FCS Tischtennis löst das Ticket für das Final Four

Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis hat sich beim Pokal Grand Opening in Nürnberg für das Final Four qualifiziert. Nach einem ungefährdeten 3:0 gegen den Drittligisten TTC Bietigheim-Bissingen setzte sich der FCS TT im Viertelfinale mit 3:1 gegen den Post SV Mühlhausen durch. Zum entscheidenden Mann wurde Hugo Calderano, der einen beinahe aussichtslosen Rückstand noch drehte und anschließend auch den Saarbrücker Siegpunkt holte. Da Borussia Düsseldorf bereits im Achtelfinale ausschied, fehlt beim Finalturnier zudem der große Favorit.
Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis bleibt im Deutschen Tischtennis-Pokal eine feste Größe. Zum sechsten Mal in Folge hat sich der FCS TT für das Final Four qualifiziert. Der Weg dorthin verlief beim erstmals ausgetragenen Pokal Grand Opening allerdings nicht vollständig ohne Schwierigkeiten. Während die Saarbrücker ihre Auftakthürde am Samstag souverän bewältigten, gerieten sie einen Tag später gegen Mühlhausen zwischenzeitlich erheblich unter Druck. Gerade in dieser Phase zeigte sich jedoch die individuelle Qualität, die der FCS TT in dieser Saison aufbieten kann.
Im Achtelfinale hatte die Mannschaft gegen den Drittligisten TTC Bietigheim-Bissingen zunächst wenig anbrennen lassen. Alvaro Robles eröffnete den Wettbewerb mit einem klaren Erfolg gegen Matej Haspel. Der Spanier benötigte drei Sätze, um den ersten Saarbrücker Punkt zu sichern. Auch Hugo Calderano löste seine Aufgabe gegen Jonathan Gaiser ohne Satzverlust. Eduard Ionescu musste im anschließenden Duell mit Michael Engelhardt zwar einen Durchgang abgeben, brachte den 3:0-Erfolg des Bundesligisten aber sicher nach Hause.
Damit stand der FCS TT im Viertelfinale, in dem mit dem Post SV Mühlhausen ein deutlich anspruchsvollerer Gegner wartete. Wie ausgeglichen dieses Duell werden konnte, hatten beide Mannschaften bereits kurz zuvor in der Tischtennis-Bundesliga gezeigt. Dort hatte sich Saarbrücken zum Saisonauftakt in der Joachim-Deckarm-Halle mit 3:1 durchgesetzt. Auch im Pokal lautete das Endergebnis 3:1, der Weg dorthin war diesmal jedoch komplizierter.
Robles eröffnete auch das Viertelfinale, fand gegen Kay Stumper aber nicht die notwendige Sicherheit. Der Mühlhäuser setzte sich mit 3:1 durch und brachte den Außenseiter in Führung. Spätestens im zweiten Einzel schien sich für den Post SV die Chance auf eine Überraschung zu eröffnen. Ovidiu Ionescu gewann gegen Calderano die ersten beiden Sätze und führte anschließend mit 7:3 Punkten. Saarbrückens brasilianischer Weltklassespieler stand damit bereits früh erheblich unter Druck. Ein weiterer verlorener Satz hätte den FCS TT mit 0:2 ins Hintertreffen gebracht.
Calderano fand jedoch einen Weg zurück in die Partie. Er arbeitete sich Punkt für Punkt heran, gewann den dritten Durchgang und übernahm zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Aus dem deutlichen Rückstand entwickelte sich ein enges Duell, in dem der Saarbrücker schließlich seine Erfahrung und mentale Stärke ausspielte. Calderano entschied auch die beiden folgenden Sätze für sich und verwandelte ein beinahe verlorenes Einzel noch in einen 3:2-Sieg.
„Es war wirklich nicht einfach“, sagte Calderano anschließend. „Im zweiten Spiel musste ich kämpfen und mental stark bleiben – das ist mir zum Glück gelungen. Ich bin sehr froh, meine zwei Spiele gewonnen zu haben.“ Sein erster Erfolg war weit mehr als lediglich der Ausgleich zum 1:1. Er verhinderte, dass sich Mühlhausen früh entscheidend absetzen konnte, und veränderte die Dynamik des gesamten Viertelfinals.
Im zweiten Spiel musste ich kämpfen und mental stark bleiben – das ist mir zum Glück gelungen.
Hugo Calderano
Patrick Franziska nutzte diese veränderte Ausgangslage konsequent. Der Saarbrücker Kapitän ließ Marcos Freytag beim 3:0 keine Chance und brachte den FCS TT erstmals an diesem Nachmittag in Führung. Danach kehrte Calderano an den Tisch zurück. Gegen Stumper, der Mühlhausen mit seinem Auftaktsieg Hoffnung gemacht hatte, gab der Brasilianer lediglich einen Satz ab. Mit dem 3:1 machte er den Saarbrücker Gesamtsieg perfekt.
Der FCS TT bewältigte damit zwei sehr unterschiedliche Aufgaben. Gegen Bietigheim-Bissingen bestätigte er seine klare Favoritenrolle, ohne den Drittligisten in die Begegnung kommen zu lassen. Im Viertelfinale war dagegen Widerstandsfähigkeit gefragt. Nach der Niederlage im ersten Einzel und Calderanos hohem Rückstand hätte die Partie in eine unangenehme Richtung kippen können. Dass Saarbrücken diese Situation überstand und anschließend keinen weiteren Punkt mehr abgab, war ein Beleg für die Qualität und Stabilität der Mannschaft.
Für Calderano endete das Wochenende mit vier Einzelsiegen. Besonders sein Comeback gegen Ovidiu Ionescu dürfte dem FCS TT in Erinnerung bleiben. Im Final Four werden Begegnungen häufig durch einzelne Momente entschieden, in denen technische Klasse allein nicht ausreicht. Calderano bewies in Nürnberg, dass er auch unter großem Druck die Geduld und Überzeugung besitzt, einen schwierigen Spielverlauf noch zu verändern.
Auf die erneute Teilnahme am Finalturnier blickt er entsprechend erwartungsfroh. „Das Final4 ist immer eine tolle Veranstaltung. Es macht viel Spaß, dort zu spielen. Die Halle ist super, die Fans sind super. Ich freue mich schon sehr darauf“, sagte der World-Cup-Sieger. Für Saarbrücken gehört die Veranstaltung inzwischen beinahe zum festen Bestandteil einer Saison. Sechs Final-Four-Teilnahmen nacheinander unterstreichen, mit welcher Konstanz der Verein im Pokal arbeitet.
Die Ausgangslage für das Finalturnier ist in diesem Jahr besonders interessant. Mit Borussia Düsseldorf ist der große Favorit bereits im Achtelfinale ausgeschieden. Der Rekordchampion war mit Superstar Fan Zhendong nach Nürnberg gereist, scheiterte aber mit 1:3 an den TTF Liebherr Ochsenhausen. Damit verpasst Düsseldorf zum dritten Mal in Folge das Halbfinale des Deutschen Tischtennis-Pokals.
Zum entscheidenden Spieler wurde Shunsuke Togami. Der Japaner bezwang zunächst Anton Källberg und lieferte sich anschließend mit Fan Zhendong das herausragende Duell der Begegnung. Togami führte bereits mit 2:0 Sätzen, ehe sich der Olympiasieger zurückkämpfte und einen fünften Durchgang erzwang. Dieser ging bis in die Verlängerung, in der sich schließlich der Ochsenhausener durchsetzte und den überraschenden 3:1-Erfolg perfekt machte. Zuvor hatte auch Iulian Chirita mit seinem Sieg gegen Dang Qiu ein Ausrufezeichen gesetzt.
Der FCS TT darf mit großem Selbstvertrauen auf das Final Four blicken. Mit Franziska, Calderano und Robles verfügt Saarbrücken über international erfahrene Spitzenspieler, während auch Eduard Ionescu beim Pokal Grand Opening seinen Beitrag leistete. Die Mannschaft kann unterschiedliche Aufstellungen wählen und besitzt mehrere Spieler, die eine enge Begegnung entscheiden können. In Nürnberg war es vor allem Calderano, der diese Rolle übernahm. Das Pokal Grand Opening hat dem FCS TT damit das erhoffte Ticket für den nächsten Saisonhöhepunkt gebracht. Gleichzeitig sorgte das frühe Scheitern Düsseldorfs dafür, dass der Kampf um den Titel offener erscheint. Saarbrücken gehört zu den Mannschaften, die davon profitieren können. Entscheidend wird sein, beim Finalturnier jene Mischung abzurufen, die in Nürnberg zu sehen war: die Souveränität aus dem Achtelfinale, die mentale Stärke aus dem Viertelfinale und die individuelle Klasse eines Hugo Calderano.