Selbstbewusst nach Ulm: SVE peilt dritten Sieg in Folge an

Der Plan für das Auswärtsspiel beim SSV Ulm ist klar: Mit Rückenwind soll ein Sieg her. Doch trotz der tabellarischen Ausgangslage ist Vorsicht geboten: Ulm kämpft um den Klassenerhalt und hat bereits im Hinspiel bewiesen, dass sie gefährlich sein können.
Mit zwei Siegen in Folge im Gepäck reist die SV Elversberg am kommenden Samstag zum Auswärtsspiel gegen den SSV Ulm 1846. Die Partie des 23. Spieltags in der 2. Bundesliga wird um 13:00 Uhr im Donaustadion angepfiffen. Die Mannschaft von Trainer Horst Steffen geht mit Selbstvertrauen in die Begegnung, auch wenn der Blick auf die Tabelle eine vermeintlich klare Rollenverteilung suggeriert. Ulm steht mit Rang 17 auf einem Abstiegsplatz, doch der SVE-Coach warnt eindringlich davor, die Spatzen zu unterschätzen: „Sie stehen zu Unrecht dort unten. Sie sind sehr organisiert und lauffreudig und fahren immer wieder gute Angriffe.“
Gute Leistungen des Gegners trotz Niederlagen
Trotz zuletzt zweier Niederlagen gegen den SC Paderborn (0:2) und den 1. FC Nürnberg (0:2) sollte die SV Elversberg gewarnt sein. Beide Spiele musste Ulm nach Platzverweisen in Unterzahl bestreiten. In Düsseldorf gab es eine 2:3 Niederlage, bei der Ulm durchaus die Chance auf einen Punkt hatte. Steffen analysiert: „Sie hätten in Düsseldorf auch unentschieden spielen können. Das Spiel gab auch für Ulm eine Menge Chancen her.“
Das Hinspiel in Elversberg im vergangenen September endete mit einer 1:3-Niederlage für die SVE und war somit ein Warnsignal. „Wir wollen diesmal anders auftreten und besser sein als im Hinspiel“, betont Steffen. Ziel sei es, die entscheidenden Momente auf die eigene Seite zu ziehen, um die Bilanz gegen Ulm aufzuhübschen.
Wir wollen diesmal anders auftreten und besser sein als im Hinspiel
Horst Steffen
Personell muss die SV Elversberg in Ulm auf Frederik Jäkel und Lukas Petkov (Gelb-Rot-Sperre) verzichten. Ob Luca Dürholtz (krank) und Fisnik Asllani (angeschlagen) einsatzbereit sein werden, entscheidet sich kurzfristig. Trotz dieser Ausfälle ist die Mannschaft gut eingestellt und will ihre Stärken auf den Platz bringen.
Ulm kämpft um den Klassenerhalt
Für den SSV Ulm ist die Situation klar: Nach unglücklichen Niederlagen muss dringend gepunktet werden, um im Kampf um den Klassenerhalt nicht den Anschluss zu verlieren. Trainer Thomas Wörle erinnert sich zwar gerne an den ersten Sieg der Saison im Hinspiel gegen Elversberg (3:1), sieht darin aber keinen Maßstab: „Natürlich wissen wir noch genau, dass es unser erster Sieg in der Liga war. Das hat uns damals richtig Rückenwind gegeben. Aber jetzt ist es ein neues Spiel, wir sind hier zu Hause und freuen uns darauf.“
Ulm ist sich der offensiven Qualität der SVE bewusst. Wörle hebt hervor: „Elversberg hat die viertbeste Offensive der Liga und die fünftbeste Defensive. Sie haben eine hohe individuelle Qualität und klare Abläufe in ihrem Spiel. Wenn man ihnen zu viele Räume gibt, kann das schnell gefährlich werden.“
Elversberg hat die viertbeste Offensive der Liga und die fünftbeste Defensive. Sie haben eine hohe individuelle Qualität und klare Abläufe in ihrem Spiel. Wenn man ihnen zu viele Räume gibt, kann das schnell gefährlich werden.
Spielverlauf wird von Details abhängen
Der SSV will kompakt stehen, aber gleichzeitig aktiv nach vorne spielen. Dabei sieht Wörle einen entscheidenden Faktor im Vermeiden von individuellen Fehlern: „Wir müssen aus den Dingen, die wir erleben, immer wieder lernen. Ich glaube nicht, dass man da groß was trainieren kann, sondern es ist einfach eine Konzentrationsfrage.“ Besonders die vergangenen Platzverweise und die nachfolgenden späten Gegentore sieht er kritisch: „Bis zu den Platzverweisen waren es ausgeglichene Spiele. Dann spielst du in Unterzahl, und in dieser Liga ist es brutal schwer, über 30 oder 40 Minuten mit einem Mann weniger zu bestehen.“
Elversberg als Vorbild?
Ein oft gehörter Vergleich zwischen beiden Teams ist der ähnliche Aufstiegsweg aus der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga. Wörle erkennt gewisse Parallelen, warnt jedoch davor, den Entwicklungsweg der SVE eins zu eins auf Ulm zu übertragen: „Sie waren in der Regionalliga über Jahre immer unter den Top-Teams, bevor sie aufgestiegen sind. Unser Weg war schneller. Trotzdem kann man sich eine Scheibe abschneiden, wie sie sich in der 2. Liga etabliert haben.“
Während für Ulm der Klassenerhalt oberste Priorität hat, kann Elversberg mit einem Sieg einen weiteren Schritt nach oben machen und die aktuelle Erfolgsserie ausbauen. Trainer Steffen und seine Mannschaft wissen um die Schwierigkeit der Aufgabe, sind aber zuversichtlich, dass sie sich für die Hinspielniederlage revanchieren können. Nur die SVE entscheidet am Samstag, wer als Sieger vom Platz gehen wird.