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Zurück an die Kaiserlinde – Elversberg empfängt Braunschweig und richtet den Blick nach vorn

Die Marke ist erreicht, das Minimalziel abgehakt – doch der Blick der SV Elversberg geht längst weiter. Mit 40 Punkten und dem 2:1-Erfolg in Dresden im Rücken kehrt die Mannschaft von Vincent Wagner an die Kaiserlinde zurück. Am Samstag (13.00 Uhr) empfängt die SVE Eintracht Braunschweig in der URSAPHARM-Arena – und startet damit in die entscheidenden Wochen dieser Saison.

„Den Klassenerhalt haben wir schon in Lautern beerdigt. Wenn man auswärts so souverän in Kaiserslautern gewinnt, ist es sicherlich albern, über Klassenerhalt zu sprechen.“ Wagners Satz auf der Pressekonferenz wirkt wie eine Zäsur. Die Vorsicht der vergangenen Monate ist gewichen, ohne dass die Bodenhaftung verloren gegangen wäre. Torhüter Nicolas Kristof formuliert es nüchterner: „Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen konstant gute Leistungen zeigen.“

Den Klassenerhalt haben wir schon in Lautern beerdigt. Wenn man auswärts so souverän in Kaiserslautern gewinnt, ist es sicherlich albern, über Klassenerhalt zu sprechen.

Vincent Wagner

Die Zahlen liefern Argumente für beides – Selbstbewusstsein und Zurückhaltung. Drittmeiste Tore, drittwenigste Gegentore, bestes Auswärtsteam nach 22 Spieltagen. Gleichzeitig erlebte die SVE auch Rückschläge: drei Gegentore gegen Nürnberg zum Rückrundenauftakt, drei weitere bei der unglücklichen Niederlage gegen Berlin. Neben zwei Niederlagen und einem Unentschieden stand in den ersten vier Spielen des Jahres nur ein Sieg. Doch die Reaktion in Dresden unterstrich, was Wagner an seiner Mannschaft schätzt. „Ich genieße das, mit der Truppe zusammenzuarbeiten, die sich gefunden hat“, sagte der Trainer zuletzt. Mannschaft, Trainerteam und Umfeld bildeten eine geschlossene Einheit. Und diese Einheit soll nun auch gegen Braunschweig tragen.

Die Erinnerungen an das Hinspiel im September 2025 sind deutlich – das 4:1 klingt klarer, als es war. „Es war ein harter Fight. Braunschweig war damals vor allem zuhause im Flow. Das Spiel hatte zwei, drei Kipppunkte, an denen es auch in eine andere Richtung hätte gehen können“, ordnet Wagner die Partie ein. „Wir haben es geschafft, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Aber es war nicht einfach.“ Tatsächlich war die Begegnung lange offen. Braunschweig startete mutig, erspielte sich Chancen, glich nach frühem Rückstand per Kopf aus und hielt das Spiel bis weit in die zweite Hälfte hinein auf Augenhöhe. Erst eine Gelb-Rote Karte nach gut einer Stunde erschwerte die „Mission Punktgewinn“ erheblich. In Unterzahl kämpften die Niedersachsen weiter, ehe Elversberg die Überzahl in der Schlussphase nutzte und den Endstand herstellte.

Seitdem hat sich bei der Eintracht personell einiges verändert. Im Winter kamen mehrere Offensivkräfte per Leihe – Jovan Mijatović, Faride Alidou, Grant-Leon Ranos und Ken Izekor –, hinzu feste Verpflichtungen wie Aaron Opoku und Andi Hoti. Dem stehen Abgänge wie Christian Conteh, Sven Köhler oder Mohamed Dräger gegenüber. Gerade der Weggang Köhlers hinterließ im defensiven Mittelfeld eine Lücke. Zudem fehlen mit Aydin (fünfte Gelbe Karte) und dem langzeitverletzten Tempelmann weitere wichtige Spieler.

Wagner ordnet auch das ein: „Grundsätzlich ist es für uns nicht schlecht, dass er nicht spielt“, sagt er über Aydin, verweist aber zugleich auf die Breite des gegnerischen Kaders. Und er warnt: „Heiner Backhaus hat es wieder hinbekommen, dass sein Team nach wie vor eine eingeschworene Gemeinschaft ist.“ Das 2:2 gegen Darmstadt 98 am vergangenen Wochenende unterstreicht diese Einschätzung. „Es wartet ein Gegner auf uns, der uns auf jeden Fall alles abverlangen wird. Aber wir freuen uns auf das Spiel und auf die Kaiserlinde.“

Es wartet ein Gegner auf uns, der uns auf jeden Fall alles abverlangen wird. Aber wir freuen uns auf das Spiel und auf die Kaiserlinde.

Für Elversberg beginnt mit dem Duell gegen den Tabellen-13. eine Phase, die als richtungsweisend gilt. Nach Braunschweig folgen Spiele gegen Kiel, Magdeburg, Fürth und Bielefeld – Teams aus der unteren Tabellenhälfte. In der Hinrunde gewann die SVE vier dieser fünf Partien, nur gegen die Arminia setzte es eine Niederlage. Wer oben dranbleiben will, muss solche Serien bestätigen. Denn danach geht es fast im Wochentakt gegen Hannover, Schalke und Darmstadt.

Doch zuvor stehen die Spiele gegen die vermeintlich tieferstehenden Gegner an. Dafür wird es entscheidend sein, in engen Räumen die richtigen Lösungen zu finden. Gegen tief stehende Gegner tat sich die SVE in dieser Saison phasenweise schwerer als gegen mitspielende Teams. Im Training lag der Fokus daher verstärkt auf Präzision im letzten Drittel und Klarheit im Positionsspiel. Gleichzeitig wird die Restverteidigung eine Schlüsselrolle einnehmen. Braunschweig sucht nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorn – frühes Unterbinden von Kontern und konsequente Absicherung hinter dem Ball werden gefragt sein.

Personell bleibt abzuwarten, in welcher Besetzung Wagner antreten kann. Felix Keidel, Maximilian Rohr und Jan Gyamerah sind angeschlagen und mit einem Fragezeichen versehen, sichere Ausfälle gibt es aktuell nicht.

Wagner formuliert den Anspruch klar: „Ziel ist besser zu werden, stetig besser zu werden, nachhaltig besser zu werden und dadurch halt öfter Spiele zu gewinnen.“ Und er ergänzt mit einem Satz, der bei aller Lockerheit den Kern trifft: „Wir machen das Ganze, um zu gewinnen, weil das Gewinnen macht am meisten Spaß. Klar verliert man mal, aber so auf Dauer Loser sein, ist irgendwie nicht so cool.“

Die Ausgangslage vor dem 23. Spieltag ist eindeutig, ohne simpel zu sein. Elversberg ist favorisiert, aber gewarnt. Der Klassenerhalt ist gesichert, doch die Saison bietet mehr als Sicherheit. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die SVE nur stabil ist – oder reif für den nächsten Schritt. Der nächste Prüfstein wartet am Samstag in der URSAPHARM-Arena an der Kaiserlinde.

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