Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Rückrundenauftakt in Franken – Elversberg startet beim 1. FC Nürnberg

Knapp vier Wochen Winterpause und -vorbereitung liegen hinter der SV Elversberg, nun beginnt für die Saarländer die zweite Saisonhälfte in der 2. Bundesliga. Zum Auftakt der Rückrunde ist die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner auswärts gefordert: Am Samstag um 13.00 Uhr tritt die SVE im Max-Morlock-Stadion beim 1. FC Nürnberg an.

Die Winterpause sei nach einem intensiven Jahr willkommen gewesen, erklärte Wagner im Rückblick auf die vergangenen Wochen. „Für den einen oder anderen war es ein sehr intensives Jahr. Man hat gemerkt, dass die freien Tage ganz gutgetan haben. Aber umso mehr haben wir uns dann auch gefreut, als wir uns im Januar wiedergesehen haben.“ Gleichzeitig habe die Pause nicht zu einem Bruch geführt, sondern vielmehr den Grundstein für eine konzentrierte Vorbereitung gelegt. Insbesondere das Trainingslager habe es ermöglicht, an Inhalten zu arbeiten und die Belastung gezielt zu steuern. „Wir konnten vor allem durch das Trainingslager intensiv und fleißig trainieren und sind jetzt schon wieder im Modus – das müssen wir auch, weil am Wochenende ein guter Gegner auf uns zukommt“, sagte Wagner.

Wir konnten vor allem durch das Trainingslager intensiv und fleißig trainieren und sind jetzt schon wieder im Modus – das müssen wir auch, weil am Wochenende ein guter Gegner auf uns zukommt

SVE-Trainer Vincent Wagner

Die Vorfreude auf den Restart ist entsprechend groß. Wagner bewertete sie auf einer Skala von eins bis zehn mit einer klaren Höchstnote. „Es ist eine glatte Zehn. Wir hatten mehrere Wochen ohne Wettkampf, konnten an den Inhalten arbeiten, ohne permanenten Druck. Die Grundidee ist, aus Freude herauszuspielen und nicht aus Sorge. Und selbst wenn man mal untergeht, steht man wieder auf – das hat die Hinrunde gezeigt. Wir freuen uns sehr, dass es endlich wieder losgeht.“

Sportlich geht die SVE mit Rückenwind in die Rückrunde. 34 Punkte nach der Hinserie bedeuten Tabellenplatz zwei – eine Momentaufnahme, die intern realistisch eingeordnet wird, die aber zugleich die Basis für Selbstvertrauen liefert. Die Generalprobe vor dem Pflichtspielstart verlief torreich: In einem Test über 2×60 Minuten gewann Elversberg mit 6:5 gegen den FC Basel und zeigte dabei, dass die Prinzipien aus der Hinrunde weiterhin greifen.

Wie der Kader am Samstag aussehen wird, ist allerdings noch nicht in allen Details klar. Krankheitsbedingt gibt es bei der SVE an der einen oder anderen Stelle noch Fragezeichen, was Wagner bereits andeutete. Konkrete Ausfälle oder Rückkehrer wollte der Trainer vor dem Abschlusstraining nicht benennen.

Ein Gegner im Aufwind

Der 1. FC Nürnberg startete mit Schwierigkeiten in die Saison, fand aber im Laufe des Herbstes zunehmend Stabilität. Den ersten Saisonsieg feierte der Club Mitte September beim 2:1 gegen den VfL Bochum, seither zeigt die Formkurve klar nach oben. Inzwischen hat sich Nürnberg bis auf Tabellenplatz acht vorgearbeitet und blickt dem Rückrundenauftakt mit Zuversicht entgegen.

Wagner sieht den kommenden Gegner deutlich gefestigter als noch in der Frühphase der Spielzeit. „Nürnberg spielt anders als zu Saisonbeginn“, sagte der SVE-Trainer. „Das Team verfügt über eine hohe individuelle Klasse.“ Entsprechend erwartet er ein intensives Duell: „Es wird ein enges Spiel auf Augenhöhe werden, ein Abnutzungskampf, den es von Anfang an anzunehmen gilt, auch wenn das nicht so einfach ist.“ Zugleich verwies Wagner auf die eigene Entwicklung: „Bei unserem Spiel gegen den FC Basel hat man gesehen, dass wir unsere Form aus der Hinrunde grundsätzlich gut konservieren konnten. Es wird ein harter Kampf, bei dem es wieder auf Kleinigkeiten ankommen wird.“

Es wird ein enges Spiel auf Augenhöhe werden, ein Abnutzungskampf, den es von Anfang an anzunehmen gilt, auch wenn das nicht so einfach ist.

SVE-Trainer Vincent Wagner

Auch auf Nürnberger Seite ist der Respekt vor Elversberg groß. Cheftrainer Miroslav Klose verwies auf die Variabilität der Gäste mit Ball. „Elversberg hat viele Varianten im Spiel mit Ball. Ich glaube, das zeigt, dass Elversberg in den letzten Jahren hervorragende Arbeit abgeliefert hat.“ Der ehemalige Weltklassestürmer rechnet mit einem offenen Spiel: „Es werden zwei gute Mannschaften aufeinandertreffen und es wird auf Kleinigkeiten ankommen. Sie sind schwer zu verteidigen, aber wenn unser Plan funktioniert, dann wird das ein sehr interessantes Spiel.“

Personell geht Nürnberg vergleichsweise entspannt in den Rückrundenauftakt. Die Wintervorbereitung verlief aus Sicht des Clubs positiv, größere Ausfälle blieben aus. Lediglich bei Adam Markhiyev gibt es noch leichte Einschränkungen. „Es sieht, Stand jetzt, gut aus. Er hat aber natürlich noch ein bisschen Trainingsrückstand“, erklärte Klose. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter Adriano Grimaldi. „Adriano hat bisher nur individuell trainiert. Es sieht aber gut aus, dass er morgen das Abschlusstraining absolvieren kann.“ Abgesehen von Henri Koudossou und Eryk Grzywacz stehen dem FCN damit nahezu alle Spieler zur Verfügung.

In der Offensive sieht Klose sein Team gut gerüstet. „Jeder Stürmer konnte in der Wintervorbereitung auf sich aufmerksam machen. Viele hat die Hinrunde gewurmt und sie waren mit einer anderen Einstellung ab Tag eins da. Sie spielen schnörkelloser und geradliniger.“ Das Ziel für den Heimauftakt ist klar formuliert: „Unsere Aufgabe ist es, die Punkte hierzubehalten.“

Unsere Aufgabe ist es, die Punkte hierzubehalten.

FCN-Cheftrainer Miroslav Klose

Gleichzeitig warnt Klose davor, den Abgang von Elversbergs Top-Torjäger der Hinrunde als Schwächung zu missverstehen. Die SVE habe in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie Veränderungen schnell kompensieren könne. „Die haben ihren Trainer auch im Sommer gewechselt, aber es geht nahtlos weiter“, sagte Klose und hob besonders das Umschaltspiel hervor: „Das ist richtig schwer zu verteidigen.“ Mit 31 Treffern stellte Elversberg in der Hinrunde die beste Offensive der Liga, auf diese Qualität habe man sich vorbereitet. „Auch für die wirbelnde Offensive der Gäste haben wir uns was ausgedacht. Wenn dieser Plan aufgeht, dann wird es ein sehr interessantes Spiel, bei dem Kleinigkeiten entscheiden werden.“

Unabhängig von Tabellenplätzen und Statistiken ist der Rückrundenauftakt für beide Mannschaften eine Standortbestimmung. Für Elversberg geht es darum, die starke Hinrunde nicht zu verklären, sondern sie als Grundlage für die kommenden Monate zu nutzen. Oder, wie es Wagner mit einem Augenzwinkern formulierte: „Temporär stehen wir auf Rang zwei. Keine Ahnung, wie dieser Unfall passiert ist.“ Sportvorstand Nils-Ole Book mahnt dennoch zur Einordnung: „Die Hinrunde hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Das sollte herausgestellt werden, damit die Erwartungshaltung für die Zukunft realistisch bleibt.“

Am Samstag bietet sich in Nürnberg nun die erste Gelegenheit, diese Haltung auf den Platz zu bringen – in einem Spiel, das früh zeigen dürfte, wohin die Reise in der Rückrunde gehen kann.

Temporär stehen wir auf Rang zwei. Keine Ahnung, wie dieser Unfall passiert ist.

SVE-Trainer Vincent Wagner

Erfahre mehr über die HYLO® Produkte bei Trockenen Augen