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Mit voller Vorfreude in die VELTINS-Arena – Elversberg reist zum Duell mit Schalke 04

Die SV Elversberg steht vor dem nächsten großen Auftritt: Am Samstag trifft die Mannschaft von Vincent Wagner in der Gelsenkirchener VELTINS-Arena auf den FC Schalke 04. Gegen den Tabellenzweiten will die SVE zeigen, dass sie auch in stimmungsvoller Kulisse ihren mutigen Fußball auf den Platz bringen kann.

Die Topspiel-Wochen für die SV Elversberg nehmen kein Ende. Nach intensiven Duellen mit Hannover und Hertha wartet nun die nächste Herausforderung – und zugleich eines der größten Stadien Deutschlands. Wenn an diesem Samstag um 13 Uhr der Anpfiff in der Gelsenkirchener VELTINS-Arena ertönt, trifft die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner auf den FC Schalke 04, den aktuellen Tabellenzweiten der 2. Bundesliga. Es ist eine Partie, die nicht nur sportlich Gewicht hat, sondern auch atmosphärisch ein Erlebnis verspricht.

Wir werden beweisen können, dass wir auch mit vielen Zuschauern und damit unter gewissem Druck guten Fußball spielen können – darauf freuen wir uns

sagt Wagner vor dem Duell. Die Vorfreude ist spürbar, und sie kommt nicht von ungefähr. Die SVE hat sich längst zu einer festen Größe in der Liga entwickelt, spielt mit einer klaren Idee und einem Selbstverständnis, das selbst in den größten Arenen nicht verloren geht. „Wir freuen uns auf ein Auswärtsspiel in einem tollen Stadion und mit extrem vielen Zuschauern“, sagt Wagner. Und weil nach dieser Begegnung die Länderspielpause ansteht, gilt: „Wir haben jetzt die Gelegenheit, auf Schalke noch einmal alles rauszuhauen.“

Die Herausforderung wird groß sein, das weiß man in Elversberg. „Die Schalker haben sich im Saisonverlauf auf jeden Fall gesteigert. Zu Beginn sind sie viel über die Intensität gekommen – was immer noch der Fall ist, jetzt ist ihr Spiel aber auch inhaltlich noch besser geworden“, erklärt Wagner. „Sie sind in einer Top-Verfassung, stellen nicht umsonst die beste Verteidigung. Sie spielen gegen den Ball sehr mutig, wir werden also permanentem Druck ausgesetzt sein. Es wird darauf ankommen, sehr konzentriert zu spielen und möglichst wenige Fehler zu machen.“

Wagner vertraut auf den Charakter seiner Mannschaft, auf die taktische Disziplin und das kollektive Bewusstsein, das die SVE in den vergangenen Monaten ausgezeichnet hat. Nach seiner Gelbsperre kehrt Maximilian Rohr in den Kader zurück, ansonsten dürfte sich an der Zusammensetzung im Vergleich zum 2:2 gegen Hannover 96 wenig ändern. Und auch die Trainingswoche verlief – anders als beim kommenden Gegner – weitgehend ohne größere Ausfälle.

In Gelsenkirchen sieht die Lage deutlich angespannter aus. Schalke-Trainer Miron Muslic musste unter der Woche mit einem dezimierten Kader arbeiten. „Jeder einzelne Ausfall tut uns weh, auch die Masse. Es ist eine weitere Herausforderung. Auch das werden wir als Kollektiv, als Team angehen“, sagte er auf der Pressekonferenz. Neben Janik Bachmann (Fersenverletzung) fehlen auch Amin Younes, der „auf einem guten Weg“ war und laut Muslic am Samstag in der Startelf gestanden hätte, sowie weitere Leistungsträger. „Das tut mir sehr, sehr leid“, betonte der Trainer.

Dass Muslic trotz dieser Probleme optimistisch bleibt, hat mit der Entwicklung seiner Mannschaft zu tun. Der Österreicher hat Schalke 04 seit seiner Übernahme stabilisiert, das Spiel gegen den Ball intensiviert und den Konkurrenzkampf angeheizt. Die Folge: Schalke stellt die beste Defensive der Liga – und hat die Chance, mit einem Sieg über Elversberg vorübergehend die Tabellenführung zu übernehmen. Bei einer Niederlage allerdings droht die dritte Pflichtspiel-Pleite in Serie. „Es wird ein Brocken“, sagt Muslic.

Elversberg hat eine überragende Rückrunde gespielt und trotz vieler Wechsel an die Performance angeknüpft. Sie haben unglaublich viel Qualität und Struktur und drei oder vier Spieler mit einer sehr hohen individuellen Qualität.

Miron Muslic

Damit spricht der Schalker Coach jenen Respekt aus, den sich Elversberg in dieser Saison erarbeitet hat. Trotz der noch jungen Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga hat sich die Mannschaft aus dem Saarland in der Spitzengruppe etabliert – mit mutigem Pressing, klarem Positionsspiel und hoher taktischer Reife. Wagner selbst bleibt dennoch auf dem Boden. „Das Abschneiden ist gut, und wir haben auch das ein oder andere Mal über weite Strecken sehr gut gespielt. Wir haben aber auch noch ein paar Baustellen“, sagte er im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung.

Wagner weiß, wie schnell sich Wahrnehmungen verändern können. Seit Wochen wird über die „Wagner-Festspiele“ geschrieben, über seine Energie an der Seitenlinie, seine Arbeit mit jungen Spielern, seine Detailversessenheit. Doch er selbst hält nichts von Überhöhungen. „Die Jungs auf dem Platz verrichten die Arbeit“, betont er. „Zudem sind wir ein großes Trainer-Team und haben noch mehrere Teams im Verein, die sehr gut arbeiten. Wir hatten noch keine schwereren Verletzungen in dieser Saison. Das kommt nicht von ungefähr“, sagte er zur Saarbrücker Zeitung.

Tatsächlich steht Wagner exemplarisch für einen Typ Trainer, der Nähe sucht, ohne an Autorität zu verlieren. Wenn er sich über Schiedsrichterentscheidungen aufregt, dann nie aus Prinzip. „Es ist ja nicht so, dass ich jemanden anbrülle oder beleidige. Das ist oft ganz sachlich, aber anscheinend einigen Schiedsrichtern etwas zu oft“, erklärte er. Nach seiner zweiten Gelben Karte der Saison nimmt er das gelassen. „Zwei Gelbe Karten nach elf Spieltagen ist völlig in Ordnung. Ich habe schon zwei Gelbe Karten nach drei Spieltagen gehabt, aber dann in der ganzen Saison keine mehr.“

Er lebt das Spiel, fast pausenlos in Bewegung, immer ansprechbar für seine Spieler. „Ich habe bei den Spielen gar keinen Sitzplatz. Die Jungs auf dem Platz sind auch am Laufen. Ich versuche, voll im Spiel zu sein, damit ich den Jungs zu jeder Zeit helfen kann“, sagte Wagner. Diese physische Präsenz steht sinnbildlich für seine Haltung: mittendrin statt distanziert. Und sie passt zu einer Mannschaft, die ihre Stärke aus Gemeinsamkeit zieht.

Dass sich der 39-Jährige im Saarland längst zuhause fühlt, unterstreicht die Ruhe, mit der er das Drumherum angeht. „Ja, das passt alles sehr gut und wir fühlen uns wohl. Die Älteste hat ihren ersten saarländischen Freund, die Mittlere ist im Reitverein und die Jüngste im Kindergarten“, erzählte er der Saarbrücker Zeitung. Auch die Fans spüren diese Nähe. Nach den Spielen geht Wagner regelmäßig zu ihnen in den Block. „Ich mag es nicht, mit Menschen durch einen Zaun zu sprechen. Ich bin gern bei den Fans und hole mir Rückmeldungen“, sagte er.

Während Wagner an seiner Fußball-Lehrer-Lizenz arbeitet – der Abschluss steht kurz bevor –, arbeitet seine Mannschaft Woche für Woche daran, die eigene Spielweise zu verfeinern. In Gelsenkirchen wird es darauf ankommen, den Druckphasen der Schalker standzuhalten und gleichzeitig mutig nach vorne zu spielen. Denn auch wenn die Defensive der Königsblauen stark ist, haben sie zuletzt nicht unverwundbar gewirkt. Und Wagner weiß: Die Räume, die Schalke bei eigenem hohen Pressing anbietet, können gefährlich werden, wenn sie präzise bespielt werden.

Ich glaube, es wird ein offensives Spiel

sagte Muslic. „Weil wir auch sehr viel Qualität im Offensivbereich haben – trotz der Ausfälle.“ Die SVE sieht das ähnlich. Mit schnellem Umschaltspiel und strukturiertem Positionsspiel will sie in die Zwischenräume kommen und dort ihre Spielidee entfalten – ruhig, zielstrebig und kompakt organisiert.

Dass der Fokus auf die eigene Leistung gerichtet bleibt, betont Wagner immer wieder. „Ich bleibe bei meinem Thema. Wir brauchen noch 17 Punkte, um unser erstes Ziel zu erreichen. Diese Liga ist extrem ausgeglichen, und in wenigen Wochen kann sich die Tabellenkonstellation komplett ändern“, sagte er zur Saarbrücker Zeitung. Es ist ein Satz, der Demut und Ehrgeiz vereint – und die Haltung widerspiegelt, die Elversberg in dieser Saison prägt.

Für Schalke ist das Spiel ein weiterer Prüfstein auf dem Weg zurück in die Bundesliga und zu alten Zeiten. Für Elversberg ist es ein weiterer Gradmesser in einer Saison, die erneut Grenzen verschiebt. Das Duell der Saarländer mit dem ambitionierten Traditionsklub verspricht Tempo, Intensität und Emotion – auf dem Platz und auf den Rängen.

Und wenn am Samstagmittag die 60.000 Zuschauer in der VELTINS-Arena ihre Teams empfangen, wird Elversberg einmal mehr zeigen wollen, dass sie auch im größten Lärm einen klaren Plan verfolgen. „Wir werden beweisen können, dass wir auch mit vielen Zuschauern guten Fußball spielen können“, hatte Wagner angekündigt. Nun bekommt seine Mannschaft die Gelegenheit dazu.

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