Tour of Thailand – Es kann nicht immer nach Plan laufen

18.04.2022

Nach dem Gesamtsieg 2020 und fünf Etappensiege sowie Platz zwei in der Gesamtwertung 2021 lag die Messlatte für die diesjährige Tour of Thailand entsprechend hoch für das saarländische Team BIKE AID.

Anknüpfen, wo man aufgehört hat
Täglich fand sich ein BIKE AID Fahrer in den Top Ten und mit Adne van Engelen auf Platz 9 auch in der abschließenden Gesamtwertung. In einem Rennen mit den besten Teams aus Asien ist dies unter anderen Umständen ein ordentliches Ergebnis. Aufgrund der überragenden Ergebnisse in den Vorjahren, ist es jedoch erst einmal enttäuschend. 
Läuft es im Vorjahr so perfekt, hofft man natürlich direkt dort wieder anknüpfen zu können. Gelingt dies nicht, wird es mental erst einmal schwierig und die Spitzenergebnisse zur Last.Täglich wurde nach Lösungen gesucht. Jedoch hat einfach etwas die Lockerheit gefehlt, was dann letztlich vielleicht auch den ein oder anderen Fehler verursacht hat. 

Platzt der Knoten?
Auf der vierten Etappe gelang Lucas Carstensen im Sprint mit Platz drei eine Podiumsplatzierung. Am Folgetag wollte das Team nun darauf aufbauen. Nach einer offensiven fünften Etappe endete man aber in einer taktisch schwierigen Situation. Nikodemus Holler erreichte das Ziel in der Spitzengruppe, wobei sich der spätere Gesamtsieger und zweitplatzierte der Gesamtwertung wichtige Sekunden holten und Holler Etappenvierter wurde.

Finale Chance
In Mukdahan endete die Tour of Thailand, wie auch 2021, mit einer kleinen Bergankunft. Der rund ein Kilometer lange Hügel zu einem Buddha Tempel liegt am Fluss Mekong, der hier die Grenze zu Laos zieht.
Die kurze Rampe war fast eine Angelegenheit für bergfeste Sprinter. Dennoch bestand die Möglichkeit mit Adne van Engelen und Salim Kipkemboi die Bilanz am Ende doch noch zu drehen. Taktisch lief es hier jedoch erneut nicht perfekt und in der Anfahrt zum Berg war Adne van Engelen etwas zu sehr auf sich alleine gestellt. Recht weit hinten im Feld fuhr er in den Anstieg und kam im Ziel, knapp hinter dem Sieger, auf Platz 4. So verpasste er die entscheidenden Bonussekunden für ein Top Ergebnis in der Gesamtwertung. Teamkollege Salim Kipkemboi folgte nur kurz dahinter und wurde 7.

Mehr als nur ein Rennen
Aber auch ohne die sportlich gehoffte Ausbeute war die Tour of Thailand ein besonderes und schönes Erlebnis, was eindrücklich festgehalten werden muss. Die Begeisterung der Thais entlang der Strecke, die grandiosen buddhistischen Tempel, das Privileg all diese Eindrücke, in einem perfekt organisierten Rennen, zu erleben. Umso mehr hofft das Team auch 2023 an diesem Rennen teilnehmen zu dürfen mit dem Ziel wieder mehr Siege einzufahren. 
Auch F2P und KAZE, die thailändischen Partner des Teams, haben vor Ort wieder tatkräftig unterstützt und halfen, wo sie konnten. In Höchstgeschwindigkeit wurde das neue Teammodell für alle Fahrer von Mechaniker Mo aufgebaut und auch während des Rennens zeigte er, wie gut er sein Handwerk beherrscht. Auch einen Fotografen organisierten sie, der das tägliche Geschehen klasse einfing!

Es geht weiter!
Das Team BIKE AID kann, trotz ausbleibender Siege, auf einen sehr erfolgreichen Start in die Saison 2022 blicken. Nennenswert sind hier die top Ergebnisse in Antalya und Rwanda oder der Sieg bei den Afrikameisterschaften durch Henok Mulubrhan. 
Bereits in drei Tagen steht das nächste Highlight des dichten Rennkalenders auf dem Programm. Erstmals hat das Team BIKE AID die Einladung zur Tour of Turkey erhalten, wo es unter anderem auf den vierfachen Tour de France Sieger Chris Froome sowie den Giro d´Italia und Vuelta a España Sieger Nairo Quintana trifft. Am 24. April sollten dann einige BIKE AID Fahrer in Überherrn, dem einzigen Straßenrennen im Saarland, am start stehen, bevor es mit der Tour de Bretagne zum nächsten großen Rennen geht.

Dieser Beitrag wurde verfasst von: BIKE AID