Souveräner Sieg für den 1. FC Saarbrücken Tischtennis

Mit einem 3:1-Auswärtssieg beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat der 1. FC Saarbrücken-TT seine Ambitionen in der Tischtennis Bundesliga eindrucksvoll untermauert. Auch ohne Superstar Fan Zhendong setzte sich der amtierende Champions-League-Sieger in einem hochklassigen Spitzenspiel durch – dank eines überragenden Patrick Franziska und einem nervenstarken Darko Jorgic.
Im Spitzenspiel des 4. Spieltags der Tischtennis Bundesliga (TTBL) hat der 1. FC Saarbrücken-TT seine Ambitionen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell setzten sich die Saarländer am Montagabend mit 3:1 durch und erklommen dadurch zumindest für einen Tag die Tabellenspitze. Beide Teams waren dabei nicht in Bestbesetzung angetreten, doch insbesondere Patrick Franziska zeigte in der Hubtex-Arena eine Glanzleistung, die für die Wende sorgte.
Der Abend begann jedoch mit einem Paukenschlag für die Gastgeber: Ersatzspieler Ruwen Filus, der für den erkrankten Dimitrij Ovtcharov eingesprungen war, lieferte sich gegen Eduard Ionescu einen wahren Tischtennis-Krimi. Die Zuschauer in der ausverkauften Halle trieben den Abwehrstrategen nach vorne, der sich schließlich im Entscheidungssatz mit 11:9 durchsetzte. Fulda führte 1:0 und sorgte für frühe Euphorie im Publikum.
Saarbrückens Antwort kam prompt und in Person von Patrick Franziska. Der Nationalspieler bekam es mit Fanbo Meng zu tun, der sich mutig gegen den Weltranglisten-17. stemmte und den zweiten Satz für sich entschied. Doch Franziska übernahm in den folgenden Durchgängen klar die Kontrolle, brillierte mit seinem Aufschlag-Rückspiel-Spiel und holte die Sätze drei und vier deutlich mit 11:2 und 11:4. Das Match war wieder ausgeglichen, und Franziska hatte seine erste Duftmarke gesetzt.
Zum Knackpunkt wurde das dritte Einzel zwischen Darko Jorgic und Jonathan Groth. Der Däne dominierte den ersten Satz (11:5) und sah auch im zweiten bei einer 9:6-Führung wie der sichere Sieger aus. Doch Jorgic kämpfte sich zurück, drehte den Satz zu einem 11:9 und riss das Momentum an sich. Von da an kontrollierte der Slowene die Partie, entschied die nächsten beiden Durchgänge mit 11:8 für sich und stellte die Weichen auf Auswärtssieg.
Im vierten Einzel kam es zur Neuauflage von Partie eins: Ruwen Filus gegen Patrick Franziska. Doch der Unterschied zu Ionescu war eklatant. Franziska ließ dem Defensivkünstler keine Chance, dominierte mit variantenreichen Topspins, agierte druckvoll und präzise. Mit 11:8, 11:7 und 11:3 beendete der Routinier die Partie und sicherte seinem Team den Gesamtsieg.
Der heutige Sieg war ungemein wichtig für uns
sagte Franziska nach dem Spiel. „Jedes Team kann in dieser Liga jedes schlagen. Nach unserem Start gegen Bergneustadt wollten wir zeigen, dass wir bereit sind für die oberen Tabellenregionen.“ Tatsächlich ist der FCS-TT nach diesem Erfolg Tabellenführer, auch wenn vier weitere Teams punktgleich sind. Das bessere Satzverhältnis gibt den Ausschlag.
Für Fulda war es ein Abend der verpassten Chancen. Filus’ Sieg zum Auftakt schien die Gastgeber zu beflügeln, doch Meng und Groth konnten ihre Führungen nicht ins Ziel bringen. „Fanbo hätte eigentlich schon den ersten Satz holen müssen, dann kann es auch 2:0 für uns stehen“, analysierte Präsident Stefan Frauenholz. „Aber gegen einen übermächtigen Gegner hat es am Ende nicht gereicht. Trotzdem: Kein Zuschauer wird sein Kommen bereut haben.“
In der Tabelle liegt Fulda nun mit 4:4 Punkten im Mittelfeld. Trotz der Niederlage können die Osthessen viel Positives mitnehmen, nicht zuletzt die Stimmung in der Halle und die starke Leistung von Filus. „Das war ein Riesenspiel, da hat die Halle getobt“, so Frauenholz.
Saarbrücken hingegen hat seine Form gefunden. Auch ohne den chinesischen Superstar Fan Zhendong zeigt der Kader um Franziska, Jorgic und Ionescu große Qualität und vor allem Tiefe. Die Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Unbekümmertheit scheint zu stimmen.
Am 05. Oktober ist der FCS-TT erneut auswärts gefordert. Dann geht es gegen den ambitionierten SV Werder Bremen, der ebenfalls in der oberen Tabellenhälfte mitmischt. Franziska mahnt:
Wir dürfen uns auf diesem Sieg nicht ausruhen. Die Liga ist extrem ausgeglichen, da kann jeder Punkt entscheidend sein.
Nach dem etwas stotternden Start gegen Bergneustadt scheint Saarbrücken nun voll im Rhythmus angekommen zu sein. Zwei Siege gegen Dortmund, ein Erfolg in Fulda – der FCS-TT zeigt, dass er auch in dieser Saison ein ernstzunehmender Kandidat für Titel und Final-Four ist.