Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Rückkehr an den Ort des Premierenpunkts: Elversberg gastiert bei Aufstiegsaspirant Hannover

Wenn sich am Samstag, den 12. April, um Punkt 13.00 Uhr die Tore der Heinz von Heiden Arena öffnen, beginnt für die SV Elversberg nicht einfach irgendein Auswärtsspiel. Es ist die Rückkehr an einen Ort, der in der Vereinsgeschichte bereits eine besondere Bedeutung eingenommen hat. Denn genau hier, am 29. Juli 2023, betrat die SVE erstmals die große Bühne der 2. Bundesliga – und trotzte einem klangvollen Gegner ein 2:2 ab. Es war der erste Punkt in einer neuen Liga, ein emotionaler Auftakt in ein bislang mutiges Abenteuer. Und nun, bald zwei Jahre später, kehrt das Team von Trainer Horst Steffen zurück an den Premieren-Schauplatz. Die Erinnerungen sind noch frisch – und sie sollen am Samstag neu geschrieben werden.

Schöne Erinnerungen und neue Ambitionen

Ich bin sehr gespannt auf dieses Spiel und freue mich auch, in Hannover zu sein. Daran habe ich schöne Erinnerungen

gesteht Horst Steffen offen. Das damalige Remis war nicht nur ein Achtungserfolg, sondern ein Startsignal – und auch diesmal will Elversberg ein Zeichen setzen. Die Ambition: Punkte mitnehmen, ein weiteres Kapitel schreiben in dieser besonderen Geschichte. Doch der Gegner ist kein leichter.

Hannover 96 hat sich in der laufenden Rückrunde in starker Verfassung gezeigt. Bis zur knappen 0:1-Niederlage am vergangenen Spieltag beim Karlsruher SC war das Team von Trainer André Breitenreiter im Jahr 2025 ungeschlagen geblieben. Der Relegationsplatz ist nur drei Punkte entfernt, das Ziel Aufstieg nach wie vor greifbar. „Hannover kann mit seiner Qualität eine Wucht entfachen“, sagt Steffen mit Respekt. „Sie haben ein paar Spiele zu wenig gewonnen, in denen Siege möglich gewesen wären, sonst wären sie in der Tabelle noch viel besser unterwegs.“

Elversberger Selbstvertrauen trotz namhaftem Gegner

Die SVE geht jedoch keineswegs eingeschüchtert in die Partie – im Gegenteil: Man kennt die eigene Stärke. Die Mannschaft tritt mit wachsendem Selbstvertrauen auf und weiß um ihre Chancen. „Wir müssen wieder eine Topleistung bringen, um zu bestehen, und brauchen auch etwas Spielglück, um zu gewinnen. Nichtsdestotrotz traue ich das unserer Mannschaft auch zu“, betont Steffen.

Das Selbstvertrauen ist da, dass wir in Hannover mithalten können, und am besten das Ergebnis nach Hause bringen, das wir uns wünschen.

Dabei wird Elversberg allerdings erneut auf zwei wichtige Spieler verzichten müssen: Neben dem weiterhin krankheitsbedingt fehlenden Angreifer Luca Schnellbacher wird auch Mittelfeldmotor Paul Stock nicht zur Verfügung stehen. Immerhin kehrt mit Muhammed Damar ein zuletzt gesperrter Leistungsträger zurück in den Kader und bringt zusätzliche Optionen fürs kreative Spiel nach vorne.

Hannover mit personellen Sorgen in der Defensive

Auch bei Hannover gibt es personelle Ausfälle – insbesondere in der Abwehr. Kapitän Marcel Halstenberg wird mit großer Wahrscheinlichkeit erneut passen müssen. Zudem ist der Einsatz von Innenverteidiger Phil Neumann fraglich, der sich zuletzt mit Oberschenkelproblemen herumplagte. Trainer Breitenreiter bleibt dennoch gelassen:

Gerade in der Defensive sind wir sehr gut aufgestellt. Da haben wir definitiv auch weitere Optionen. Da sehe ich – auch wenn es vielleicht dann ein Stück vermeintliche Qualität weniger ist – kein Problem. Das kriegen wir als Mannschaft geschlossen hin.

Die defensive Stabilität ist für Hannover ohnehin ein Markenzeichen. Mit nur wenigen Gegentoren in der gesamten Saison zählt das Team zu den defensivstärksten der Liga – eine Herausforderung also für Elversbergs Offensive, die kreative Lösungen und Effizienz gleichermaßen benötigen wird.

Ein Wiedersehen mit besonderen Geschichten

Besonders emotional wird das Spiel für zwei Akteure auf Seiten von Hannover 96, die eine Vergangenheit bei der SVE haben. Jannik Rochelt trug zwei Jahre lang das Trikot der Elversberger und hat sich seit seinem Wechsel nach Hannover im Sommer zu einem festen Bestandteil des 96-Kaders entwickelt. Zwei Tore und zwei Vorlagen seit der Winterpause zeugen von seiner Wichtigkeit für die Offensive. Trainer Breitenreiter hat ihm bereits einen Platz in der Startelf zugesichert: „Jannik Rochelt wird anfangen“, kündigte der Coach an. Für Rochelt selbst ist die Begegnung ein Highlight: „Natürlich freue ich mich, alte Bekannte wiederzusehen“, erklärt der 26-Jährige, schränkt jedoch mit Blick auf die sportliche Aufgabe ein: „In erster Linie geht es um drei Punkte für uns, die wir in Hannover behalten wollen.“

Auch für Lars Gindorf ist das Spiel eine besondere Begegnung. Der heute 25-Jährige durchlief einst zweieinhalb Jahre lang die Jugendabteilung der SV Elversberg und erinnert sich gerne zurück: „Ein bisschen besonders ist es natürlich immer, wenn man gegen den ehemaligen Klub spielt. Aber es ist auch schon lange her, dass ich dort war“, meint er nüchtern – wissend, dass in den 90 Minuten die Vergangenheit keine Rolle spielt.

Taktik, Mut und ein offenes Spiel

Trainer André Breitenreiter erwartet ein intensives Duell – nicht zuletzt wegen der Stärken des Gegners: „Elversberg ist eine spielstarke Mannschaft, laufstark, in der Offensive stark. Sie sind variabel. Sie gehen über viele Jahre einen konsequenten Weg mit vielen jungen Talenten, die in einem ruhigen Umfeld reifen können“, lobt er das Modell des saarländischen Vereins. Entsprechend will Hannover mit Mut und Entschlossenheit dagegenhalten. „Wir versuchen immer, mit Mut, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit nach vorne ranzugehen. Wir wollen nach vorne spielen“, verriet Breitenreiter auf der Pressekonferenz.

Genau hierin könnte die große Chance für die SVE liegen: Mit ihrer bekannten Variabilität, dem hohen Laufaufwand und der spielerischen Reife kann das Team aus dem Saarland auch einem Aufstiegsaspiranten Paroli bieten – wie sie es schon mehrfach in dieser Saison unter Beweis gestellt haben.

Ein Spiel ohne Angst, mit Überzeugung

Für Elversberg geht es um mehr als nur Punkte. Es geht darum, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Gegen ambitionierte Gegner zu bestehen. Erfahrungen zu sammeln, aber gleichzeitig auch Erfolge zu feiern. Hannover ist ohne Zweifel ein Brocken – aber ein bezwingbarer. Wenn alles zusammenkommt: Konzentration, Einsatz, Mut und ein Quäntchen Spielglück, dann ist auch diesmal etwas drin für die „Elv“.

Die Erinnerungen an das letzte Gastspiel am Maschsee mögen emotional gewesen sein – das kommende soll sportlich in Erinnerung bleiben. Elversberg ist bereit, erneut Geschichte zu schreiben. Am besten mit drei Punkten im Gepäck. Denn eines steht fest: In Hannover hat die SVE noch nie verloren. Und das soll auch so bleiben.

Erfahre mehr über die HYLO® Produkte bei Trockenen Augen