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Spitzenspiel an der Kaiserlinde: Elversberg empfängt Hannover 96 zum Abschluss der Englischen Woche

Zum Ende einer intensiven Englischen Woche empfängt die SV Elversberg am heutigen Freitagabend Hannover 96 in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde. Nach zwei Auswärtsspielen in Folge kehrt die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner damit vor heimisches Publikum zurück – und trifft auf einen Gegner, der ebenfalls im oberen Tabellendrittel der 2. Bundesliga steht. Der Anpfiff erfolgt um 18.30 Uhr.

Die Ausgangslage vor dem 11. Spieltag hat es in sich. Beide Teams gehören zu den offensivstärksten Mannschaften der Liga, beide haben sich in den vergangenen Wochen im oberen Drittel festgesetzt. Die SV Elversberg liegt mit 22 Punkten auf Rang drei, Hannover 96 folgt mit zwei Zählern Rückstand direkt dahinter. Was vor wenigen Monaten noch als Duell zwischen einem etablierten Aufstiegskandidaten und einem ambitionierten Zweitligisten gegolten hätte, ist nun ein echtes Spitzenspiel auf Augenhöhe. „Es wird ein Topspiel, das hätte vor drei Monaten vermutlich kaum jemand gedacht“, sagt Vincent Wagner.

Mit der Ausgangslage, die sich unsere Jungs über die letzten Wochen und Monate erarbeitet haben, kann man sehr stolz sein.

Dabei geht die SVE nach einer strapaziösen Woche an die Grenzen. Nur drei Tage nach dem Pokalspiel in Berlin steht erneut eine schwere Aufgabe bevor. „Es geht Schlag auf Schlag, wir freuen uns auf das Spiel“, sagt Wagner, der die Belastung für seine Mannschaft offen benennt:

Man muss auch dazu sagen, dass wir irgendwann einfach müde waren.

In Berlin hatte der Trainer seine Startelf auf fünf Positionen verändert – ein Zeichen, dass er die Kräfte über die englische Woche gezielt verteilt. Auch gegen Hannover wird die Formation im Vergleich zum Pokalspiel erneut leicht verändert auftreten.

Trotz der jüngsten Niederlagen – 0:2 in Bielefeld und 0:3 in Berlin – bleibt die SVE eines der Topteams der Liga. Nach neun ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie mit acht Siegen und einem Unentschieden war die Serie zuletzt gerissen, doch an der grundsätzlichen Stabilität und Spielfreude der Mannschaft hat das nichts geändert. Die Saarländer versuchen weiterhin mit strukturiertem Ballbesitzspiel, hohem Tempo in der Offensive und einer bemerkenswerten Geschlossenheit zu überzeugen. 22 Tore in zehn Ligaspielen bedeuten den Bestwert der 2. Bundesliga, elf verschiedene Spieler haben bereits getroffen – ein Ausdruck der kollektiven Stärke.

Auch gegen Hannover 96 will Elversberg diese Tugenden wieder auf den Platz bringen. „Wir brauchen ähnlich wie gegen Kiel eine absolute Topleistung. Wir werden sehr viel laufen und leiden müssen, aber auch trotzdem mutig bei uns bleiben“, sagt Wagner. „Wenn wir das schaffen, können wir zuhause auch den Dreier holen.“ Die Motivation ist entsprechend groß, vor eigenem Publikum einen positiven Abschluss der Woche zu schaffen. „Die Jungs haben sich in den letzten Wochen viel erarbeitet, jetzt wollen wir das auch wieder zeigen“, so der Trainer. Amara Condé und Jan Gyamerah machten nach dem Pokal-Aus in Berlin deutlich, dass die Stimmung trotz des Resultats intakt ist. „Wir sind immer noch eine Mannschaft, die super Fußball spielen kann. Wir haben zu unreif und zu einfach die Bälle verloren“, sagte Condé selbstkritisch. Gyamerah ergänzte:

Wir hatten zwar schon bessere Tage, aber diese Niederlage wirft uns nicht um. Wir haken das ab und machen weiter.

Beide Aussagen unterstreichen, dass der Blick nach vorn gerichtet bleibt – auf die Liga, auf Hannover. Personell kann Wagner fast aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler sind gesund, einzig Maximilian Rohr fehlt wegen seiner Gelbsperre.

Die Niedersachsen hingegen reisen mit breiter Brust an die Kaiserlinde. Unter Trainer Christian Titz hat sich Hannover 96 im oberen Drittel der Tabelle etabliert, mit einer klaren Spielidee und starken individuellen Akteuren. Die Mannschaft verfügt über eine der besten Passquoten (86,2 Prozent) und den höchsten Ballbesitzwert der Liga (58 Prozent). Auch in Sachen Intensität ist 96 Maßstab: Mit 1.709 Sprints pro Spiel führen sie das Liga-Ranking an, laufen im Schnitt knapp 119 Kilometer – vier mehr als Elversberg. In der Offensive treffen zwei der gefährlichsten Angriffsreihen aufeinander: 18 Treffer hat Hannover erzielt, 22 die SVE.

Für die Gäste wird das Duell in der URSAPHARM-Arena in mehrfacher Hinsicht besonders. Jannik Rochelt und Maurice Neubauer kehren an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Beide trugen in der Vergangenheit das Trikot der SV Elversberg und gehörten zu jenen Spielern, die den Weg des Vereins mitprägten. Auch familiäre Verbindungen gibt es: Stürmer Younes Ebnoutalib, derzeit mit neun Treffern bester Torschütze der 2. Bundesliga, hat mit Ilias Ebnoutalib einen Bruder bei der U23 von Hannover 96.

Trainer Christian Titz äußerte sich vor der Partie gewohnt sachlich:

Spiele, die du nicht gewinnst, machen natürlich etwas mit dir – aber das ist völlig normal im Laufe einer Saison. Wir haben uns gut auf Elversberg vorbereitet, vor allem darauf, wie wir sie anlaufen und bespielen wollen. Vermutlich werden sie im Vergleich zum Pokalspiel gegen Hertha auf mehreren Positionen verändert auftreten.

Zur bisherigen Bilanz wollte Titz keine Rückschlüsse ziehen: „Das Spiel wird völlig neu beginnen – mit neuen Vorzeichen. Zwei neue Mannschaften treffen aufeinander, deshalb hat die Historie der vorherigen Ergebnisse keinen Einfluss. Entscheidend ist das anstehende Spiel, nicht das, was zuvor war.“

Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch, dass die SV Elversberg bislang ein ausgesprochen unangenehmer Gegner für Hannover war. In fünf Pflichtspielen konnten die Niedersachsen noch keinen Sieg einfahren. Zwei Begegnungen endeten remis, zweimal setzte sich Elversberg durch. In der vergangenen Saison gewann die SVE beide Duelle mit 3:1, in der Saison davor trennten sich beide Teams 2:2 – damals beim Zweitliga-Debüt der Saarländer. Auch das einzige Pokalduell 2010 ging nach Elfmeterschießen an Elversberg. Kurios: In allen vier Zweitligabegegnungen zwischen beiden Klubs fielen jeweils exakt vier Tore – nie mehr, nie weniger.

Titz sieht seine Mannschaft dennoch gewappnet: „Wir schaffen es gut, uns vom Drumherum nicht zu sehr beirren zu lassen. Es gibt immer Spiele, die du nicht gewinnen kannst – so ist das im Fußball. Aber wir bleiben ruhig.“ Der 96-Coach weiß, dass seine Elf gegen Elversberg ein hohes Niveau abrufen muss, vor allem in der Defensive, lobt aber zuvor seinen Topstürmer: „Bei uns spielt sich Benji Källman konstant Möglichkeiten heraus. Natürlich hätte er gern noch mehr Tore, er bringt eine gute Geschwindigkeit mit und schafft es, regelmäßig Bälle auf das Tor zu bringen. Genau das werden wir auch am Freitagabend brauchen“, sagte Titz über seinen eigenen Angreifer – und lobte zugleich Elversbergs Pendant Ebnoutalib: „Ebnoutalib hat einen beeindruckenden Weg genommen. Er hatte einen sehr starken Saisonstart, ist extrem gefährlich bei Eingaben in die Box – ein guter Spieler.“
Auch für Wagner und sein Team gilt: Das Heimspiel gegen Hannover ist mehr als nur das Ende einer englischen Woche – es ist ein weiteres Spitzenspiel einer bislang zufriedenstellenden Saison. Die SVE spielt stabil und mutig, trotz Rückschlägen soll gegen Hannover mit unverändertem Selbstverständnis agiert werden. Das Publikum an der Kaiserlinde wird am Freitagabend erneut hinter der Mannschaft stehen, die in dieser Saison schon viele Abende geprägt hat.

Wir werden sehr viel laufen und leiden müssen, aber auch trotzdem mutig bei uns bleiben

hatte Wagner gesagt. Es ist der Satz, der in dieser Phase der Saison sinnbildlich für die Elv steht – ein Team, das sich nicht nur in der Tabelle, sondern auch in der Wahrnehmung der Liga ganz oben festgesetzt hat.

Wenn um 18.30 Uhr in der URSAPHARM-Arena angepfiffen wird, erwartet die Zuschauer an der Kaiserlinde ein echtes Spitzenspiel – ein würdiger Abschluss einer intensiven Englischen Woche.

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