Pflichtaufgabe erfüllt – Saarbrücken festigt Rang drei und bleibt auf Final4-Kurs

Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis erfüllt seine Pflichtaufgabe gegen Grenzau und bleibt im Rennen um das Liebherr TTBL Final4. Beim 3:1-Heimsieg in der Joachim-Deckarm-Halle überzeugt vor allem Fan Zhendong doppelt, während die Gäste trotz klarer Außenseiterrolle phasenweise Paroli bieten.
Der 1. FC Saarbrücken TT hat in der Tischtennis-Bundesliga den nächsten Schritt Richtung Playoffs gemacht. Gegen den Tabellenletzten TTC Zugbrücke Grenzau setzten sich die Saarländer am Dienstagabend mit 3:1 durch und festigten damit Rang drei in der Tabelle. Mit nun 24:8 Punkten beträgt der Vorsprung auf den fünftplatzierten TTF Liebherr Ochsenhausen acht Zähler – eine komfortable Ausgangsposition im Rennen um das Liebherr TTBL Final4.
In der Joachim-Deckarm-Halle entwickelte sich eine Partie, die auf dem Papier klar verteilt war, in der Praxis aber durchaus Widerstände bereithielt. Grenzau reiste ohne Feng Yi-Hsin und Luka Mladenovic an, zudem fehlte Cheftrainer Slobodan Grujic krankheitsbedingt und wurde von Anton Stefko vertreten. Dennoch verkauften sich die Westerwälder teuer.
Den Auftakt bestritt einmal mehr Fan Zhendong, Olympiasieger und mehrfacher Weltmeister. Gegen Maciej Kubik setzte sich Saarbrückens Nummer eins mit 3:1 durch (11:7, 7:11, 11:8, 11:9). Der erste Satz ging kontrolliert an Fan, doch Kubik steigerte sich deutlich, glich mit einem 11:7 aus und hielt auch in den folgenden Durchgängen lange mit. Dass es am Ende nicht zu mehr reichte, lag an Fans Präzision in den entscheidenden Ballwechseln – mit 11:8 und 11:9 machte er die Führung perfekt.
Auch Patrick Franziska musste für seinen Punkt arbeiten. Gegen Samuel Walker gewann er mit 3:1 (12:10, 11:6, 8:11, 11:8) und erhöhte auf 2:0. Die ersten beiden Sätze entschied Franziska knapp, ehe Walker im dritten Durchgang mit 11:8 verkürzte und auch im vierten Satz lange auf Augenhöhe agierte. Erst in der Schlussphase setzte sich die größere Konstanz des Saarbrückers durch.
„Der Rückstand zur Pause war sicherlich zu erwarten bei diesen Konstellationen“, sagte Grenzaus Manager Markus Ströher. „Aber sowohl Maciej als auch Samuel haben das sehr gut gespielt. Auch wenn wir klar zurück liegen, haben wir uns bisher sehr gut verkauft.“ Tatsächlich war Grenzau trotz des 0:2 nicht chancenlos aufgetreten.
Der Sieg ist natürlich gut für uns und hilft uns auf dem Weg in die Playoffs
Cedric Meissner
Den einzigen Punkt für die Gäste holte Martin Allegro im Duell der beiden Dreier gegen Cedric Meissner. Allegro gewann mit 3:1 (11:8, 11:8, 4:11, 11:5) und hielt den TTC damit im Spiel. Meissner hatte im dritten Satz mit 11:4 verkürzt, doch Allegro erhöhte im vierten Durchgang erneut den Druck und brachte die Partie nach Hause. „Wir haben ohne Druck gespielt, weil wir nicht mit unserem kompletten Kader antreten konnten. Deshalb wollten wir unser Bestes geben“, sagte Allegro anschließend bei Dyn. „Natürlich freue ich mich über meinen Sieg, aber trotz der Niederlage können wir mit unserer Gesamtleistung zufrieden sein.“
Damit kam es zum Duell der beiden Einser – Fan gegen Patrick Baum, der für Walker an Position eins eingewechselt wurde. Baum zeigte eine ansprechende Leistung und gewann den zweiten Satz mit 11:5. In den übrigen Durchgängen dominierte jedoch erneut der Olympiasieger. Mit 11:6, 11:5 und 11:6 sicherte Fan auch dieses Einzel mit 3:1 und machte den Heimsieg endgültig klar.
Es war der siebte Erfolg des FCS in den vergangenen acht TTBL-Partien – eine Serie, die die Ambitionen des Pokalsiegers unterstreicht. Nach dem Triumph im Januar ist die zweite deutsche Meisterschaft nach 2020 in greifbarer Nähe, parallel peilt Saarbrücken auch einen weiteren Titel in der Champions League an. Der Erfolg gegen Grenzau war dabei weniger spektakulär als souverän – eine Pflichtaufgabe, die mit der nötigen Ernsthaftigkeit erledigt wurde.
„Der Sieg ist natürlich gut für uns und hilft uns auf dem Weg in die Playoffs“, sagte Cedric Meissner im Anschluss an die Partie bei Dyn. Viel mehr wollte man in Saarbrücken gar nicht hineininterpretieren. Die Mannschaft erfüllte ihre Aufgabe gegen den Tabellenletzten, der seinerseits mit nun 8:24 Punkten weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2026 wartet und die fünfte Niederlage in Folge hinnehmen musste.
Für den FCS geht der Blick indes nach vorne. Die Ausgangslage im Kampf um das Final4 ist komfortabel, aber noch nicht endgültig entschieden. Mit einem Spieler wie Fan Zhendong, der in den entscheidenden Momenten zweimal zur Stelle ist, bleibt der FCS in der Bundesliga ein verlässlicher Anwärter auf die großen Spiele im Frühjahr.
Die Woche hat es in sich für den FCS Tischtennis. Noch zwei Highlights stehen an.
Bereits am Freitag (13. Februar 2026) steht das Rückspiel im Champions-League Viertelfinale gegen den französischen Vertreter GV Hennebont TT an. Ab 19 Uhr werden die Saarländer in der TT Arena Trier versuchen ihren komfortablen 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel mit einem weiteren Sieg abzurunden und sich für das ETTU HYLO Champions League FINAL 4 2026 in der Saarlandhalle in Saarbrücken zu qualifizieren.
Nur zwei Tage später geht es für den FCS TT nach Düsseldorf. Beim aktuellen Tabellenführer und Dauerrivalen geht es am Sonntagmittag (15. Februar 2026) ab 14 Uhr ins Spitzenspiel der Tischtennis-Bundesliga (TTBL). Mit einem Sieg könnte Saarbrücken punktemäßig aufschließen zum Tabellenersten. Die Borussen wollen sich revanchieren für die Niederlage aus der Hinrunde kurz vor Weihnachten vor großer Kulisse in der Saarlandhalle. Für Spannung und Prestige ist gesorgt.