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Werder Bremen stoppt Saarbrückens Titelmarsch

TTBL-Topspiel endet mit Überraschung: Fan Zhendong unterliegt Aguirre, FCS verliert Tabellenführung nach 2:3 in Bremen

Im Spitzenspiel der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) ist der 1. FC Saarbrücken-TT beim SV Werder Bremen nach fast dreieinhalb Stunden Spielzeit knapp unterlegen. Die 2:3-Niederlage gegen den bis dahin punktgleichen Rivalen bedeutete nicht nur den Verlust der Tabellenführung, sondern offenbarte auch Schwächen in der vermeintlichen Bestbesetzung. Trotz des Auftritts von Superstar Fan Zhendong und der Rückkehr von Kapitän Patrick Franziska ließ der FCS an der Weser zwei wichtige Punkte liegen und rutschte vorerst auf den vierten Platz ab.

Die Partie begann vielversprechend aus Sicht der Saarbrücker: Darko Jorgićsetzte sich in einem wahren Krimi gegen den schwedischen Ex-Doppelweltmeister Mattias Falck mit 3:2 Sätzen durch (9:11, 8:11, 11:9, 12:10, 11:9). Der Slowene verhinderte damit einen klassischen Fehlstart seines Teams. „Was Mattias im ersten Spiel gezeigt hat, war mehr als Weltklasse“, lobte Saarbrückens Teammanager Nicolas Barrois den Bremer, der Jorgićzu Beginn erheblich unter Druck gesetzt hatte.

Doch der vermeintliche Vorteil währte nicht lange. Im zweiten Einzel traf Fan Zhendong, der vorläufig letztmals für den FCS im Einsatz war, auf Marcelo Aguirre. Der Paraguayer, erstmals in dieser Saison in der Bremer Aufstellung, erwischte einen Sahnetag. Nach vier umkämpften Sätzen stand der Überraschungssieg fest: 3:1 für Aguirre (12:10, 6:11, 11:6, 11:6). „Es ist einer der besten Tage meiner Karriere“, sagte der 32-Jährige im Anschluss und unterstrich damit die emotionale Bedeutung dieses Erfolges.

Für Fan Zhendong war es bereits die dritte Einzelniederlage in dieser TTBL-Saison. Nach seiner Auftaktniederlage gegen Bergneustadt musste der Chinese erneut einen Rückschlag einstecken. Die Saarbrücker Fans, die in großer Zahl mitgereist waren, hofften dennoch weiter auf die Wende.

Doch die Lage wurde noch prekärer. Patrick Franziska, gerade erst vom China-Smash-Turnier zurückgekehrt, wirkte gegen Kirill Gerassimenko nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Zwar konnte er den zweiten Satz für sich entscheiden, doch am Ende setzte sich der Kasache mit 3:1 durch (14:12, 8:11, 11:8, 11:7). „Die Entschuldigung soll es nicht sein, aber es wird viel hin und her gereist“, erklärte Barrois mit Blick auf Franziskas jetlagbedingte Schwierigkeiten.

Mit dem 1:2-Rückstand wuchs der Druck erneut auf Fan Zhendong, der nun gegen Falck antrat. Diesmal zeigte der mehrfache Olympiasieger, warum er zu den besten Spielern der Welt zählt. Ohne Satzverlust dominierte er den Schweden (11:9, 11:8, 11:6) und glich die Partie aus.

Die Entscheidung musste nun im Doppel fallen. Saarbrücken schickte Franziska und Cedric Meissner an den Tisch, Bremen konterte mit Gerassimenko und Irvin Bertrand. Letzterer übernahm rasch das Kommando: Mit klugem Stellungsspiel und hoher Sicherheit avancierte der Franzose zum Matchwinner. Die ersten beiden Sätze gingen mit 11:7 und 11:6 an Werder. Im dritten Durchgang hielten Franziska und Meissner bis zum 6:6 mit, ehe Bremen erneut davonzog und mit 11:6 das Spiel für sich entschied.

Barrois verteidigte nach dem Match den Einsatz von Meissner, der nach langer Verletzungspause kurzfristig eingesprungen war: „Er hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt“, betonte der Teammanager. Der eigentlich vorgesehene Eduard Ionescu stand wegen fehlender Freigabe des rumänischen Verbands nicht zur Verfügung.

Trotz des großen personellen Aufwands und der Anwesenheit aller Leistungsträger verpasste der FCS die Chance, seine Tabellenführung zu festigen. Vielmehr kletterte Werder Bremen nach dem Heimsieg auf den ersten Platz, während die Saarländer auf Rang vier zurückfielen.

Das war ein extrem intensives Spiel auf Topniveau. Wir haben zu viele Chancen liegen lassen, gerade in den ersten beiden Einzeln hätte es auch anders laufen können. Aber Werder hat die entscheidenden Punkte besser gespielt, vor allem im Doppel

bilanzierte Barrois.

Die FCS-Spieler verließen die Halle mit hängenden Köpfen, während die Bremer Fans ihre Mannschaft feierten. In der kommenden Woche bleibt Zeit zur Analyse, ehe für die Saarländer der Fokus auf die nächsten Spitzenspiele gegen Ochsenhausen und Düsseldorf rückt – dann voraussichtlich wieder mit Fan Zhendong.

Bis dahin bleibt die Erkenntnis, dass selbst ein Ensemble aus Weltklasse-Akteuren nicht immun gegen Rückschläge ist – vor allem dann nicht, wenn Gegner wie Werder Bremen über sich hinauswachsen.

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