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Niederlage für die SV Elversberg im Topspiel gegen Paderborn

In einem Spiel auf Augenhöhe ist der SC Paderborn die reifere Mannschaft und gewinnt bei der SV Elversberg verdient mit 1:3. Für SVE-Trainer Horst Steffen eine verdiente Niederlage – die einen faden Beigeschmack hatte.

Die SV Elversberg hat das mit Spannung erwartete Duell gegen den Tabellenführer SC Paderborn 07 verloren. Nach 90 Minuten stand vor 8.922 Fans in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde ein 1:3 (1:1) auf der Anzeigetafel. Doch der Reihe nach: Trainer Horst Steffen nahm in der Startaufstellung nur eine Veränderung vor: Lukas Petkov ersetzte auf der rechten Seite Manuel Feil. Abgesehen davon setzte der SVE-Coach erneut auf das Team, das zuletzt in Düsseldorf einen 2:0-Erfolg gefeiert hatte. Nach längerer Verletzung saß Florian Le Joncour erstmals wieder auf der Bank, während Robin Fellhauer und Semih Sahin weiterhin verletzungsbedingt ausfielen. Gäste-Trainer Lukas Kwasniok stellte hingegen vier Positionen im Vergleich zum 3:2-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg um: Für Sven Michel, Adriano Grimaldi, Tjark Scheller und Luis Engelns rückten Laurin Curda, Mika Joel Baur, Koen Kostons und Ilyas Ansah in die Anfangsformation.

Bereits kurz nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Nicolas Winter kam Elversberg zur ersten Großchance: Nach einem sehenswerten Angriff über rechts flankte Elias Baum halbhoch in den Rücken der Paderborner Abwehr, wo Tom Zimmerschied mit einem artistischen Seitfallzieher nur knapp das Ziel verfehlte. Doch wer dachte, dass Elversberg das Spiel dominieren würde, sah sich getäuscht: Die Gäste gewannen an Spielkontrolle und Ballbesitz, konnten gegen die kompakte SVE-Abwehr aber lange keine gefährlichen Chancen kreieren. Die erste Gelegenheit für Paderborn ergab sich erst in der 19. Minute, als Ansah nach einer Flanke von Kostons nur knapp am linken Pfosten vorbeiköpfte. Die SVE überließ den Gästen den Ball in deren Hälfte und versuchte, über schnelle Konter zum Erfolg zu kommen. Dieser Plan ging in der 27. Minute auf: Nach einem Angriff über die rechte Seite setzte sich Lukas Petkov im Strafraum durch, scheiterte aber an SCP-Torwart Markus Schubert. Der Abpraller landete bei Maurice Neubauer, der den Ball quer legte. Muhammed Damar nahm ihn an, zog ab und traf – entscheidend abgefälscht – zum 1:0 für Elversberg.

Das Spiel wurde lebhafter, und bis zur Pause ging es hin und her. Gerade als sich die Zuschauer auf eine Elversberger Pausenführung einstellten, schlugen die Gäste zu: Laurin Curda köpfte nach einem Eckball in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 1:1-Ausgleich ein. „Wir wussten genau, was die bei Standards machen, konnten die Tore aber nicht verhindern. Das nervt“, äußerte sich SVE-Kapitän Carlo Sickinger nach dem Spiel. Besonders brisant: Curda hätte eigentlich mit Gelb-Rot vom Platz gestellt werden müssen. „Für mich ist das eine Gelb-Rote Karte. Dann muss Curda vom Platz, kann das Tor nicht machen – und wir gehen mit einer Führung und in Überzahl in die zweite Halbzeit. Dann läuft das Spiel ganz anders“, monierte Sportvorstand Ole Book. Curda selbst räumte ein: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich gleich bei meinem ersten Foul schon hätte Gelb sehen müssen. Und dann gleich beim zweiten Foul Gelb-Rot zeigen, wäre etwas übertrieben gewesen.“ Paderborns Trainer Lukas Kwasniok wechselte Curda vorsorglich zur Halbzeit aus und sagte: „Es ist Auslegungssache. Ich hätte das vielleicht auch so gewollt, wenn ich Elversberger wäre. Ich konnte mit der Entscheidung leben.“ SVE-Coach Steffen ergänzte mit einem Schmunzeln: „Ich nicht.“

Der Ausgleich vor der Pause war ein Dämpfer, trotzdem hatte ich in der Halbzeit das Gefühl, dass die Jungs Gas geben wollen, um das Ding zu ziehen.

Horst Steffen

Auch die erste Möglichkeit der zweiten Halbzeit gehörte den Gästen: In der 55. Minute flankte Zehnter in den Strafraum, wo Bilbija per Kopf am glänzend reagierenden Nicolas Kristof scheiterte. Etwa zehn Minuten später war der Elversberger Keeper jedoch geschlagen: Kostons nutzte eine Vorlage von Obermair und Bilbija, um den Ball aus dem Strafraum ins linke untere Eck zu versenken (64.). Besonders bitter aus Sicht der SVE: Zu diesem Zeitpunkt stand das Team aufgrund einer Verletzung von Carlo Sickinger nur mit neun Feldspielern auf dem Platz. Während Trainer Steffen gerade einen Wechsel vorbereitete, nutzten die Gäste ihre Überzahl eiskalt aus. Elversberg versuchte danach, zurück ins Spiel zu kommen, fand aber gegen eine stark verteidigende Paderborner Mannschaft keine Lösungen. Für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich Calvin Brackelmann in der 80. Minute, als er im Nachsetzen das 3:1 erzielte. Die Gäste spielten das Ergebnis souverän nach Hause, während Elversberg keine klaren Chancen mehr herausarbeiten konnte.

Ausschlaggebend waren vor allem die Standardsituationen, in denen Paderborn überlegen agierte. „Wenn du noch ein paar Punkte mehr einheimsen willst, musst du bei Standards zulegen. Deshalb hat sich bei uns die Größenkonstellation deutlich verändert“, analysierte Kwasniok. Steffen stimmte zu: „Bei Standards ist Paderborn ein Stück vor uns, wir arbeiten daran.“ Nach Abpfiff zeigte sich Kwasniok zufrieden: „Über 90 Minuten gesehen, sind wir als verdienter Sieger vom Platz gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir das Zentrum gegen den Ball noch besser geschlossen, sodass sich die vier spielstarken Elversberger Stürmer nicht durchsetzen konnten. Nach dem 2:1 haben wir sehr gut kompakt verteidigt und dem Gegner keine großartige Chance mehr zugestanden.“ Steffen haderte hingegen vor allem mit dem späten Ausgleich vor der Pause: „Der Ausgleich vor der Pause war ein Dämpfer, trotzdem hatte ich in der Halbzeit das Gefühl, dass die Jungs Gas geben wollen, um das Ding zu ziehen. Nach dem 1:2 in Unterzahl wurde es aber mühsam. Paderborn hat sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen – wir hatten kaum noch Situationen und Paderborn hat sehr seriös und sauber verteidigt.“ Letztlich zeigte sich Steffen als fairer Verlierer: „Aufgrund der Möglichkeiten, die sie dann noch hatten, ist das Spiel auch verdient so ausgegangen.“ Jetzt heißt es, den Fokus auf das nächste Spiel zu richten: Am kommenden Freitag kann die SVE im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg Wiedergutmachung betreiben.

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