Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Saarbrücken startet mit Fan Zhendong in eine neue Ära

Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis eröffnet am Sonntag die neue Saison – und alle Augen sind auf einen Mann gerichtet: Fan Zhendong. Der chinesische Olympiasieger gilt als spektakulärster Transfer der Bundesliga-Geschichte und soll den FCS in allen Wettbewerben an die Spitze führen.

„Guten Tag“, sagte Fan Zhendong mit einem Lächeln, als er in dieser Woche in Saarbrücken offiziell vorgestellt wurde. Ein einfacher Gruß, der sofort die Stimmung auf der Pressekonferenz auflockerte – und gleichzeitig ein Satz, der eine kleine Zeitenwende einleitete. Denn der 28-Jährige ist nicht irgendwer, sondern der wohl größte Star, den der Tischtennissport derzeit zu bieten hat. Olympiasieger, zweifacher Einzel-Weltmeister, ehemaliger Weltranglistenerster: Fan Zhendong ist eine lebende Legende. Dass er nun das Trikot des 1. FC Saarbrücken trägt, sorgt für Aufsehen weit über die TTBL hinaus.

Fan ließ keinen Zweifel daran, dass er sich auf sein neues Kapitel freut. „Der 1. FC Saarbrücken ist eine der Spitzenmannschaften in Deutschland. Von daher habe ich mit großer Freude die Entscheidung getroffen, mich Saarbrücken anzuschließen“, erklärte er. Schon 2016 hatte er in der saarländischen Landeshauptstadt gute Erinnerungen gesammelt, als er hier seinen ersten World-Cup-Titel gewann. „Es freut mich, zurück zu sein“, sagte er – und schickte damit eine Botschaft an Fans und Mitspieler: Er ist bereit.

Bereits in den ersten Tagen nach seiner Ankunft hat er sich ins Team eingefunden. Gemeinsam mit Patrick Franziska und Darko Jorgic absolvierte er die ersten Trainingseinheiten, lernte die Abläufe und auch die kulinarischen Vorlieben im Saarland kennen. „Wir waren schon zusammen Schnitzel essen – und es hat ihm, glaube ich, gut geschmeckt“, erzählte Franziska augenzwinkernd. Doch neben dem Spaß ist die Erwartungshaltung groß.

Unsere Ziele sind sehr groß. Ich versuche, dass Fan sich hier auch wohlfühlt, wir Spaß haben – und dann hoffentlich Titel gewinnen.

Patrick Franziska

Dass die Ziele hoch gesteckt sind, betonte auch der Verein. Teammanager Nicolas Barrois stellte klar, dass der Superstar nicht nur in der Liga, sondern auch im Pokal und in der Champions League eingesetzt wird. Für die Hinrunde sind sechs bis sieben Einsätze geplant. Schon beim Saisonauftakt gegen Bergneustadt am Sonntag (14 Uhr) wird er im Kader stehen. Eine Woche später in Bad Königshofen, bei den Heimspielen gegen Borussia Dortmund am 14. und 19. September, beim Auswärtsspiel in Bremen am 5. Oktober sowie bei den Spitzenduellen gegen Ochsenhausen und Düsseldorf im Dezember soll er ebenfalls aufschlagen. Besonders das Heimspiel gegen Düsseldorf, den großen Rivalen und Rekordmeister, wird hervorgehoben: „Das ist der deutsche Classico. Dafür ziehen wir in die Saarlandhalle um, um noch mehr Fans zu erreichen“, erklärte Barrois.

Schon jetzt zeigt sich, welchen Effekt der Transfer hat. Die Ticketnachfrage ist explodiert – nicht nur in Saarbrücken, sondern in der ganzen Liga. Viele Anfragen kommen aus China oder von chinesischen Fans in Europa, was die Verantwortlichen sogar dazu zwingt, Sicherheitskonzepte zu überarbeiten. Selbst in Bremen, wo der FCS am 5. Oktober zu Gast sein wird, spricht man von einem regelrechten Run auf Karten. „Wir sind überrannt worden“, sagte Werder-Trainer Cristian Tamas. Und auch in den Medien ist der Hype enorm. Bei der Präsentation in Saarbrücken wollten chinesische Journalisten nicht nur über Tischtennis sprechen, sondern stellten Fragen, die bis in den Bereich der Popkultur reichten. Der FCS wird plötzlich als „Real Madrid des Tischtennis“ bezeichnet – eine Dimension, die den Verein in eine neue Öffentlichkeit rückt.

Fan selbst bleibt trotz des Rummels gelassen. „Es ist eine neue Ehre für mich, in der Bundesliga zu spielen. Ich hoffe, meinen Beitrag zu leisten, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen“, sagte er. Er sehe die neue Aufgabe als Herausforderung, an der er wachsen wolle. „Außerhalb des Spielfelds wird es sicher eine Umstellung, aber alle im Verein sind sehr nett und helfen mir beim Einleben. Das macht mich zuversichtlich.“ Dabei schloss er gleich an, was seine Einstellung auszeichnet:

Ich bin immer offen für Herausforderungen. Daran werde ich wachsen, und es wird meinen Horizont und meine Karriere bereichern.

Auch für seine Teamkollegen bedeutet der Transfer einen Schub. Franziska, einer der Führungsspieler, brachte es auf den Punkt: Es ist unglaublich, dass wir jetzt Teamkollegen sind und Seite an Seite nebeneinander stehen. Wir wollen das genießen, voneinander lernen und am Ende gemeinsam besser werden.“ Genau diese Mischung aus Demut und sportlichem Ehrgeiz macht die Stärke des Saarbrücker Projekts aus.

Dass der 1. FCS TT mit Fan Zhendong noch einmal eine ganz neue Strahlkraft entfaltet, zeigt sich auch im Umfeld. Schon jetzt ist klar: Die Bundesliga wird von seiner Präsenz profitieren. Topspiele erhalten noch mehr Gewicht, junge Fans bekommen neue Vorbilder, und die internationale Aufmerksamkeit für die deutsche Liga steigt deutlich. Der Verein nimmt damit eine Vorreiterrolle ein – nicht nur sportlich, sondern auch in der Vermarktung.

Wenn am Sonntag gegen Bergneustadt die Saison eröffnet wird, richtet sich der Blick deshalb nicht nur auf die sportliche Leistung, sondern auch auf das Signal, das dieser Auftakt sendet: Der 1. FC Saarbrücken TT will die nationale Dominanz von Düsseldorf angreifen, in der Champions League wieder ein Wörtchen mitreden – und dabei einen Spieler ins Rampenlicht rücken, der das Potenzial hat, eine ganze Liga zu verändern. „Ich weiß, die Erwartungen sind hoch“, sagte Fan,

aber genau das ist die Herausforderung, die ich suche.

Die Tischtennis-Welt schaut am Wochenende nach Saarbrücken. Und für den FCS beginnt eine Saison, die schon jetzt Geschichte geschrieben hat – noch bevor der erste Ball gespiel

Erfahre mehr über die HYLO® Produkte bei Trockenen Augen