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SVE gewinnt Härtetest gegen NEC Nijmegen

Die SV Elversberg hat ihr Trainingslager in den Niederlanden mit einem überzeugenden Härtetest beendet. Beim 1:0 am Samstag (25. Juli 2026) gegen NEC Nijmegen zeigte der Bundesliga‑Aufsteiger, dass seine bekannten Mechanismen auch nach dem Aufstieg funktionieren. Trainer Vincent Wagner setzt dabei auf den Kern der Erfolgsmannschaft, hochtalentierte Verstärkungen und die besondere Geschlossenheit des Teams. Mit Luca Sirch kam zudem ein vielseitiger Defensivspieler hinzu, der sich seinen Traum von der Bundesliga erfüllt.

NEC Nijmegen hatte die vergangene Saison als Dritter der niederländischen Eredivisie beendet und stand unmittelbar vor den Qualifikationsspielen zur Champions League gegen Olympiakos Piräus. Der Gegner war in seiner Vorbereitung weiter und stellte die Elversberger über zweimal 60 Minuten vor eine körperlich wie spielerisch anspruchsvolle Aufgabe. Wagner sprach im Vorfeld bewusst von einem absoluten Härtetest. Fünf Wochen vor dem Bundesliga‑Auftakt gegen Bayer Leverkusen sollte sich zeigen, wie belastbar die ersten Abläufe bereits sind.

Die Antwort fiel bemerkenswert positiv aus. Elversberg gewann vor rund 1.000 Zuschauern im Sportpark De Kamp in Weurt mit 1:0 und war über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft. Nijmegen hatte phasenweise etwas mehr Ballbesitz, doch die klareren Möglichkeiten erarbeitete sich die SVE. Schon die erste Formation hätte in ähnlicher Zusammensetzung auch am ersten Bundesliga‑Spieltag beginnen können. Nikolas Kristof stand im Tor, davor bildeten Jan Gyamerah, Kapitän Lukas Pinckert, Maximilian Rohr und Lasse Günther die Viererkette. Es war jene Abwehrformation, die bereits in der Aufstiegssaison zusammengewachsen war.

Gerade darin liegt ein entscheidender Teil des Elversberger Plans. Wagner vertraut nicht auf einen vollständigen Umbau, sondern auf jene Spieler und Strukturen, die den Verein überhaupt erst in die Bundesliga geführt haben. Der Trainer hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine endgültige Startelf für das Spiel in Leverkusen im Kopf. Dennoch zeigte der Auftritt gegen Nijmegen, wie wertvoll die personelle Kontinuität sein kann. Viele Spieler kennen die Laufwege, das Pressingverhalten und die Entscheidungen ihrer Nebenleute. Diese Vertrautheit soll dabei helfen, den qualitativen Abstand zu den etablierten Bundesligisten zumindest teilweise zu verkleinern.

„An der Haltung, dem Zusammenspiel und einer gewissen Ordnung sieht man schon deutlich, was wir wollen. Ich bin auch glücklich darüber, welche Intensität wir schon spielen konnten, obwohl wir noch relativ früh in der Vorbereitung sind“, sagte Wagner nach dem Test. Die SVE wirkte trotz der harten Trainingswoche frisch, handlungsschnell und entschlossen. Selbst nach zahlreichen Wechseln verlor die Mannschaft nicht ihre Ordnung. Die Niederländer kamen überwiegend durch Konter zu Möglichkeiten, scheiterten dabei jedoch an den gut aufgelegten Torhütern Nikolas Kristof und Tim Boss.

An der Haltung, dem Zusammenspiel und einer gewissen Ordnung sieht man schon deutlich, was wir wollen. Ich bin auch glücklich darüber, welche Intensität wir schon spielen konnten, obwohl wir noch relativ früh in der Vorbereitung sind.

Vincent Wagner

Besonders vielversprechend war das Elversberger Offensivspiel. Lasse Günther und Cole Campbell entwickelten auf der linken Seite ein enormes Tempo, Lukas Petkov sorgte auf rechts für Dynamik und Noah Darvich suchte im Zentrum immer wieder kreative Lösungen. Die SVE spielte sich zahlreiche gute Chancen heraus und hätte die Begegnung bereits vor der Pause entscheiden können. Campbell traf den Pfosten, Darvich tauchte dreimal frei vor dem gegnerischen Tor auf, Petkov setzte zwei Abschlüsse knapp darüber. Der Auftritt verdeutlichte das große Potenzial dieser jungen Offensive, legte allerdings zugleich eine bekannte Schwäche offen.

„Die mäßige Chancenverwertung kennen wir noch aus der Vorsaison. Das war in Ordnung heute, aber das kann gerne noch besser werden“, erklärte Wagner. Auf Bundesliga‑Niveau wird Elversberg voraussichtlich nicht in jeder Partie eine Vielzahl klarer Möglichkeiten erhalten. Umso wichtiger wird es sein, die vorhandenen Chancen konsequenter zu nutzen. Gegen Nijmegen blieb die mangelnde Effizienz ohne Folgen, weil die SVE bis zum Ende geduldig blieb und sich schließlich doch belohnte.

Im Angriff begann Luca Schnellbacher für David Mokwa, der wegen leichter muskulärer Probleme geschont wurde. Nach 55 Minuten kam Francis Onyeka in die Partie. Der Kapitän der deutschen U19‑Nationalmannschaft war wegen seiner Teilnahme an der Europameisterschaft erst verspätet im Trainingslager eingetroffen, deutete bei seinem ersten Einsatz jedoch unmittelbar an, welche Möglichkeiten er der Mannschaft geben kann. Onyeka gehört zu jener Gruppe hochtalentierter Spieler, mit denen Elversberg seinen besonderen Weg auch in der Bundesliga fortsetzen will.

Der entscheidende Treffer fiel in der 89. Minute. Filimon Gerezgiher bereitete vor, Luca Pfeiffer vollendete zum 1:0. Es war der verdiente Lohn für einen Auftritt, der auch deshalb hoch einzuschätzen war, weil den Spielern die Belastung der vergangenen Tage in den Beinen steckte. „Vor allem nach dieser Woche ist diese Leistung sehr hoch einzuschätzen. Wir haben heute wieder 120 Minuten sehr gut gearbeitet und am Ende auch verdient gewonnen“, sagte Pfeiffer. Kapitän Pinckert kam zu einer ähnlich positiven Bewertung: „Wir haben nach einer intensiven Woche richtig gut gespielt. Wenn wir beim Torabschluss effektiver gewesen wären, hätten wir höher gewonnen. Für diesen Zeitpunkt sind wir gut in Form.“

Vor allem nach dieser Woche ist diese Leistung sehr hoch einzuschätzen. Wir haben heute wieder 120 Minuten sehr gut gearbeitet und am Ende auch verdient gewonnen.

Luca Pfeiffer

Das 1:0 gegen Nijmegen war kein Beweis dafür, dass Elversberg schon bereit für Bayer Leverkusen und die Bundesliga ist. Vorbereitungsspiele besitzen nur eine begrenzte Aussagekraft, und auch die vergebenen Möglichkeiten mahnen zur Vorsicht. Der Auftritt war jedoch ein Hinweis darauf, dass die SVE ihre Identität nicht an der Tür zum Oberhaus abgeben möchte. Sie will mutig spielen, intensiv verteidigen und ihre Gegner mit Tempo und Ideen beschäftigen. Sie setzt auf Zusammenhalt, Entwicklung und wirtschaftliche Vernunft.

Ob das genügt, wird erst die Saison zeigen.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte der SVE und wünschen dem Team eine erfolgreiche Fortsetzung der Vorbereitung.

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