Waschi bezwingt den Nordkanal

Mission completed
Nach sechs erfolgreich absolvierten Etappen durchquerte Andreas Waschburger nun auch den berüchtigten Nordkanal. Das letzte Kapitel zwischen The Gobbins (Nordirland) und Portpatrick (Schottland) gilt als die härteste Strecke der gesamten Serie. Das Besondere: ein neuer Streckenrekord im Nordkanal und ein neuer Gesamtweltrekord der Ocean’s Seven.

Das letzte Kapitel
Am Sonntag, 24. August, reiste das Team über Dublin nach Belfast, um sich vor Ort auf die Querung vorzubereiten. Von dort ging es weiter zum Startort The Gobbins. Das offizielle Zeitfenster für den Schwimmversuch war abhängig von Wetter, Strömung und Freigabe durch die Irish Long Distance Swimming Association. In den Tagen zuvor standen Trainingssessions im kalten Wasser, Briefings mit dem Bootsführer und die finale Abstimmung mit den lokalen Behörden und Organisatoren auf dem Programm. Aufgrund der Wetterverhältnisse war noch nicht sicher, ob der Schwimmversuch überhaupt stattfinden würde.
Donnerstag, 4. September, dann der Startschuss für Waschburgers finale Herausforderung. Mit dabei waren sein Team, medizinische Betreuung und ein Fernsehteam des Saarländischen Rundfunks. Nach 8:11:12 Stunden die große Erleichterung: Waschburger ist durch und bricht damit nicht nur den bisherigen Weltrekord von Jordan Leckey (9:9:30 Stunden), sondern auch die Gesamtzeit über alle Strecken hinweg. Der neue Weltrekord liegt nun bei 49:37:40 Stunden.
Zwischen Nordirland und Schottland



Der Nordkanal verbindet die Irische See mit dem Nordatlantik und trennt Nordirland vom schottischen Festland. Die klassische Strecke misst rund 34,5 Kilometer Luftlinie, doch die tatsächliche Schwimmdistanz kann durch Strömungen und Wind deutlich variieren. Letztlich musste Waschi für seinen Weltrekord eine Distanz von über 36,5 Kilometern zurücklegen. Die Route führt durch offenes, tiefes Wasser – mit Temperaturen, die selbst im Sommer selten über 11 bis 15 °C steigen. Die Passage wird von der Irish Long Distance Swimming Association überwacht und gilt als eine der am strengsten regulierten Strecken im Freiwasserschwimmen.
Eine Strecke mit Tücken
Der Nordkanal ist berüchtigt für seine niedrigen Wassertemperaturen, starke Gezeitenströmungen und die hohe Dichte an Löwenmähnenquallen – eine der größten und schmerzhaftesten Quallenarten weltweit. Neben der physischen Belastung stellt dieser Abschnitt auch mental eine enorme Herausforderung dar: Die Monotonie der Strecke, die Kälte und die lange Dauer verlangen höchste Konzentration und Durchhaltevermögen.
Ich hatte großen Respekt vor dem Nordkanal und der Kälte. Dass ich den Rekord geknackt habe, ist überwältigend.
Was Andreas hier geleistet hat, ist historisch. Zwei Weltrekorde in einem Swim – das ist eine Leistung, die weltweit ihresgleichen sucht.
Sogar Steven Munatones, Gründer der World Open Water Swimming Association und Initiator der Ocean’s Seven, war persönlich vor Ort. Seine Anwesenheit unterstreicht die besondere Bedeutung dieser sportlichen Mission. „Was Andreas hier geleistet hat, ist historisch. Zwei Weltrekorde in einem Swim – das ist eine Leistung, die weltweit ihresgleichen sucht“, ergänzt Munatones.
Ein unvergleichlicher Härtetest
Im September 2023 startete Waschi seine ambitionierte Mission, alle Meerengen im Rahmen der Ocean’s Seven zu bezwingen. Gleich zu Beginn knackte er im Ärmelkanal den damaligen Weltrekord und schrieb das erste Mal Geschichte. Der zweite Weltrekord gelang ihm im Kaiwi-Kanal auf Hawaii. Mit solch grandiosen Erfolgen im Gepäck zeigte Waschi, dass er es ernst meint. Über alle Distanzen hinweg blieb er deutlich unter der bisherigen Gesamtzeit. Sein ungebrochener Wille und sein ganzes Team gaben ihm jederzeit den nötigen Rückenwind, diese anspruchsvolle Herausforderung zu meistern.
Wir sind unglaublich stolz, Teil dieser unglaublichen Reise gewesen sein zu dürfen, und gratulieren Waschburger zu seiner phänomenalen Leistung.
WELTREKORD OCEAN’S SEVEN
Andreas Waschburger ist der 42. Athlet, der alle sieben Meerengen der Ocean’s Seven absolviert hat. Mit einer Gesamtzeit von 49:37:40 Stunden bleibt er als erster unter der 50-Stunden-Marke und hält damit nun den Weltrekord.
1/7
Weltrekord im Ärmelkanal
Andreas Waschburger hat es geschafft und den Ärmelkanal von Dover nach Cap Gris Nez (bei Calais) in einer neuen Weltrekordzeit von 6:45:25 Stunden durchschwommen.
8. September 2023
2/7
Weltrekord im Kaiwi-Kanal
Andreas Waschburger schwimmt mit 9:55:10 Stunden einen neuen Weltrekord im Molokai Channel auf Hawaii.
6. Oktober 2024
3/7
Cook Strait in Neuseeland
Mit der Durchquerung der Cook Strait in Neuseeland (5:13:57 Stunden) hat Andreas Waschburger ein weiteres Kapitel seines Ocean’s Seven-Projekts geschrieben.
25. März 2025
4/7
Die Straße von Gibraltar
Nur 11 Tage nach seinem erfolgreichen Swim durch die Cook Strait in Neuseeland erreichte Andreas Waschburger nach 2:51:21 Stunden das afrikanische Festland und stellte damit die schnellste jemals von einem deutschen Schwimmer erzielte Zeit auf.
5. April 2025
5/7
Tsugaru-Straße
Andreas Waschburger ist nicht aufzuhalten! Er durchquert Japans Meerenge in 8:43:21 Stunden und bleibt damit weiterhin auf Erfolgskurs. Allerdings muss er deutlich mehr Kilometer zurücklegen als ursprünglich geplant.
9. Juli 2025
6/7
Catalina Channel
Was für ein Erfolg: Andreas Waschburger durchquert den Catalina Channel in Kalifornien in 7:58 Stunden. Diese Strecke war alles andere als leicht: völlige Dunkelheit, eiskaltes Wasser und unerwarteter Besuch.
4. August 2025
7/7
Weltrekord im Nordkanal
Waschburger schwimmt durch den Nordkanal in neuer Bestzeit: 8:11:12 Stunden.
4. September 2025