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Neues Jahr, neue Impulse – Elversberg bleibt auf Kurs

2025 war für die SV Elversberg ein Jahr der Bestätigung. Sportlicher Erfolg, strukturelle Klarheit und eine erneute Platzierung auf einem direkten Aufstiegsrang brachten dem Klub Sichtbarkeit – und damit zwangsläufig Bewegung. Der Winter markiert keinen Bruch, sondern den nächsten logischen Schritt.

2025 war für die SV Elversberg kein Jahr der Überraschungen, sondern eines der Stabilität. Die Mannschaft etablierte sich erneut früh in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga, entwickelte über Monate hinweg Konstanz und überwinterte erneut auf einem direkten Aufstiegsplatz. 34 Punkte zum Jahresabschluss stehen für eine Hinrunde, die nicht von einzelnen Ausreißern lebte, sondern von Struktur, Wiederholbarkeit und der Fähigkeit, unterschiedliche Spielverläufe zu kontrollieren. Elversberg gewann dominant, geduldig und widerständig – ohne dabei die eigene Tonlage zu verändern. Späte Siegtreffer, Tore nach Standards – Siege, auch wenn es vielleicht nicht das beste Spiel war.

Auch aus Trainersicht war der Abschied Teil eines bewussten Prozesses. Wagner hatte Ebnoutalib zu Saisonbeginn Vertrauen geschenkt, als andere Optionen fehlten. „Wir hätten das in der Offensive auch anders lösen können. Es war letztlich eine Vertrauenssache. Younes hat eine starke Vorbereitung gehabt und stark trainiert“, sagte Wagner rückblickend. Der Abgang wird intern nicht verklärt, sondern eingeordnet – als Ergebnis von Entwicklung, nicht als Bruch.

Trainer Vincent Wagner ordnete diese Entwicklung bewusst nüchtern ein. Ihm ging es weniger um Tabellenstände als um Prozesse und Auftreten. Er sagte zum Jahresende, er freue sich darüber, „wie die Jungs auftreten, wie wir Fußball spielen“, und ergänzte, dass es ihm viel bedeute, „diese Jungs trainieren zu dürfen“. Diese Haltung prägte die gesamte Hinrunde: keine Überhöhung in Erfolgsphasen, keine Dramatisierung bei Rückschlägen. Der sportliche Ertrag war die Folge, nicht der Maßstab.

Wir haben zwar unseren besten Torjäger verloren, aber wir drücken ihm auch alle die Daumen.

Vincent Wagner

Dieser Erfolg blieb nicht ohne Konsequenzen. Sichtbarkeit erzeugt Marktwert, Marktwert erzeugt Begehrlichkeiten. Gerade für einen Verein wie Elversberg, der Entwicklung bewusst zulässt, gehört das zur eigenen Logik. Der Winter brachte diese Realität erstmals klar zum Vorschein.

Denn nach nur einem gemeinsamen Jahr trennten sich die Wege der SVE und Younes Ebnoutalib. Der 22-jährige Stürmer wechselte mit sofortiger Wirkung zu Eintracht Frankfurt in die 1. Bundesliga. In 17 Ligaspielen erzielte er zwölf Tore und führte zur Winterpause ligaweit die Torjägerliste an. Sein Weg in Elversberg verlief exemplarisch: Nach seinem Wechsel vom FC Gießen kam er zunächst zu Kurzeinsätzen, arbeitete sich über Training in den Fokus und nutzte im Sommer seine Chance konsequent.

Sportvorstand Ole Book ordnete den Wechsel klar ein: „Dass in Younes jede Menge Potenzial steckt, haben wir früh erkannt. Er hat das vergangene Jahr genutzt, akribisch an sich gearbeitet und sich auf hohem Niveau bewiesen. Er hat sich den Schritt in die 1. Bundesliga verdient.“ Book bedankte sich zugleich „für die kurze, aber sehr positive gemeinsame Zeit“ – eine Formulierung, die den Transfer weniger als Verlust, denn als folgerichtigen Schritt beschreibt.

In Frankfurt wird Ebnoutalib entsprechend als Projekt verstanden. Die sportlich Verantwortlichen betonen seine Physis, seine Torgefahr und den Entwicklungsschritt, den er in Elversberg gemacht hat. Gleichzeitig wird ihm Eingewöhnungszeit zugestanden. Für die SVE ist genau diese Wahrnehmung entscheidend: Elversberg war Station, nicht Endpunkt – und erfüllt damit erneut die eigene Rolle im Profifußball.

Der Wechsel schuf sportlich wie wirtschaftlich Handlungsspielraum. Diesen nutzte die SVE früh. Mit David Mokwa Ngabi Ntusu verpflichtete der Klub einen Offensivspieler, der nicht als direkter Ersatz gedacht ist, sondern als nächster Spieler, der seine Entwicklung in Elversberg weiterführen soll. Der 21-jährige Franzose wechselte von der TSG Hoffenheim an die Kaiserlinde und unterschrieb einen Vertrag bis 2029. Mokwa bringt Erfahrung aus 69 Pflichtspielen für Hoffenheims zweite Mannschaft mit, erzielte 29 Tore und sammelte darüber hinaus Bundesliga- sowie Europa-League-Minuten.

Ole Book beschrieb sein Profil so: „David bringt viele Qualitäten mit, die wir in unserem Offensivspiel sehen wollen. Er ist kreativ, dynamisch und mit seiner mannschaftsdienlichen Art ein Stürmer, der hervorragend in unser System passt.“ Mokwa selbst sprach von einer „sehr spannenden neuen Aufgabe“ und verwies auf die aktive, offensive Spielidee des Vereins, die ihm entgegenkomme. Seine Verpflichtung ist Ausdruck derselben Logik, die zuvor Ebnoutalib vorangebracht hat.

David bringt viele Qualitäten mit, die wir in unserem Offensivspiel sehen wollen.

Sportvorstand Ole Book

Parallel dazu hat sich mit Raif Adam inzwischen eine weitere Offensiv-Verstärkung konkret der SV Elversberg angeschlossen. Der 20-jährige Flügelspieler stieß im Winter-Trainingslager in Andalusien zur Mannschaft und wechselt von der zweiten Mannschaft des Hamburger SV an die Kaiserlinde. Adam erhält bei der SVE einen langfristigen Vertrag bis Sommer 2029 – ein Zeichen dafür, dass der Klub auch diesen Transfer nicht kurzfristig, sondern entwicklungsorientiert versteht.

Der gebürtige Hamburger durchlief große Teile seiner fußballerischen Ausbildung beim Hamburger SV. Zur Saison 2019/2020 wechselte er von seinem Jugendverein SV Lurup Hamburg in das Nachwuchsleistungszentrum des HSV und durchlief dort mehrere Ausbildungsstufen bis zur U17. Nach weiteren Stationen beim Eimsbütteler TV und dem SC Victoria Hamburg, bei denen er erste Erfahrungen im Herrenbereich sammelte, kehrte Adam im vergangenen Sommer erneut zum HSV zurück. Für die zweite Mannschaft kam er seither in der Regionalliga Nord zum Einsatz.

Dort machte Adam mit Konstanz auf sich aufmerksam. In 21 Pflichtspielen bis zur Winterpause war der Offensivspieler an 13 Treffern direkt beteiligt – sieben erzielte er selbst, sechs weitere bereitete er vor. Eingesetzt wurde Adam überwiegend auf der rechten Offensivseite, konnte seine Qualitäten jedoch auch auf weiteren offensiven Mittelfeldpositionen einbringen. Sein Profil passt damit zur Elversberger Idee von variablen, beweglichen Offensivspielern, die mehrere Rollen ausfüllen können.

Sportvorstand Ole Book beschreibt Adams Stärken so: „Raif verfügt über sehr gute technische Fähigkeiten und ist im offensiven Eins-gegen-Eins sehr durchsetzungsstark. Er hat in der Regionalliga gezeigt, dass er seine Qualitäten konstant einbringen kann. Wir sehen in ihm das Potenzial, seine Leistungsfähigkeit auch auf höherem Niveau abzurufen. Umso mehr freuen wir uns darauf, bei der SV Elversberg gemeinsam mit ihm die nächsten Schritte zu gehen.“ Adam selbst sagt: „Ich bin sehr gespannt auf das neue Kapitel bei der SV Elversberg. Es fühlt sich für mich wie der richtige nächste Schritt an, und ich weiß, dass ich hier die Chance habe, mich in einem sehr guten Umfeld im Profibereich zu etablieren. Dafür werde ich hart arbeiten, mich bestmöglich einbringen und alles investieren.“

Raif verfügt über sehr gute technische Fähigkeiten und ist im offensiven Eins-gegen-Eins sehr durchsetzungsstark.

Sportvorstand Ole Book

Gemeinsam mit der Verpflichtung von David Mokwa unterstreicht der Transfer von Adam den Ansatz der SVE, Abgänge nicht isoliert zu kompensieren, sondern den Kader in seiner Breite und Variabilität weiterzuentwickeln. Zugleich bleibt der Klub handlungsfähig: Ole Book betonte, „wir sind erst einmal sehr zufrieden mit den aktuellen Transfers. Die Transferperiode geht noch bis Ende Januar. Wir sind sehr gut aufgestellt, aber passieren kann in beide Richtungen immer etwas.“

Mit diesem Kader reiste die SV Elversberg ins Trainingslager nach La Cala de Mijas. Für Wagner ist es kein Neustart, sondern ein Scharnier zwischen einer stabilen Hinrunde und der nächsten Entwicklungsphase. Bestehende Abläufe sollen gefestigt, neue Spieler integriert und die Grundlagen für die Rückrunde gelegt werden. Zum Abschied von Ebnoutalib sagte Wagner offen: „Wir haben zwar unseren besten Torjäger verloren, aber wir drücken ihm auch alle die Daumen.“ Der Blick richtet sich dennoch klar nach vorn.

Der Jahreswechsel steht damit nicht für einen Umbruch, sondern für Kontinuität unter veränderten Vorzeichen. 2025 hat gezeigt, dass der eingeschlagene Weg trägt – sportlich, strukturell und wirtschaftlich. Abgänge gehören ebenso dazu wie gezielte Verpflichtungen. Entscheidend bleibt, dass Ruhe, Haltung und Spielidee erhalten bleiben. Elversberg geht in die zweite Saisonhälfte nicht mit neuen Versprechen, sondern mit dem Anspruch, das zu bestätigen, was sich bewährt hat. Das erste Spiel der Rückrunde startet dann am 17.1 in Nürnberg, ehe dann der VfL Bochum zum ersten Heimspiel des neuen Jahres kommt. Bis dahin muss Vincent Wagner seinen besten Torjäger ersetzt haben – doch Angst und Bange wird deshalb niemandem in Elversberg.

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