Souveräner Auftritt zur rechten Zeit: FCS TT schlägt Ochsenhausen klar mit 3:0

Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis hat im Spitzenspiel der Tischtennis Bundesliga ein deutliches Zeichen gesetzt. Drei Wochen vor dem erneuten Aufeinandertreffen im Liebherr Pokal-Final Four besiegten die Saarländer am Sonntag die TTF Liebherr Ochsenhausen klar mit 3:0 und bestätigten damit ihre Ambitionen im Titelrennen. Gegen den amtierenden Deutschen Meister präsentierte sich der FCS in starker Verfassung, agierte konzentriert und nutzte seine Vorteile konsequent aus.
Die Begegnung war zugleich ein frühes Kräftemessen zweier Teams, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder in entscheidenden Duellen gegenüberstanden und auch in dieser Saison zu den Topanwärtern zählen. Entsprechend groß war das Interesse an dem Aufeinandertreffen zum Auftakt des 10. Spieltags der TTBL. Saarbrücken trat in Bestbesetzung an, Ochsenhausen nahm wie angekündigt leichte Anpassungen vor. Beide Seiten wollten sich vor dem Pokal-Halbfinale Anfang Januar nicht vollständig in die Karten schauen lassen – an der grundsätzlichen Qualität der Aufstellungen änderte das jedoch wenig.
Beim FCS rückte Darko Jorgic an Position eins, während Fan Zhendong zunächst außen vor blieb. Ochsenhausen setzte auf Iulian Chirita statt auf Shunsuke Togami. Dennoch entwickelte sich bereits im ersten Einzel ein Duell mit Signalwirkung. Jorgic traf auf Togami und lieferte sich mit dem Japaner ein enges Fünf-Satz-Match, das der Saarbrücker schließlich mit 3:2 für sich entschied. Für Togami bedeutete dies die erste Niederlage in der laufenden TTBL-Saison, für Jorgic zugleich den nächsten Beleg seiner aktuellen Topform. Mit nun 9:0 Siegen führt er die Einzelrangliste der Liga an.
Dass dieses Auftaktspiel die Richtung vorgab, war auch aus Sicht der Gäste offensichtlich. „Das erste Match war entscheidend“, erklärte Ochsenhausens Trainer Bogdan Pugna nach der Partie. „Darko hatte einen kleinen Heimvorteil, er hat etwas leichter als Shunsuke die richtigen Lösungen gefunden. Glückwunsch an Saarbrücken, sie waren heute die bessere Mannschaft.“ Die Einschätzung spiegelte den weiteren Verlauf wider, denn Ochsenhausen fand anschließend keinen Zugriff mehr auf die Begegnung.
Darko hatte einen kleinen Heimvorteil, er hat etwas leichter als Shunsuke die richtigen Lösungen gefunden. Glückwunsch an Saarbrücken, sie waren heute die bessere Mannschaft.
Ochsenhausens Trainer Bogdan Pugna
Im zweiten Einzel ließ Fan Zhendong gegen Chirita keinerlei Zweifel aufkommen. Der Saarbrücker agierte dominant, kontrollierte das Spielgeschehen von Beginn an und setzte sich glatt mit 3:0 durch. Ochsenhausen konnte dem druckvollen Spiel wenig entgegensetzen, auch weil Fan kaum Schwankungen zeigte und die Ballwechsel früh diktierte. Damit lag der FCS bereits mit 2:0 in Führung und hatte die Möglichkeit, die Partie frühzeitig zu entscheiden.
Diese Chance ließ sich Patrick Franziska im dritten Einzel nicht entgehen. Gegen Andreas Levenko spielte der Nationalspieler seine Erfahrung aus, blieb über alle drei Sätze hinweg stabil und machte mit einem weiteren 3:0-Erfolg den klaren Saarbrücker Sieg perfekt. Mehr als zwei gewonnene Sätze im gesamten Match gelangen den Gästen nicht – ein ungewohnt deutlicher Ausgang in einem Duell, das in der Vergangenheit oft bis in die letzten Spiele offen gewesen war.
Der 3:0-Erfolg hatte nicht nur sportliche, sondern auch tabellarische Auswirkungen. Mit nun 14:6 Punkten verbesserte sich der 1. FC Saarbrücken TT auf den dritten Tabellenplatz und distanzierte Ochsenhausen, das mit 12:8 Punkten auf Rang fünf zurückfiel. Vor allem aber unterstrich der Auftritt die Stabilität und Tiefe im Saarbrücker Kader, der auch ohne Fan Zhendong an Position eins in der Lage war, einen direkten Konkurrenten klar zu kontrollieren.
Trotz des deutlichen Ergebnisses blieb der Blick auf das kommende Pokal-Halbfinale differenziert. „Man darf die Generalprobe nicht überbewerten. Niemand wird sich am Sonntag in die Karten schauen lassen“, hatte Ochsenhausens Chirita im Vorfeld betont. Diese Haltung bewahrten beide Teams auch nach der Partie. Die Kräfteverhältnisse mögen an diesem Abend klar gewesen sein, doch das direkte Duell Anfang Januar wird unter anderen Vorzeichen stattfinden.
Man darf die Generalprobe nicht überbewerten. Niemand wird sich am Sonntag in die Karten schauen lassen
Iulian Chirita
Für den FCS war der Sieg dennoch mehr als ein normaler Ligaerfolg. Gegen einen der stärksten Konkurrenten der Liga überzeugte die Mannschaft in allen drei Einzeln, blieb ohne Satzverlust nach dem Auftaktspiel und zeigte sich in den entscheidenden Momenten präsent. Es war ein Auftritt, der Selbstvertrauen geben dürfte – ohne dass daraus bereits Rückschlüsse auf den weiteren Saisonverlauf gezogen werden müssen.
Der 10. Spieltag der Tischtennis Bundesliga wird am Dienstag fortgesetzt. Dann empfängt der ASC Grünwettersbach den TTC Zugbrücke Grenzau, zudem kommt es zum Duell zwischen Borussia Düsseldorf und dem Post SV Mühlhausen. Für den 1. FC Saarbrücken TT geht der Blick nun Schritt für Schritt weiter – mit dem Wissen, dass man im direkten Vergleich mit einem Titelkonkurrenten überzeugend geliefert hat. Am 19.12. wartet dann das Rückspiel in der Champions League auf die Saarbrücker. Dojlidy Bialystok gastiert dann zum Rückspiel in Saarbrücken, ehe dann nur zwei Tage später Borussia Düsseldorf ins Saarland kommt. Genügend Möglichkeiten, dem Jahr noch einen schönen Abschluss zu geben – der Sieg gegen Ochsenhausen war ein guter Anfang.