenen Jahren hat die SVE unter der sportlichen Leitung von Nils-Ole Book schnell Antworten gefunden. Der neue Coach Vincent Wagner – zuvor bei der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim – steht für einen klaren, mutigen Spielstil. Das Team hat unter seiner Leitung bereits 16 Tore erzielt, stellt damit die beste Offensive der Liga und hat auch defensiv mit nur sechs Gegentoren kaum Schwächen gezeigt. “Das war mit Sicherheit so nicht zu erwarten, aber das werden wir hier jetzt auch nicht überbewerten”, sagt Sportvorstand Book. Für ihn ist klar: “Wenn wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben und souverän in der 2. Liga bleiben, haben wir eine unfassbar gute Saison gespielt.”

Die Worte verraten, wie die Verhältnismäßigkeit in Elversberg funktioniert. Bodenhaftung vor Träumerei. Dass der Vertrag von Book Anfang Oktober verlängert wurde, obwohl auch ein Wechsel in die Bundesliga im Raum stand, passt zum Bild eines Vereins, der seinen Weg kennt und ihn beharrlich geht. Book betont deshalb:

Wir sind nicht der Verein, der irgendeinen Anspruch hat, in die Bundesliga aufzusteigen.

Und doch: Würde es klappen, wäre er “der glücklichste Mensch der Welt”.

In diese Konstellation platzt nun ein Gegner, der selbst mitten im Umbruch steckt. Die SpVgg Greuther Fürth hat sich in der Vorsaison erst kurz vor Schluss den Klassenerhalt gesichert. Im Mai übernahm der frühere Aufstiegskapitän Thomas Kleine das Traineramt, im Sommer folgte ein großer personeller Einschnitt. Gleich 13 Neuzugänge musste Kleine integrieren. Vor allem junge Spieler sollen nun den Unterschied machen.

Tatsächlich gelangen bereits erste Achtungserfolge. Im Spiel gegen Hannover 96 etwa überzeugten David Abrangao und Lukas Reich mit starken Auftritten. Der Punktgewinn war verdient. Doch auf die leichten Schritte nach vorn folgten immer wieder Unsicherheiten. Es fehlt an Konstanz. Genau das will das Kleeblatt nun ändern. “Endlich konstant Punkte einfahren” lautet das Ziel, das Kleine seiner Mannschaft vorgegeben hat. Die Aufgabe am Wochenende wird jedoch eine besonders anspruchsvolle.

Für Kleine ist die SVE nicht nur sportlich gefährlich. Er sieht in den Saarländern auch ein Vorbild. Die klare Idee, die Bescheidenheit und das gemeinsame Wachstum – das sind Tugenden, die auch in Fürth geschätzt werden. Gerade gegen ein Topteam hofft man nun, sich weiterentwickeln zu können. Abwehrchef Philipp Ziereis etwa betont das Selbstvertrauen im Team. Und auch Trainer Kleine glaubt, dass die Mannschaft mit Mut in dieses Spiel gehen kann.

Die Personallage der Fürther macht diesen Mut allerdings nicht einfacher. Torwart Pelle Boevink, bisher Stammkraft, kränkelt in der Vorbereitung. Ob er einsatzfähig ist, entscheidet sich kurzfristig. Als Ersatz könnte Silas Prüfrock aus der U23 einspringen. Auch in der Abwehr gibt es Fragezeichen: Reno Münz ist angeschlagen, bei David Abrangao steht ebenfalls ein Einsatz auf der Kippe. Brynjar Ingi Bjarnason wird nach intensiven Wochen individuell gesteuert. Gerade vor dem Hintergrund dieser Ausfälle wird die Aufgabe in Elversberg zur Herausforderung.

Die SV Elversberg hat derweil fast alle Spieler an Bord. Nach dem intensiven Testspiel gegen den VfB Stuttgart, das mit 0:2 verloren ging, liegt der Fokus wieder voll auf der Liga. Dass der Spitzenreiter trotzdem nicht abhebt, liegt auch an Trainer Vincent Wagner. Der 36-Jährige weiß um die vielen engen Partien, um das Glück, das in manchen Spielen dazugehörte.

Wir wissen, dass einige Partien sehr eng waren und wir teilweise die Spiele erst spät gezogen haben. Deshalb bleiben wir da komplett auf dem Boden

sagt er.

Die Rollenverteilung für Sonntag ist damit klar. Elversberg geht als Favorit ins Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth. Doch wer die Zweite Liga kennt, weiß, dass Favoritenrollen dort selten etwas bedeuten. Anstoß an der Kaiserlinde ist um 13:30 Uhr.

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