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SV Elversberg rettet in letzter Sekunde einen verdienten Punkt in Paderborn

In einem packenden Zweitligaspiel beim SC Paderborn 07 hat die SV Elversberg am Samstagnachmittag mit großer Moral einen späten 1:1-Ausgleich erzielt. Sekunden vor dem Schlusspfiff gelang Florian Le Joncour der umjubelte Treffer für die Gäste, die über weite Strecken das Spiel bestimmten, jedoch lange an der kompakten Defensive der Gastgeber scheiterten.

Geduldige Anfangsphase beider Teams

Beide Mannschaften gingen die Partie mit Respekt an, schließlich hatte das 1:1 des 1. FC Magdeburg am Vorabend die Bedeutung des Spiels nochmals erhöht: Der dritte Tabellenplatz und damit die Relegationschance zur Bundesliga war in Reichweite. Entsprechend vorsichtig agierten sowohl der SC Paderborn als auch die SV Elversberg in den ersten Minuten.

Zwingende Chancen blieben zunächst aus, die Abwehrreihen dominierten das Geschehen. Die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit für Paderborn hatte Filip Bilbija in der 15. Minute, als er aus kurzer Distanz über das Tor schoss. Mit fortschreitender Spieldauer übernahm Elversberg jedoch zunehmend die Kontrolle. Das Team von Trainer Horst Steffen agierte mit mehr Ballbesitz und erspielte sich erste Gelegenheiten. Muhammed Damar hatte in der 24. Minute die Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Paderborns Torhüter Manuel Riemann. Kurz vor der Pause war es Fisnik Asllani, der aus aussichtsreicher Position ebenfalls keinen Treffer erzielen konnte (44.).

Führung für Paderborn aus heiterem Himmel

Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Bild fort: Elversberg bestimmte das Spielgeschehen, tat sich jedoch schwer, klare Torchancen gegen die gut organisierte Defensive der Gastgeber herauszuspielen. Umso überraschender fiel die Führung für Paderborn: Nach einer zunächst abgewehrten Flanke landete der Ball bei Julian Obermair, der aus der Distanz abschloss. Der Schuss wurde von Filip Bilbija abgefälscht und ließ Elversbergs Schlussmann Nicolas Kristof keine Abwehrchance – die Gastgeber gingen in der 56. Minute mit 1:0 in Führung.

In der Folge bemühte sich der SC Paderborn, mit taktischen Umstellungen die Entscheidung herbeizuführen. Trainer Lukas Kwasniok brachte die erfahrenen Stürmer Adriano Grimaldi und Sven Michel. Besonders Michel sorgte in der 80. Minute noch einmal für Gefahr, als sein Heber an der Querlatte landete.

Trotz des Rückschlags steckte die SV Elversberg nicht auf. Die Mannschaft intensivierte ihre Offensivbemühungen und erspielte sich weitere Gelegenheiten. Robin Fellhauer hatte die große Chance zum Ausgleich in der 72. Minute, blieb jedoch erneut an Riemann hängen.

Verdiente Belohnung in letzter Sekunde

In der Nachspielzeit lief Elversberg noch einmal entschlossen an. Paderborn verteidigte mit allem, was möglich war, warf sich in jeden Schussversuch und schien die knappe Führung über die Zeit retten zu können. Doch dann die entscheidende Szene: In der 94. Minute landete ein geblockter Ball vor den Füßen von Florian Le Joncour. Der Innenverteidiger fackelte nicht lange, zog aus rund 20 Metern ab – und der Ball schlug, von einem Paderborner noch abgefälscht, unhaltbar im linken unteren Toreck ein.

Wenige Augenblicke nach dem Ausgleichstreffer pfiff Schiedsrichter Benjamin Brand die Partie ab. Elversberg hatte sich für seinen mutigen und engagierten Auftritt letztlich belohnt und einen wichtigen Punkt im Aufstiegsrennen gesichert.

Während die SV Elversberg den späten Ausgleich als verdienten Lohn für eine engagierte Leistung verbuchte, war der Frust auf Paderborner Seite groß. SC-Trainer Lukas Kwasniok fand deutliche Worte:

Das ist einer der bittersten Tage in den vier Jahren, in denen ich hier bin. Wir sind unfassbar enttäuscht und leer

sagte er im Anschluss an die Partie.

Auch Paderborns Torschütze Filip Bilbija zeigte sich enttäuscht: „Das ist natürlich bitter. Ich hatte nicht mehr gedacht, dass wir noch den Ausgleich kriegen, weil ich dachte, wir hätten alles wegverteidigt. Wir haben nicht viel zugelassen, defensiv war das eine gute Leistung.“

Elversbergs Trainer Horst Steffen bewertete das Remis hingegen als gerecht: „Ich hatte schon das Gefühl, dass es nicht ganz unverdient war. Ich sehe nur zehn Minuten, in denen wir das Spiel nicht so kontrolliert haben. Ansonsten war das gut.“ Eine Enttäuschung über das verpasste Ziel, drei Punkte mitzunehmen, sah Steffen nicht: „Überhaupt nicht.“

Auch Fisnik Asllani hob die Bedeutung des Punktgewinns hervor und betonte den unerschütterlichen Teamgeist: „Es war ganz wichtig, das Spiel hier heute nicht zu verlieren“, erklärte er gegenüber der Sportschau. Nach dem Rückstand habe er seine Mitspieler immer wieder motiviert, an sich zu glauben.

Im Gesamtverlauf war die SV Elversberg die aktivere und spielerisch bessere Mannschaft. Insbesondere im Mittelfeld zeigte sich das Team dominant, ließ Ball und Gegner laufen und spielte geduldig auf Lücken in der gegnerischen Defensive. Allerdings fehlte es häufig an der letzten Präzision im Abschluss, um aus dem Übergewicht frühzeitig Kapital zu schlagen.

Die Führung für Paderborn fiel aus einer Situation, in der die SVE eigentlich alles im Griff hatte. Das Verhalten nach dem Gegentor jedoch unterstreicht die Mentalität der Mannschaft: Unbeeindruckt vom Rückstand erhöhte die SVE den Druck, hielt den Ball in den eigenen Reihen und zwang den Gegner immer wieder zu Fehlern.

Dass der Ausgleich letztlich in der Nachspielzeit fiel, war auch Ausdruck der Beharrlichkeit, mit der Elversberg das Spiel bis zur letzten Sekunde anging. Trainer Horst Steffen fasste das Geschehen treffend zusammen:

Dass unser Ausgleich durch ein abgefälschtes Tor fällt, war typisch für das Spiel, denn auch das 1:0 war abgefälscht. Wir sind glücklich, aber ich denke, dass das Unentschieden auch verdient ist. Jetzt bin ich gespannt, wo die Reise für beide hingeht.

Ausblick: Nürnberg als nächste Herausforderung

Mit diesem Punktgewinn wahrt die SV Elversberg ihre Chancen im Aufstiegsrennen. Paderborn und Elversberg stehen nun bei jeweils 49 Punkten, nur einen Zähler hinter dem Relegationsplatz, den derzeit der 1. FC Magdeburg innehat.

Am kommenden Wochenende geht es für die SVE mit einem weiteren Auswärtsspiel weiter. Am Sonntag, den 4. Mai, tritt Elversberg beim 1. FC Nürnberg an (Anstoß 13:30 Uhr).

Mit der in Paderborn gezeigten Moral und dem Glauben an die eigene Stärke reist die SV Elversberg selbstbewusst nach Franken – mit dem klaren Ziel, auch dort etwas Zählbares mitzunehmen.

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