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Viele neue Gesichter bei der SV Elversberg

Bei der SV Elversberg herrscht spürbare Aufbruchsstimmung. Nach einer Saison, die in vielerlei Hinsicht historische Züge trug, steht der Klub vor einem grundlegenden personellen Umbruch. Sowohl auf der Trainerbank als auch im Kader haben sich zahlreiche Veränderungen ergeben. Mit dem Abschied von Erfolgscoach Horst Steffen, dem Weggang von Leistungsträgern wie Robin Fellhauer und Semih Sahin sowie gleich mehreren Neuzugängen präsentiert sich die Mannschaft an der Kaiserlinde derzeit so dynamisch wie selten zuvor. Doch trotz aller Turbulenzen geht bei der SVE niemand mit Sorgen in die Zukunft – im Gegenteil. Vor allem Sportvorstand Ole Book blickt mit Zuversicht nach vorne.

Ein wesentlicher Grund für diese optimistische Haltung liegt in der jüngsten Transferaktivität. Binnen einer Woche stellte die SVE täglich einen neuen Spieler vor und setzte damit ein klares Zeichen, dass die Verantwortlichen auf die Abgänge reagieren und die Mannschaft gezielt verstärken möchten. Doch Book macht unmissverständlich klar, dass die Kaderplanung damit noch nicht abgeschlossen ist. „Die Kaderplanung ist ganz sicher nicht abgeschlossen. Jetzt kommen die schönen Monate und es macht auch Spaß, das alles jetzt noch zu verfeinern“, erklärt der Sportvorstand. Damit deutet er an, dass noch weitere Verstärkungen folgen könnten.

Die Kaderplanung ist ganz sicher nicht abgeschlossen.

Den Auftakt der intensiven Transferwoche machte Amara Condé. Der zentrale Mittelfeldspieler, 28 Jahre alt, kommt vom niederländischen Erstligisten SC Heerenveen ins Saarland und unterschrieb einen Vertrag bis 2028. Condé, geboren in Freiberg, kann auf eine umfangreiche fußballerische Ausbildung zurückblicken. Seine ersten Schritte machte er beim SC Bergisch Gladbach, bevor er in die Nachwuchsleistungszentren von Bayer 04 Leverkusen und später des VfL Wolfsburg wechselte. Während seiner Jugendzeit trug er insgesamt 32-mal das Trikot deutscher Juniorennationalteams von der U15 bis zur U20 und sammelte damit früh internationale Erfahrung. Bei Wolfsburg blieb er bis 2019, unterbrochen von einer einjährigen Leihe zu Holstein Kiel, wo er in der Saison 2017/2018 bereits erste Zweitliga-Luft schnupperte.

Anschließend zog es ihn zu Rot-Weiss Essen, ehe er sich dem 1. FC Magdeburg anschloss. Dort avancierte er zum Leistungsträger, führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld und feierte 2022 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der Eredivisie absolvierte er in der Saison 2024/2025 insgesamt 15 Spiele für Heerenveen. „Amara Condé überzeugt nicht nur mit seiner Technik und taktischem Verständnis, sondern auch mit seiner Persönlichkeit. Er wird unserem Mittelfeld Stabilität und gleichzeitig Kreativität verleihen. Wir freuen uns, dass er ab sofort für die SVE im Einsatz sein wird“, sagt Book über den Neuzugang, der insbesondere nach dem Abgang von Robin Fellhauer eine Schlüsselrolle im Mittelfeld übernehmen soll.


Nur einen Tag später folgte die Vorstellung von Lasse Günther, der für die linke Abwehrseite verpflichtet wurde. Der 22-Jährige wechselt vom FC Augsburg nach Elversberg und unterschreibt einen Vertrag bis 2028. Günther, in München geboren, begann seine fußballerische Laufbahn bei der SpVgg Unterhaching, bevor er zunächst zum FC Augsburg und anschließend zum FC Bayern München wechselte. Bei den Bayern sorgte er früh für Aufsehen, spielte mit der U19 in der UEFA Youth League und stand mit 18 Jahren bereits für die zweite Mannschaft in der 3. Liga auf dem Platz. Nach seiner Rückkehr zum FC Augsburg kam er auf Einsätze in der Bundesliga sowie im DFB-Pokal. Doch um regelmäßig Spielpraxis zu erhalten, wurde Günther in den vergangenen Jahren mehrfach verliehen: zunächst an den SSV Jahn Regensburg, dann an Wehen Wiesbaden und zuletzt an den Karlsruher SC. Insgesamt stehen für ihn bereits 58 Zweitligaspiele zu Buche. „Lasse hat trotz seines jungen Alters bereits eine Menge Erfahrung gesammelt. Er bringt viel Tempo mit, ist mutig und hat die Fähigkeit, sich immer wieder aktiv ins Offensivspiel einzuschalten. Wir freuen uns, dass er unsere Mannschaft mit seinen Qualitäten verstärken wird“, beschreibt Book die Stärken des Neuzugangs. Mit Günther hofft Elversberg, eine Vakanz auf der linken Abwehrseite zu schließen.


Am Mittwoch stellte die SVE mit Jarzinho Malanga ein großes Talent für die Offensive vor. Der erst 18-jährige Malanga kommt für ein Jahr auf Leihbasis vom VfB Stuttgart. Der in Mannheim geborene Offensivspieler begann seine Karriere beim SV Waldhof Mannheim, ehe er sich der TSG Hoffenheim anschloss und schließlich vor drei Jahren ins Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart wechselte. Dort durchlief er eine rasante Entwicklung. In der Junioren-Bundesliga war er Leistungsträger, absolvierte 43 Spiele und verbuchte 27 Scorerpunkte.

In der Saison 2024/2025 stand er bereits fest im Kader der zweiten Mannschaft in der 3. Liga, wo er 30 Spiele bestritt. Höhepunkt seiner jungen Karriere war sein Profi-Debüt in der Champions League am 06. November 2024 gegen Atalanta Bergamo. Insgesamt kam er in dieser Saison auf vier Einsätze in der Königsklasse, dazu je einmal im DFB-Pokal und in der Bundesliga. Auch auf internationaler Ebene machte Malanga auf sich aufmerksam: Mit der deutschen U17 wurde er 2023 Europameister, später erreichte er mit der U19 das Halbfinale der Europameisterschaft. Insgesamt lief Malanga bisher in 30 Länderspielen für die Nachwuchsauswahlen des DFB auf. „Jarzinho ist ein hochtalentierter Spieler und bringt genau die Qualitäten mit, die unser Offensivspiel bereichern können. Mit seiner Dynamik und Ballfertigkeit kann er sich entscheidend einbringen. Wir freuen uns auf die Zeit mit ihm“, sagt Book.


Am Donnerstag folgte der nächste Transfercoup: Nicholas Mickelson wechselt von Odense BK ins Saarland. Der 25-Jährige, der sowohl die norwegische als auch die thailändische Staatsbürgerschaft besitzt, unterschrieb einen Vertrag bis 2027. Mickelson begann seine Karriere in Norwegen bei HamKam, spielte später für Strømsgodset IF in der Eliteserien und absolvierte dort 29 Erstligapartien. 2021 folgte der Schritt nach Dänemark zu Odense BK, wo er bis 2024 insgesamt 102 Pflichtspiele bestritt. Erst kürzlich feierte er mit Odense die Rückkehr in die höchste dänische Spielklasse. International hat Mickelson für Norwegen in den Jugendnationalmannschaften bis zur U21 gespielt, bevor er sich für die thailändische Nationalmannschaft entschied. Dort kam er bisher 25-mal zum Einsatz, darunter bei der Asienmeisterschaft und in der WM-Qualifikation. „Nicholas arbeitet als international erfahrener Spieler defensiv sehr konsequent und kann sich auch offensiv immer wieder gewinnbringend einschalten. Seine Flexibilität auf den Außenbahnen gibt uns zusätzliche Optionen. Wir sind überzeugt, dass er damit unser Team bereichern wird“, lobt Book.


Den Schlusspunkt der Elversberger Transferwoche setzte Jan Gyamerah. Der 30-Jährige wechselt vom 1. FC Kaiserslautern nach Elversberg und bringt jede Menge Erfahrung mit. Gyamerah begann seine Karriere bei Arminia Bielefeld, wechselte dann zum VfL Bochum und absolvierte dort 74 Spiele in der 2. Bundesliga. Danach spielte er für den Hamburger SV, für den er 50 Zweitligaeinsätze sammelte, und wechselte 2022 zum 1. FC Nürnberg, wo er weitere 53 Partien bestritt und zeitweise das Kapitänsamt übernahm. In der vergangenen Saison lief er 23-mal für Kaiserslautern in der 2. Bundesliga auf. Gyamerah kann sowohl rechts in der Viererkette als auch in anderen Defensivpositionen agieren. „Jan hat seine fußballerische Klasse und Flexibilität über Jahre bewiesen, er wird mit seiner positiven Art auch in der Kabine eine Bereicherung sein. Wir freuen uns, ihn in Elversberg begrüßen zu können“, sagt Book.


Trotz aller Transfers mahnt Book zur Realitätsnähe. „Wir sind mit Sicherheit besser aufgestellt als zu diesem Zeitpunkt des letzten Jahres, das ist ganz klar.“ Zugleich betont er, dass man die überragende Vorsaison nicht als Maßstab für die Zukunft nehmen dürfe. „Das war schon eine Saison, die man als SV Elversberg mit diesen Möglichkeiten in der zweiten Liga wahrscheinlich nie wieder replizieren kann. Die Erwartung sollte also realistisch sein.“ Dennoch blickt der Sportvorstand mit einer klaren Botschaft voraus:

Ich sage auf der anderen Seite auch, mit dem Abstieg werden wir auch nichts zu tun haben.

Die kommende Saison startet für die SV Elversberg am 2. August mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg unter Trainer Miroslav Klose. Bereits am zweiten Spieltag wartet Bundesliga-Absteiger VfL Bochum, ehe es am dritten Spieltag zum brisanten Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern kommt – ein Wiedersehen mit Ex-Spieler Semih Sahin inklusive. 

Nach einem erfolgreichen zweiten Testspiel am Freitag bei Kickers Offenbach, das die Saarländer mit 1:0 durch ein Eckball-Tor von Lukas Petkov für sich entschieden, ging es am gestrigen Montag nach Mierlo in den Niederlanden, wo die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner bis Samstag ein Trainingslager absolvieren wird. Dort steht auch ein Testspiel gegen den niederländischen Spitzenklub PSV Eindhoven auf dem Programm – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Danach folgen noch Spiele gegen Bundesligist TSG Hoffenheim, Fortuna Sittard und den FC 08 Homburg – ehe es dann am ersten August-Wochenende endlich wieder losgeht. 

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