Tour de Bretagne 2022 – Ein hartes Stück Arbeit

09.05.2022

Ein großartiges Rennen, das jedoch seine Opfer forderte: Bereits vor dem Start musste kurzfristig umgeplant werden. Einige Stürze später beendeten drei von fünf BIKE AID Fahrern die Rundfahrt.

Es war nur noch einen Tag hin bis zum Start der Tour de Bretagne in Guenrouët und der Franzose Léo Bouvier wachte mit Fieber auf. Er war einer der wichtigsten Fahrer für dieses Rennen. Klar jedoch die Entscheidung, dass er so nicht mitfahren kann und zügig Ersatz her musste. Der erst vor kurzem, nach einjähriger Verletzung, zurückgekehrte Jesse de Rooij rückte nach. Kurzerhand fuhr er aus der Niederlande 800 Kilometer in die Bretagne. Auf den letzten Drücker, unvorbereitet auf die kommenden sieben Tage, aber trotzdem hochmotiviert!Die erste Hürde war überwunden. Das sich das Unglück und Pech durch die ganze Woche ziehen sollte konnte jedoch noch keiner ahnen.

Direkt in die Top 10!
Eine relativ unaufgeregte erste Etappe endete in einem hektischen Finale. Gedrängel und Nervosität führte zu Stürzen und so traf es auch Wesley Mol, der jedoch noch einmal mit einem blauen Auge davon kam. Die dadurch entstandene Unordnung nahm den Teams die Chance sich richtig auf den Sprint vorzubereiten. Jesse de Rooij boxte sich kurzerhand Position für Position nach vorne. Sein Mut wurde belohnt und der erst einen Tag vorher angereiste Holländer sprintete auf einen starken neunten Platz. Ein gelungener Auftakt!
Bereits am zweiten Tag machten technische Defekte den Fahrern des saarländischen Teams das Leben schwer und somit verloren sie eine gute Position auf der 152 Kilometer langen, hügeligen Etappe. Etwas anders sah es dann am Folgetag aus. Im finalen Rundkurs konnte Wesley Mol seine gute Form am Berg zeigen und fuhr so in die Top 20 des Tages.

Erst kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu
Die vierte Etappe stellte die Moral und Motivation des Teams dann jedoch auf eine harte Probe, die bis zum Ende Rennens anhalten sollte. Jesse de Rooij stürzte gleich zwei Mal an einem Tag. Auch Julian Lino küsste den Asphalt und konnte nur unter Schmerzen weiterfahren. Beim Rennen in seiner Heimregion war Aufgeben jedoch keine Option für ihn. Und auch Lucas Carstensen blieb vom Pech nicht verschont. Kurz vor der Zielrunde hatte er einen Defekt und musste daraufhin in den letzten 15 Kilometern noch einmal sein Rad wechseln. Ein großer Sturz vor dem Finale bremste ihn dann ein weiteres Mal aus. Eine Etappe, die jeder Fahrer einfach nur noch vergessen wollte.
Dass die folgende Etappe knapp 200 Kilometer lang war spielte den Fahrern von BIKE AID, nach dem unglücklichen Vortag, somit alles andere als in die Karten. Durch die Wunden war die Regeneration mehr als suboptimal und der Tag wurde zu einem puren Kraftakt. 
Das bewundernswerte war jedoch die Mentalität des Teams! Trotz der Stürze und Defekte war die Motivation immer noch hoch. Der Wille zu kämpfen, so tief zu gehen wie nur möglich und sich gegenseitig aufzuopfern beachtenswert. Mit schmerzverzogener Mine musste Julian Lino auf dieser Etappe dann leider das Rennen verlassen. Die Auswirkungen aufgrund des Sturzes vom Vortag einfach zu groß. Er ging bis an das absolute Limit und bewies Charakter und Kämpfergeist!
Auf der vorletzten Etappe zeigte Jesse de Rooij dann ein weiteres Mal, dass sich die Jungs von scheinbar nichts unterkriegen ließen. Er fuhr in der Ausreißergruppe das Tages und steckte all seine Energie in die Präsentation des Teams an der Spitze des Rennens und einem womöglich spektakulären Ergebnis. Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel wurde er dann jedoch eingeholt. Hier zeigte Wesley Mol noch einmal sein Können. Auf dem Weg zu einer sicheren Top 10 Platzierung wurde er dann jedoch durch einen Sturz vor ihm aufgehalten. Zum Verletzungspech der Vortage kam nun auch noch ein harter Sturz von Lucas Carstensen, der ihn zum Rennabbruch zwang.
Am siebten und damit finalen Tag in der Bretagne startete BIKE AID mit nur noch drei Fahrern. Mit letzten Reserven versuchten sie das Team noch einmal in der Ausreißergruppe zu zeigen. Mit dieser Idee waren sie jedoch nicht alleine. Trotz mehrfacher Attacken schafften sie es gegen die numerisch überlegenen Teams nicht mehr sich durchzusetzen. Die Mentalität und Motivation, trotz aller Umstände, noch einmal alles zu geben jedoch unglaublich stark!
Auch wenn die Tour de Bretagne alles andere als erwartet verlief, fühlt sich das Team BIKE AID absolut geehrt und glücklich, dass es ein weiteres Mal an diesem Rennen teilnehmen durfte. Die Begeisterung für den Radsport und die Atmosphäre in und um das Rennen sind in Frankreich etwas ganz besonderes. Insbesondere für die Fahrer war das Rennen sicherlich eine tiefgreifende Erfahrung, jedoch gehört auch dies zum Sport.

In drei Tagen geht es weiter!
Schon am Sonntag geht es in Belgien mit dem Eintagesrennen Flèche Ardennaise weiter. Eine Woche später tritt das Team ein weiteres Mal die Reise nach Frankreich zum Grand Prix du Morbihan an.

Dieser Beitrag wurde verfasst von: BIKE AID