Michael Ledermann vor dem ESAF 2025: Rückkehr ins Sägemehl

Das Eidgenössische – mehr als ein Schwingfest
Vom 29. bis 31. August findet in Mollis im Glarnerland das ESAF 2025 statt. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) ist kein gewöhnlicher Wettkampf. Es ist das Herzstück des Schweizer Schwingsports, ein Fest der Tradition, der Gemeinschaft und der Spitzenleistung. Alle drei Jahre versammeln sich die besten Schwinger des Landes – die Bösen, begleitet von Zehntausenden Zuschauern, Alphornklängen und dem Duft von Sägemehl. Für viele ist die Teilnahme bereits eine Ehre – für Michael Ledermann ist sie ein Ziel, das er mit Demut und Entschlossenheit verfolgt. Mollis ist nicht nur ein Ort auf der Landkarte, sondern ein Fixstern in der Saisonplanung der besten Schweizer Schwinger.
Ein Start in die Saison mit Rückenwind
Ende April war die Welt für Michael Ledermann noch in Ordnung. Der Berner Schwinger hatte beim Seeländischen Schwingfest in Detligen den Kranzfestsieg errungen. Die Freude war spürbar, der Blick nach vorn gerichtet. Es war der Saisonauftakt, den er sich erhofft hatte – getragen von Dankbarkeit, motiviert bis in die Fingerspitzen und mit dem festen Ziel, sich bis zum ESAF in Mollis in Bestform zu bringen. Die Stimmung war gelöst, das Vertrauen in den eigenen Weg groß.
Ein Rückschlag mit Folgen
Doch nur eine Woche später, beim Mittelländischen Schwingfest in Uetendorf, kam es anders. Nach einem gestellten ersten Gang und einem Sieg im zweiten musste Ledermann den Wettkampf abbrechen. Eine Knieverletzung zwang ihn zur Pause. Die Diagnose folgte rasch: kein weiterer Wettkampf bis auf Weiteres. Trotz des Rückschlags blieb Ledermann ruhig und zielstrebig – der Blick fest auf das ESAF gerichtet. Der Fokus lag ab sofort auf Regeneration und gezieltem Aufbau.
Die Zeit dazwischen
Die Wochen nach der Verletzung waren geprägt von medizinischen Abklärungen, Trainingsanpassungen und mentaler Vorbereitung. Der Befund fiel besser aus als zunächst befürchtet – und mit ihm kehrte die Zuversicht zurück. Schritt für Schritt arbeitete sich Ledermann zurück, getragen von Entschlossenheit und dem festen Ziel, in Mollis wieder im Sägemehl zu stehen.
Michael ist dankbar für die zahlreiche Unterstützung:
Ein großes Dankeschön für die stetige Unterstützung. Ohne mein Umfeld hätte ich die Verletzung nicht so gut wegstecken können. Ich war überwältigt von den lieben Worten sowie den vielen Hilfsangeboten.
Zurück auf die Bühne
Anfang August dann die gute Nachricht: Michael Ledermann ist wieder fit. Das ESAF in Mollis wird sein erster Wettkampf seit Mai – ein Comeback unter besonderen Vorzeichen. Die Veranstaltung selbst gilt als das Highlight im Schwingsport. Große Besuchermassen werden erwartet, wenn sich die besten Schwinger des Landes auf dem Flugplatz Mollis messen. Das Fest wird an beiden Wettkampftagen von morgens um 7 Uhr bis abends gegen 19 Uhr live im Schweizer Fernsehen SRF übertragen – ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Eidgenössische in der Schweiz genießt. Für Ledermann ist es die Chance, an seinen Erfolg von 2022 anzuknüpfen, als er in Pratteln seinen ersten Eidgenössischen Kranz gewann.
Der Schwinger selbst blickt mit großer Vorfreude auf das kommende ESAF:
Die Teilnahme an einem ESAF ist immer sehr emotional. Mir bedeutet es unglaublich viel, dass ich zum dritten Mal daran teilnehmen darf. Wenn man in dieser einmaligen Arena steht, hat sich alle harte Arbeit der letzten Jahre mehr als nur gelohnt.
Was kommt jetzt
Der Eidgenosse von Pratteln geht mit klarem Ziel in das ESAF: die gewünschte Leistung abrufen können sowie alle Gänge bestreiten. Doch der Weg dorthin ist kein Selbstläufer. Nach Monaten ohne Wettkampf ist die Form ein Fragezeichen, die Konkurrenz stark. Dennoch: Wer Michael Ledermann kennt, weiß, dass er sich nicht mit halben Sachen zufriedengibt. Der Schwingplatz in Mollis wird zeigen, wie weit ihn sein Aufbau getragen hat.
Wir wünschen Michael Ledermann alles Gute, viel Glück und Erfolg beim ESAF 2025.