Topspiel am Betzenberg für die SV Elversberg

Samstagabend, Flutlicht, volles Stadion: Die SV Elversberg tritt im Topspiel der 2. Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern an. Vier Punkte trennen beide Teams, sportlich wie atmosphärisch wartet ein besonderer Rahmen.
Die Vorfreude auf das Wochenende ist groß, wenn die SV Elversberg am 20. Spieltag dieser Zweitliga-Saison am Samstagabend auswärts beim 1. FC Kaiserslautern antritt. Eine Partie gegen den Nachbarn aus der Pfalz ist für sich genommen bereits besonders, durch die Ansetzung als Topspiel um 20.30 Uhr erhält sie einen zusätzlichen Rahmen. Das Fritz-Walter-Stadion wird nahezu ausverkauft sein, Stand jetzt sind 48.349 Karten abgesetzt, 4.543 davon gingen an Elversberger Fans, die ihre Mannschaft auch auf dem Betzenberg unterstützen werden.
SVE-Trainer Vincent Wagner blickt dem Samstagabend mit großer Vorfreude entgegen. „Es ist schon ein Highlight, eine schöne Zeit, um Fußball zu spielen. Wir freuen uns sehr“, sagte Wagner im Vorfeld. Auch sportlich erwartet er eine enge und anspruchsvolle Partie. Beide Mannschaften stehen in der Tabelle nah beieinander, nur vier Punkte trennen sie, beide Teams haben bislang 34 Tore erzielt und gehören damit zu den offensivstärksten der Liga. Unterschiede sieht Wagner vor allem im Spielstil. „Wir kommen eher über den spielerischen Ansatz durch unser Kurzpassspiel. Kaiserslautern spielt auch, aber eher mit langen Bällen, um dann vernünftig auf den zweiten Ball zu spielen“, erklärte der Elversberger Trainer.
Es ist schon ein Highlight, eine schöne Zeit, um Fußball zu spielen. Wir freuen uns sehr
SVE-Trainer Vincent Wagner
Zum besonderen Rahmen trägt das Stadion selbst erheblich bei. Wagner war vor zwei Wochen beim Heimspiel des FCK gegen Hannover 96 live vor Ort. „Dazu kommt natürlich das Stadion, das sein Übriges tut. Ich war vor zwei Wochen gegen Hannover 96 live dort, man konnte sehen, was es auslösen kann“, sagte er. Die Atmosphäre auf dem Betzenberg will die SVE aufnehmen und mit der eigenen Spielweise beantworten. „Es kommt unheimlich viel Wucht auf uns zu, aber das ist auch nicht zum ersten Mal in dieser Saison der Fall. Und wir freuen uns einfach, dem mit unserer Art von Fußball zu begegnen“, so Wagner weiter. Nach aktuellem Stand kann der SVE-Coach dabei auf den kompletten Kader zurückgreifen.
Auch auf Seiten der Gastgeber ist die Bedeutung des Spiels spürbar. FCK-Trainer Torsten Lieberknecht sprach im Vorfeld von einem besonderen Spieltag. „Wir haben uns dieses Topspiel vor ausverkauftem Haus verdient. Und bei einem Heimspiel wollen wir natürlich das Maximum von drei Punkten herausholen“, sagte Lieberknecht. Die Ansetzung am Samstagabend empfindet er als etwas Besonderes. „Für uns sind Spiele um 20:30 Uhr ein absolutes Highlight“, erklärte der 52-Jährige. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass solche Abende auch Nerven kosten können. „Das sind super Spieltage um 20:30 Uhr. Ein Flutlichtspiel, ausverkauftes Haus. Aber bis zum Anpfiff zieht es sich wie Kaugummi“, sagte Lieberknecht und ergänzte mit Blick auf den Ablauf: „Wenn der Schiedsrichter Spaß an dem Spiel hat, dann kann das manchmal noch lange dauern. Dann kommen wir erst sehr spät ins Bett, aber irgendwann um 3 Uhr fallen die Augen zu.“
Sportlich erinnerte der FCK-Trainer an das Hinspiel, das Elversberg am dritten Spieltag spät für sich entschieden hatte. Damals glich Kaiserslautern in der Nachspielzeit zunächst aus, ehe die SVE noch den Siegtreffer setzte. „Beide Mannschaften haben seit dem Hinspiel ihre Entwicklung genommen und Höhen und Tiefen drin gehabt“, sagte Lieberknecht. „Wenn man das Hinspiel verloren hat, will man natürlich die Rechnung begleichen und das Rückspiel auf unsere Seite ziehen. Revanchegelüste sollten dabei keine Rolle spielen. Aber eine Rechnung ist schon noch offen.“
Beide Mannschaften haben seit dem Hinspiel ihre Entwicklung genommen und Höhen und Tiefen drin gehabt
FCK-Trainer Torsten Lieberknecht
„Elversberg hat sowohl ein sehr gutes Positionsspiel als auch ein sehr gutes Umschaltspiel. Darauf müssen wir uns vorbereiten“, erklärte der FCK-Coach. Und weiter: „Wir müssen unsere Topleistung bringen und ihre Stärken unterbinden.“
Personell ließ Lieberknecht vor dem Spiel offen, ob Stürmer Ivan Prtajin in der Startelf stehen wird. Der Angreifer hat seinen Muskelbündelriss überwunden und zuletzt drei Jokertore erzielt. „Er ist fit“, sagte Lieberknecht. Erstmals seit seiner schweren Verletzung im Hinspiel könnte zudem Simon Asta wieder im Kader stehen. Weiter fehlen Jisoo Kim, Mahir Emreli und Avdo Spahic. Ob es bis Samstag noch Veränderungen im Kader gibt, wollte oder konnte Lieberknecht angesichts des offenen Transferfensters nicht verraten. „Solange das Transferfenster noch geöffnet ist, ist in beide Richtungen alles offen.“
Für die SV Elversberg ergibt sich daraus ein klar umrissener Rahmen. Ein Samstagabendspiel vor großer Kulisse, ein Gegner, der das Hinspiel nicht vergessen hat, und ein Stadion, das Druck erzeugt. Gleichzeitig reist die SVE mit der Gewissheit an, in dieser Saison auch in solchen Spielen bestanden zu haben. Die Mannschaft von Vincent Wagner will den besonderen Abend am Betzenberg annehmen – und ihm mit der eigenen Art von Fußball begegnen.