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SVE mit Rückenwind – Magdeburg unter Druck

Noch vor wenigen Monaten träumten beide vom Aufstieg in die Bundesliga. Doch nach einem gemeinsamen Höhenflug stehen die SV Elversberg und der 1. FC Magdeburg plötzlich für zwei gegensätzliche Entwicklungen in dieser Saison. Vor dem direkten Duell am Wochenende ist nur bei einem der beiden Vereine Konstanz zu erkennen – und das hat Gründe.

Sie waren die Himmelsstürmer der vergangenen Saison: Die SV Elversberg und der 1. FC Magdeburg sorgten mit mutigem Offensivfußball, maximaler Energie und einer taktisch klaren Handschrift für Aufsehen. Beide Teams flirteten lange mit dem Aufstieg in die Bundesliga, beide begeisterten – und beide scheiterten auf der Zielgeraden. Magdeburg verpasste die Relegation knapp, Elversberg unterlag dort. Dass nun – wenige Monate später – der eine Klub souverän oben mitspielt und der andere am Tabellenende steht, überrascht. Denn beide standen im Sommer vor vergleichbaren Herausforderungen. Die Erklärung für diese gegenläufige Entwicklung liegt vor allem in der Frage: Wer war besser vorbereitet?

Nach sieben Spieltagen in der 2. Bundesliga stehen 16 Punkte bei der SVE – und nur drei beim FCM. Die Ausreden, die man an der Elbe bemühen könnte, greifen dabei nicht. Das Auftaktprogramm war für beide anspruchsvoll, die Zahl der Abgänge bei Elversberg sogar deutlich höher. Während in Magdeburg Trainer Christian Titz und drei Stammkräfte den Verein verließen, musste Elversberg auf gleich sechs Leistungsträger verzichten – darunter auch Torjäger Fisnik Asllani, Spielmacher Muhammed Damar und Flügelflitzer Elias Baum. Dass man dennoch souverän in die neue Saison gestartet ist, hat mit struktureller Arbeit und vorausschauender Planung zu tun.

Schon im Vorfeld war in Elversberg klar, dass die drei genannten Schlüsselspieler als Leihgaben nicht gehalten werden konnten. Auch der Abschied von Aufstiegstrainer Horst Steffen, der nach sieben Jahren zu Werder Bremen wechselte, kam nicht aus heiterem Himmel. Die sportliche Leitung hatte frühzeitig reagiert – und präsentierte mit Vincent Wagner einen Nachfolger, der nicht nur fachlich passte, sondern auch zeitlich nahtlos übernehmen konnte. Innerhalb von nur einer Woche war der Wechsel auf der Trainerposition abgeschlossen – ein Kraftakt der Organisation. SVE-Sportvorstand Nils-Ole Book war dabei die zentrale Figur.

Anders in Magdeburg: Dort zog sich der Titz-Abgang über Wochen. Bis der neue Coach im Amt war, ging wertvolle Vorbereitungszeit verloren. Auch bei der Kaderplanung setzte man auf eine andere Linie. Während Elversberg gezielt und früh verpflichtete – bis auf zwei Transfers waren alle Personalien schon Anfang Juli abgeschlossen – setzte der FCM auf ein international geprägtes Profil mit Spielern wie Kandet Diawara oder Ado Onaiwu, die noch immer Eingewöhnungszeit benötigen. Das Teamgefüge wirkt bis heute nicht stabil.

Dass Elversberg bereits im dritten Jahr Zweitligaerfahrung hat, mag helfen. Entscheidend ist jedoch die Konstanz im Umfeld. Die SV Elversberg ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein Verein mit klarer Idee, flacher Hierarchie und präziser Kaderplanung. Dass Vincent Wagner sich auf dem Trainerstuhl schnell etablieren konnte, lag auch an der sorgfältigen Zusammenstellung seines Kaders. Spieler aus den oberen vier deutschen Ligen wurden gezielt integriert, das Gerüst blieb intakt – und so wirkte der Umbruch weniger wie ein Bruch, sondern wie eine klug vorbereitete Weiterentwicklung.

Dazu passt eine Meldung, die unter der Woche für zusätzliche Euphorie im Saarland sorgte: Die SV Elversberg kann auch in Zukunft auf Sport-Vorstand Ole Book an der Spitze der sportlichen Leitung bauen. Der 39-Jährige, der seit acht Jahren für die SVE tätig ist und damit die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte gestaltet hat, hat seinen Vertrag verlängert.

SVE-Präsident Dominik Holzer sagt: „Der erfolgreiche Weg, den die SVE in den vergangenen Jahren bestritten hat, ist eine Besonderheit – und eng mit einem Namen verbunden. Ole Book hat in der sportlichen Leitung und Entwicklung über die Jahre Enormes geleistet, auch wenn die Aufgaben wie in diesem Sommer beachtlich waren. Wir sind sehr glücklich, dass er die sportliche Verantwortung auch weiterhin tragen wird. Diese Entscheidung ist für uns von größter Bedeutung.“

„Wir haben bei der SV Elversberg in den vergangenen Jahren gemeinsam etwas aufgebaut, worauf wir stolz sein können. Wir haben unvergessliche Erfolge und Meilensteine gefeiert, aber auch große Herausforderungen gemeistert. Es ist eine Verbundenheit entstanden und gegenseitiges Vertrauen gewachsen, was ich sehr schätze und was für mich Voraussetzung für eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft ist“, sagt Sport-Vorstand Ole Book:

Ich freue mich auf die Aufgaben, die noch vor uns liegen und darauf, die Zukunft in diesem Verein weiter zu gestalten.

Dass diese Zukunft so stabil und erfolgreich erscheint, liegt vor allem an der Weitsicht und Konsequenz in der sportlichen Führung – und hier in erster Linie an Book selbst. In einem Sommer, in dem viele Zweitligisten angesichts von Trainerwechseln und zentralen Abgängen ins Schleudern gerieten, gelang es ihm, ausgerechnet bei der SV Elversberg frühzeitig die Weichen zu stellen. Während Magdeburg noch immer mit der Verarbeitung des Titz-Abgangs und einer heterogenen Kaderstruktur kämpft, hat Book in Elversberg ein Gerüst geschaffen, das trägt – auch im dritten Zweitligajahr. Dass zwei Vereine mit vergleichbaren Herausforderungen in so unterschiedliche Richtungen gestartet sind, ist letztlich keine Frage des Budgets oder der Namen. Sondern der Arbeit im Hintergrund. Und da macht Elversberg derzeit schlicht mehr richtig. Doch im schnelllebigen Fußballgeschäft zählt immer nur das nächste Spiel: Am Sonntag um 13:30 Uhr zählt es dann in Magdeburg den Vorsprung in Punkte umzumünzen. Wie schon so oft in dieser Saison.

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