Tour of Turkey 2022 – BIKE AID hält die Weltspitze auf Trab

23.04.2022

Drei Tage in der Ausreißergruppe, Quintana das Leben am Berg schwer machen und am Ende nur Sekunden vom Sieg der Teamwertung entfernt.

Nach der Tour of Antalya im Februar ging es für das Team nun zum zweiten Mal in dieser Saison in das schöne Land am Mittelmeer. Zum ersten Mal bot sich die Möglichkeit bei der hochkarätig besetzten Tour of Turkey, mit Namen wie Caleb Ewan, Sam Bennet oder Nairo Quintana, mitzufahren. Solch eine Chance bekommt man als Kontinental Team nicht alle Tage. Umso wichtiger ist es diese dann auch zu nutzen und zu zeigen, was ein vergleichbar kleines Team aus dem Saarland kann!Bei täglicher Liveübertragung von Eurosport und Berichterstattungen in den großen Sportmedien kann ein gutes Ergebnis erhebliche Aufmerksamkeit erzeugen. Was will ein KT Team mehr?

Präsent von Beginn an
Direkt auf der ersten Etappe setzte sich das Team in Szene. Halil Dogan fuhr mit fünf weiteren Fahrern knapp 130 Kilometer in der Ausreißergruppe des Tages und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen. 
Dieses Szenario wiederholte sich am zweiten Tag. Hier war es Julian Lino, der bis 25 Kilometer vor Schluss den ganzen Tag im Breakaway vor dem Feld arbeitete und das Team aufs neue super präsentierte. 
Und da alle guten Dinge bekanntermaßen drei sind, hatte BIKE AID mit Léo Bouvier auch auf der dritten Etappe einen Fahrer in der Ausreißergruppe. Obwohl sie kurz vor dem Ziel eingeholt wurden, schaffte es Léo noch einmal seine letzten Kraftreserven zu aktivieren, um im Massensprint auf den 11. Platz zu fahren. Physisch und psychisch eine extrem starke Leistung des jungen Franzosen!

Eine unglaubliche Etappe!
Über 146 Kilometer verlief die vierte und damit einzige Etappe mit Bergankunft von Izmir nach Manisa. Der sonst eher ruhige Tag endete in einem epischen Fight zwischen den besten Bergfahrern auf dem finalen, 14 Kilometer langen Anstieg. Zu den besagten Fahrern zählten auch Adne van Engelen und Dawit Yemane, die ihr Können am Berg schon einige Male unter Beweis gestellt haben.
Schnell formte sich eine 13-köpfige Gruppe, die eine unglaubliche Geschwindigkeit am Anstieg vorgab. Die zwei Fahrer von BIKE AID nicht nur mittendrin, sondern voll involviert! Äußerst beachtlich war zudem, dass das saarländische Team, neben Arkea Samsic, das Einzige war, welches mit mehr als einem Fahrer in der ersten Gruppe vertreten war.Neben Jay Vine und Quintana ging es Meter für Meter bergauf und die Gruppe dünnte sich weiter aus. Der entscheidenden und renngewinnenden Attacke folgte Adne ganz alleine und es schien als würde der ‚Flying Dutchman‘ nicht mehr eingeholt werden. Der Krimi am Berg war jedoch noch nicht vorbei. 1,7 Kilometer vor dem Ziel kam Dawit Yemane mit sechs weiteren Fahrern angerauscht und Adnes Chance auf einen spektakulären zweiten Platz verpuffte. Nichtsdestotrotz war es eine extrem starke Vorstellung des Holländers, die letztendlich mit dem neunten Platz gekrönt wurde!
Der Eritreer wurde am Ende sagenhafter Sechster und unterstrich damit noch einmal seine äußerst gute Form und wie Adne, absolute Konkurrenzfähigkeit mit der Weltspitze der Bergfahrer! Weiter sicherte sich Dawit auf dieser Etappe den siebten Platz in der Gesamtwertung und machte somit erneut Schlagzeilen für den gerade so erfolgreichen eritreischen Radsport.
Sicherlich zählt diese Etappe zu den besten Teamleistungen von BIKE AID und dass es eine der besten Vorstellungen eines deutschen Kontinental Teams auf diesem Level war, ist ebenfalls nicht unwahrscheinlich!

Ein ungewöhnliches Ende
Nach vier kräftezerrenden, jedoch sehr ergiebigen Etappen ging es nun darum die Top 10 Platzierung von Dawit zu sichern. Zudem war das Team nun Zweiter in der Teamwertung und hatte nur 40 Sekunden Rückstand auf die Führenden.
Täglich opferten sie sich weiter füreinander auf, halfen, wo sie konnten und schützten Dawit gut. Trotz mehrfachen Stürzen musste kein Fahrer frühzeitig das Rennen verlassen. Die Moral des Teams sicherlich ein ausschlaggebender Faktor dafür. Der Abstand in der Teamwertung wurde immer geringer und vor der finalen Etappe waren es nur noch 21 Sekunden, die sie vom Sieg trennten. Eine machbare Aufgabe sollte man meinen. 
Die letzte Etappe war jedoch durch schweres Unwetter geprägt, wodurch es bereits in den ersten Kilometern zu Stürzen kam. Und dann, nach nur 32 Kilometern, kam die Durchsage des Renndirektors, dass die Etappe abgebrochen wird. Eine nachvollziehbare Entscheidung. Extrem rutschige Straßen machten das Rennen zur Rutschpartie. Die Sicherheit der Fahrer war so einfach nicht mehr gegeben.
BIKE AID wurde die Chance auf den Sieg der Teamwertung genommen, jedoch konnte sich nach dieser tollen Vorstellungen in der Türkei keiner der Fahrer beschweren. Ein Siebter Platz in der Gesamtwertung für Dawit Yemane und der zweite Platz in der Teamwertung zeigen welche Klasse und Potential in den Fahrern steckt!

Weiter geht’s!
Am Montag startet das Team bei der siebentägigen Tour de Bretagne. Nach Justin Wolfs 60 Kilometer Solo-Sieg im Vorjahr freuen sich die Fahrer ein weiteres Mal an diesem Rennen teilnehmen zu können!

Dieser Beitrag wurde verfasst von: BIKE AID