Saarbrücken dreht Auswärtsspiel in Grünwettersbach

Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis hat sein Auswärtsspiel beim ASC Grünwettersbach mit 3:1 gewonnen. Gegen den Champions-League-Teilnehmer drehten die Saarländer einen frühen Rückstand und blieben in der Tischtennis Bundesliga an Tabellenführer Bremen dran.
Es war für beide Mannschaften der Auftakt in eine anstrengende Woche: Zunächst stand das direkte Aufeinandertreffen in der Tischtennis Bundesliga auf dem Programm, im Anschluss folgen für beide Clubs die Achtelfinal-Hinspiele in der Champions League: Titelverteidiger Saarbrücken empfängt am Freitag Dojlidy Bialystok, Grünwettersbach die GV Hennebont TT um Simon Gauzy. Für beide Seiten war das Ligaspiel damit der Startschuss in eine englische Woche, in der viel gefragt ist – körperlich wie mental.
Personell gingen die Teams mit unterschiedlichen Vorzeichen in den Abend. Saarbrücken trat ohne Fan Zhendong an, Grünwettersbach musste wie schon zuletzt auf Tiago Apolonia und Ricardo Walther verzichten. Walther, der aufgrund einer Operation ausfiel, meldete sich immerhin per Videobotschaft in der Halle, grüßte die Fans und kündigte seine Rückkehr an. Auf dem Spielberichtsbogen standen für den ASC erneut Hiroto Shinozuka, Tobias Hippler und Damian Floro – und sie sollten den Favoriten aus dem Saarland zunächst tatsächlich vor Probleme stellen.
Den Auftakt machte Shinozuka gegen Eduard Ionescu. Es entwickelte sich eine enge, intensive Partie, die bis in den Entscheidungssatz ging. Dort sah Ionescu beim Stand von 5:1 eigentlich wie der Spieler mit den besseren Karten aus, doch Shinozuka drehte die Situation mit viel Nervenstärke und offensivem Mut. Punkt für Punkt holte er auf, blieb in den langen Ballwechseln stabil und sicherte sich den Satz am Ende mit 11:5. Damit ging der erste Zähler des Abends an Grünwettersbach – ein verdienter Lohn für einen starken Auftritt des 22-Jährigen und das 1:0 für den ASC.
Saarbrücken brauchte eine Antwort – und sie kam sofort. Im zweiten Einzel traf Tobias Hippler auf Darko Jorgic. Der Slowene machte vom ersten Ballwechsel an deutlich, warum er zu den besten Spielern der Liga gehört. Mit hohem Tempo, klaren Eröffnungen und viel Druck in den ersten beiden Ballkontakten setzte er Hippler permanent unter Druck. Zwar kam der Grünwettersbacher im zweiten Satz besser ins Spiel, wie es ASC-Manager Martin Werner später einordnete, doch die entscheidenden Punkte gingen an Saarbrücken. „Im zweiten Satz ist Tobi besser reingekommen – aber in Satz drei hat Darko Jorgic einfach seine Klasse gezeigt“, sagte Werner. Am Ende stand ein klares 3:0 für Jorgic und der Ausgleich zum 1:1.
Im zweiten Satz ist Tobi besser reingekommen – aber in Satz drei hat Darko Jorgic einfach seine Klasse gezeigt
ASC-Manager Martin Werner
Im dritten Spiel des Abends übernahm Patrick Franziska für Saarbrücken die Platte. Sein Duell mit Damian Floro verlief ähnlich einseitig. Franziska diktierte von Beginn an das Tempo, variierte sicher zwischen aggressiven Topspins und kurzen Ablagen und ließ seinem Gegner nur wenige freie Punkte. Auch dieses Match endete mit 3:0 für den 1. FCS TT. Nach dem frühen Rückstand hatte der Tabellenzweite die Partie damit gedreht – vor allem, weil Jorgic und Franziska ihre Qualität an den Tisch brachten.
Die letzte Hoffnung des ASC ruhte im vierten Einzel erneut auf Hiroto Shinozuka. Der Japaner traf nun auf Jorgic, der bereits sein erstes Match souverän gewonnen hatte. Shinozuka knüpfte an seine starke Vorstellung aus dem Auftaktspiel an und holte sich einen Satz.. Doch am Ende setzte sich auch hier die Klasse von Jorgic durch. Der Slowene zog das Tempo noch einmal an, kontrollierte die Rallyes und machte den Deckel mit einem klaren 11:5 im vierten Satz drauf. Das 3:1 im Einzel bedeutete zugleich den 3:1-Endstand aus Sicht der Saarbrücker.
So stand am Ende ein Auswärtssieg, der aus Saarbrücker Sicht vor allem zwei Dinge zeigte: Der frühe Rückstand brachte die Mannschaft nicht aus der Ruhe – und die Spitzenpositionen mit Jorgic und Franziska entschieden das Spiel. Ionescu erwischte im ersten Einzel keinen idealen Start in den Abend und musste Shinozuka gratulieren, doch seine Teamkollegen drehten die Partie mit drei deutlich gewonnenen Matches. Der 1. FC Saarbrücken TT löste eine anspruchsvolle Aufgabe damit souverän und bestätigte den Eindruck, dass er auch ohne Fan Zhendong in der Liga jederzeit in der Lage ist, Auswärtsspiele bei einem guten Gegner zu ziehen.
Für den ASC Grünwettersbach blieb nach einem starken Beginn vor allem die Erkenntnis, dass der Ausfall von Apolonia und Walther weiter schwer wiegt. Wie bereits im vergangenen Spiel gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gelang es auch diesmal nicht, sich für den Aufwand zu belohnen. Shinozuka punktete, Hippler und Floro zeigten kurze Phasen, in denen sie mithalten konnten, doch gegen die Topspieler aus Saarbrücken reichte es am Ende nicht.
Saarbrücken bleibt mit diesem Erfolg in der Tabelle dicht hinter Bremen und untermauert seinen Anspruch, in dieser Saison erneut um Titel mitzuspielen. Der Blick richtet sich nun zunächst auf die Champions League: Am Freitagabend empfängt der Titelverteidiger Dojlidy Bialystok zum Achtelfinal-Hinspiel. Nur wenig später geht es in der TTBL mit dem Heimspiel gegen Bad Hombur weiter. Es ist eine volle Woche, in der der 1. FCS TT zeigen kann, wie stabil die Form ist und wie weit die Mannschaft in dieser Phase bereits ist – der Abend in Grünwettersbach war dafür ein gelungener Auftakt.