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SV Elversberg überzeugend an die Spitze

Die SV Elversberg bleibt in der 2. Bundesliga das Team der Stunde. Beim 4:1-Erfolg in Braunschweig überzeugt die Wagner-Elf erneut mit Reife, Wucht und Effizienz – und übernahm kurzzeitig die alleinige Tabellenführung. 

Es war ein Nachmittag, der aus Sicht der SV Elversberg kaum besser hätte laufen können: Mit einem 4:1-Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig setzt das Team von Vincent Wagner ein weiteres Ausrufezeichen in der 2. Bundesliga und erklomm die Tabellenspitze – zumindest bis Sonntagnachmittag. Darmstadt gewann mit 3:0 in Düsseldorf und schob sich mit der gleichen Punktzahl aber einem besseren Torverhältnis an den Platz an der Sonne. Gegen einen phasenweise gefährlichen, aber letztlich überforderten Gegner zeigte Elversberg eine reife, taktisch disziplinierte und über weite Strecken spielerisch überzeugende Leistung. Der Lohn: der vierte Sieg im sechsten Saisonspiel, das sechste Pflichtspiel ohne Niederlage in Folge – und die Gewissheit, dass die Mannschaft auch auswärts in der Lage ist, ein Spiel nicht nur zu kontrollieren, sondern auch klar zu entscheiden.

Meine Mannschaft schafft es, obwohl wir noch am Anfang der Saison sind, relativ stabil unseren Fußball zu zeigen

sagte Cheftrainer Vincent Wagner nach der Partie. „Wir kommen gut ins Spiel und gehen gleich mit der zweiten Aktion in Führung. Es war uns klar, dass Braunschweig in der zweiten Halbzeit in Schwung kommen wird, was ihnen auch gut gelungen ist. Ab der Gelb-Roten Karte von Heußer wurde das Spiel für uns einfacher und mit dem 3:1 war der Deckel drauf. Dennoch sehe ich auch, dass es für einige Mannschaften in Zukunft noch sehr schwer werden wird, hier zu gewinnen, weil es nicht einfach ist, hier zu bestehen.“

Tatsächlich begann die Partie im Eintracht-Stadion bei sommerlichen Temperaturen mit hohem Tempo. Die erste Gelegenheit gehörte zwar der Eintracht, doch Elversberg übernahm rasch die Kontrolle. In der zwölften Minute leitete Lukasz Poreba mit einem flachen Drehschuss die Führung ein, Younes Ebnoutalib hielt den Fuß rein und fälschte den Ball unhaltbar für Keeper Hoffmann ab. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits das fünfte Saisontor für den 22-jährigen Angreifer, der in den vergangenen Wochen zur schillernden Figur der Saarländer aufgestiegen ist. „Ich hoffe, es geht so weiter“, sagte Ebnoutalib der Sportschau. Und später sollte es auch noch mit Saisontor Nummer Sechs weitergehen.

Doch zuerst antwortete Braunschweig prompt: Nur acht Minuten nach dem Rückstand erzielte Erencan Yardimci per Kopf den Ausgleich. Doch Elversberg zeigte sich wenig beeindruckt. Jan Gyamerah nutzte eine unzureichende Klärung der Gastgeber nach einem Einwurf von Felix Keidel zum 2:1 (34.) und stellte damit den alten Abstand noch vor der Pause wieder her.

Im zweiten Durchgang versuchte Braunschweig, mehr Druck zu entwickeln. Tatsächlich verlagerten die Niedersachsen das Spielgeschehen zunehmend in die Hälfte der Gäste. Ein Freistoß von Hasan Aydin zwang Nicolas Kristof zu einer sehenswerten Parade (56.), wenig später vergab Lion Lauberbach eine gute Gelegenheit aus kurzer Distanz. Die Eintracht agierte mutiger, stellte zwischenzeitlich auf ein 3-5-2 um und – so Trainer Heiner Backhaus – hatte das Momentum auf ihrer Seite. Doch dann kam Otto Stange.

Der junge Offensivspieler, erst wenige Sekunden auf dem Platz, entwischte der Braunschweiger Hintermannschaft bei einem Konter. Robin Heußer wusste sich nur mit einem taktischen Foul zu helfen und kassierte die Gelb-Rote Karte (63.). Von diesem Moment an kippte die Partie endgültig. Elversberg spielte seine Überzahl clever aus, kombinierte ruhig und setzte immer wieder gezielte Nadelstiche. In der 79. Minute war es erneut Ebnoutalib, der im Zentrum einen Stange-Pass eiskalt zum 3:1 verwertete. Nur sieben Minuten später krönte Freddy Schmahl einen Konter mit dem vierten Treffer des Tages für die SVE – erneut war Stange der Vorlagengeber.

„Er ist ein sehr, sehr guter Fußballer“, sagte Vincent Wagner über Ebnoutalib. Für den Trainer und Sportvorstand Ole Book ist der Lauf des Deutsch-Marokkaners keine Überraschung:

Das deutet er im Training schon länger an, und es war nur eine Frage der Zeit.

Braunschweig hingegen bleibt nach einer soliden Anfangsphase und einigen leidenschaftlichen Momenten erneut ohne Punkt. Die Analyse des Trainers fiel dementsprechend kritisch aus: „Wir haben hier heute gegen eine sehr starke Mannschaft mit klaren Abläufen gespielt“, sagte Heiner Backhaus. „Wir haben zu wenig im hohen Pressing gespielt und bekommen dann den frühen Gegentreffer. Mit dem 1:3 war der Bann gebrochen. Dennoch hat sich die Mannschaft nicht nur hinten reingestellt, sondern versucht, weiterhin nach vorne zu kommen.“

Auch Ron-Thorben Hoffmann und Florian Flick äußerten sich nach dem Spiel selbstkritisch: „Das war kein erwachsener Auftritt heute von uns“, sagte Hoffmann. Flick konstatierte: „Teilweise fehlt noch das Gespür, wann eine gegnerische Situation gefährlich werden kann.“ Nach sechs Spieltagen steht die SV Elversberg nun auf einem Spitzenplatz – ein bemerkenswerter Zwischenstand, der nicht nur das Team auf dem Platz ehrt, sondern die kontinuierliche Arbeit des gesamten Vereins widerspiegelt. Die Entwicklung unter Vincent Wagner und seinem Trainerstab, die punktgenauen Kaderentscheidungen der sportlichen Leitung sowie die mannschaftliche Geschlossenheit haben gemeinsam zu diesem Erfolg beigetragen.

Für Elversberg bleibt der September bislang ein goldener Monat. Trotz prominenter Abgänge im Sommer, trotz des Wechsels auf der Trainerbank, trotz immer wieder kleinerer Ausfälle im Kader hat sich die SVE in der oberen Tabellenregion etabliert und sogar kurzzeitig alleine an die Spitze gesetzt. Die Mannschaft zeigt Kontinuität, Balance zwischen Defensive und Offensive und – nicht zuletzt – eine bemerkenswerte Abschlussqualität.

Nächster Gegner ist am kommenden Samstag Holstein Kiel. Dann kehrt Elversberg in die URSAPHARM-Arena zurück. Mit dem Selbstverständnis einer Top-Mannschaft. Und dem Wissen, dass man sich diese Rolle mehr als verdient hat.

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